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Großenlüder/Hainzell - Hünfelder SV 42:35

"Dieser Sieg schmeckt doppelt süß" - Großenlüder demontiert Hünfeld


Fotos (98): Hans-Hubertus Braune

06.11.2016 / HANDBALL - Damit hatte niemand gerechnet: die MSG Großenlüder/Hainzell hat das Derby in der Handball-Landesliga am Samstagabend gegen den Hünfelder SV mit 42:35 (22:16) gewonnen und den Hünfeldern, bis dato verlustpunktfrei an der Tabellenspitze, ihre erste Niederlage zugefügt. Eine Viertelstunde verlief die Begegnung ausgeglichen, dann drehten die Hausherren auf.


„Heute hat einfach alles gepasst. Wir haben die zweiten Bälle bekommen und fast nichts verworfen“, kommentierte Großenlüder/Hainzells Rückraumspieler Lukas Dimmerling den klaren Derbysieg über Hünfeld und ergänzte: „So ein Sieg schmeckt natürlich doppelt süß. Die Kirmes heute können wir richtig genießen.“ Ihre bislang beste Saisonleistung haben sich die Schützlinge von Matthias Deppe passenderweise für den Heimspiel-Knaller zur eigenen Kirmes gegen die ungeschlagenen Hünfelder aufgehoben. Dass am Ende so ein Ergebnis zu Stande kam, hatte dennoch keiner gedacht.

„Das ist ein absoluter Hammer, sensationell“, sagte MSG-Trainer Matthias Deppe über die voran gegangenen 60 Minuten, die überraschend einseitig verlaufen waren. Eine Viertelstunde war die Begegnung in der proppenvollen Großenlüderer Kreissporthalle ausgeglichen, dann zogen die Hausherren davon. Das 9:6 nach 15 Minuten durch Michael Blinzler, der im ersten Durchgang kaum zu halten war, bedeutete die erste Drei-Tore-Führung für die Hausherren. Die Gäste, die mit einer offensiven 5:1-Abwehr spielten und so versuchten, die Wirkungskreise der beiden Dimmerling-Brüder einzugrenzen, kamen noch einmal auf 7:9 heran, dann aber schraubte die MSG Stück für Stück in die Höhe.

Über 13:7 und 16:9 stellte Großenlüder/Hainzell auf einen Halbzeitstand von 22:16. „Meine Mannschaft hat alle Vorgaben super umgesetzt. Dafür muss ich ihr ein großes Kompliment machen“, führte Deppe aus. Die Hausherren mit ihrer 6:0-Deckung nutzten jeden Fehler der Gäste – und davon gab es reichlich – aus, um per schnellen Gegenstoß für einfache Tore zu sorgen. Aber auch im Positionsspiel präsentierte sich die MSG spielfreudig – trotz Sonderbewachung für Lukas Dimmerling. „Das ist auch meine generelle Vorstellung für die komplette Saison, dass wir variabel und flexibel spielen und Spieler auf mehreren Positionen spielen“, so Deppe.

Und Hünfeld? Die bissen sich im Angriff an der über weite Strecken aggressiven Deckung die Zähne aus. Und wenn sie zum Abschluss kamen, stand in Mike Decher ein glänzend aufgelegter Schlussmann zwischen den Pfosten der Hausherren. „Sie haben im Verbund mit dem Torwart die bessere Abwehr gestellt, während meine Torleute keinen Ball an den Finger bekommen haben“, begründete HSV-Trainer Dominik Jäger die klare Niederlage. „42 Gegentore sind natürlich viel zu viele, das haben wir uns nicht vorgestellt“, so Jäger weiter.

Als Großenlüder/Hainzell im zweiten Durchgang eine eigene Unterzahl mit einem 3:1-Lauf zum 30:22 nutzte, war die Messe in der Kreissporthalle gelesen. Dominik Malolepszy, mit zehn Treffern bester Werfer des Abends, markierte kurz darauf mit dem 32:22 die Zehn-Tore-Führung – die Halle stand Kopf. „Diese Niederlage ist für uns halb so wild. Wir wollen Platz drei bis fünf erreichen und da sind wir voll im Soll“, wollte Hünfelds Trainer Dominik Jäger die herbe Pleite im Derby nicht zu hoch hängen. Seine Schützlinge konnten am Ende noch etwas Ergebniskosmetik betreiben und auf den Endstand von 35:42 verkürzen.

„Wir haben verdient – auch in der Höhe – gewonnen“, sagte MSG-Trainer Deppe, der nach dem Sprung auf Rang drei die Saisonziele nicht korrigieren wollte. „Ein Platz unter den ersten sieben soll es werden, darunter auf keinen Fall.“ Mit Platz drei und 10:4-Punkten liegen die Handballer der MSG Großenlüder/Hainzell damit voll auf Kurs. (Tobias Herrling)


DIE STATISTIK ZUM SPIEL:

MSG Großenlüder/Hainzell: Simon Weber, Mike Decher (Tor) – Sebastian Martin (2), Lukas Münker (2), Johannes Münker (2), Thomas Kreiss (1), Benedikt Dimmerling (8), Simon Münker (4/2), Dominik Malolepszy (10), Lukas Dimmerling (8), Michael Blinzler (5), Hendrik Dimmerling, Christian Waniek.

Hünfelder SV: Samuel Masché, Christian Krätzig (Tor) – Lennart Sitzmann (1), Fabian Sauer (4/3), Alexander Schott, Kevin Houston (3), Sebastian Müller (1), Mark-Peter Dörge (2), Jean-Marie Sandrock, Alexander Unglaube (8), Benjamin Krso (5), Felix Rehberg (7), Felix Kircher (4).

Zuschauer: 500.

Zeitstrafen: 4:8 (B. Dimmerling, L. Dimmerling, Malolepszy, Blinzler - 2x Sauer, Müller, Dörge, Unglaube, 2x Rehberg). +++

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