Neue Trainer, neue Liga
Wasserfreunde Fulda mit personellem Umbruch - Tanz auf drei Hochzeiten
Fotos (6): Carina Jirsch
04.11.2016 / WASSERBALL -
Aufstieg, Abstieg, Aufstieg, Abstieg – das war in den vergangenen drei Jahren die Fieberkurve der Wasserballer der Wasserfreunde Fulda. In diesem Sommer endete erneut nach einem Jahr das Abenteuer Bundesliga und die Domstädter gehen in dieser Saison wieder in der 2. Bundesliga Süd auf Torejagd – mit neuem Trainergespann und personellen Veränderungen.
Denn der Vertrag von Januzs Gogola, der die Mannschaft im vergangenen Winter übernommen hatte, den Abstieg trotz positiver Entwicklung aber auch nicht verhindern konnte, lief aus und wurde nicht verlängert. Stattdessen haben nun zwei interne Kräfte das Sagen am Beckenrand: Volker Schunke und Tarek Bary. Beide sind schon seit vielen Jahren bei den Wasserfreunden Fulda tätig und haben nun das Kommando bei der ersten Mannschaft übernommen.
„Eine interne Lösung ist in so einer Situation, in der wir gerade sind, immer sinnvoll“, sagt Volker Schunke, der bereits zuvor lange Jahre mit Andreas Hohmann Trainer war, im Gespräch mit ON|Sport. Schunke meint damit den personellen Umbruch, den es in der Mannschaft der Wasserfreunde gegeben hat. Denn mit Dominic de Beisac, Alexander Hörl und Philipp Müller haben erfahrene Kräfte ihre Karriere beendet und helfen nur in Notfällen aus. Zudem hat Torwart Nikolas Hohmann den Verein verlassen und spielt nun in seinem Studienort Darmstadt und mit Marc Weber fehlt der letztjährige Kapitän wegen eines Auslandsaufenthaltes in den USA wohl für die komplette Spielzeit. Deswegen rücken nun verstärkt junge Kräfte wie Philipp Jestädt oder Rückkehrer Jonathan Wiegand in den Fokus. Neuer Kapitän ist Center David Horvath.
An diesem Samstag (19 Uhr) steht das erste Pflichtspiel im Süddeutschen Pokal gegen den PSV Stuttgart auf dem Programm. Eine Woche später steigt die Begegnung im Deutschen Pokal gegen Poseidon Hamburg, ehe erst am 19. November die Liga mit einem Heimspiel gegen Friedberg startet. „Wir tanzen auf drei Hochzeiten. Das ist aufwendig und anstrengend, aber es bietet auch die Möglichkeit, einen attraktiven Gegner zu bekommen“, sagt Schunke über die zwei Pokalwettbewerbe, in denen Fulda vertreten ist. Als Absteiger aus der Bundesliga war Fulda automatisch für den Deutschen Pokal qualifiziert.
Was die langfristige Zukunft des Fuldaer Wasserballs angeht, blicken Bary und Schunke optimistisch nach vorne. „Die Jungs aus der B-Jugend klopfen langsam an. Das wird die nächste Phase sein, in der wir uns mit Einheimischen wieder hocharbeiten können“, sagt Schunke und ergänzt: „Jetzt müssen wir diese kleine Talsohle überbrücken.“ Das Wort Wiederaufstieg nimmt bei den Wasserfreunden daher niemand in den Mund, vielmehr soll langfristig etwas aufgebaut werden. Mit jungen Talenten aus dem eigenen Stall. (Tobias Herrling) +++