Nach elf Monaten Planung
Endlich ein Dach über dem Kopf: "Welcome-In-Wohnzimmer" in Robert-Kircher-Straße 25

Fotos: Carina Arena
02.11.2016 / FULDA - Jochen Schiersch und die restlichen Mitglieder der Initiative "Welcome In" können ihre Freude kaum verbergen, denn elf Monate Planung und harte Arbeit haben sich endlich bezahlt gemacht: Die Initiative hat Räumlichkeiten für das geplante Begegnungscafé für Geflüchtete und Einheimische - dem "Welcome-In-Wohnzimmer" - gefunden. Ab Januar soll der reguläre Betrieb aufgenommen werden - dann in der neuen Bleibe in der Robert-Kircher-Straße 25 in Fulda.
Doch die Hoffnungen der Initiative und auch der Geflüchteten erfüllt sich jetzt: Sie haben mit Jochen Hohmann einen Vermieter gefunden, der nicht nur die perfekten Räumlichkeiten in der Innenstadt zu bieten hat, sondern noch dazu offen für die Ideen der Mitglieder ist. "Wir hatten die Räumlichkeiten in der Robert-Kircher-Straße am Anfang der Planungen schon besichtigt - dann jedoch schnell wieder verworfen, weil das Objekt mit 1.350 Euro Miete und Nebenkosten pro Monat zu teuer war. Doch mit der Zeit haben wir so viele Förderer, sodass wir uns die Räume doch leisten können", erklärt Schiersch. Der Mietvertrag läuft zunächst bis 2018.
Wir schreiben das Jahr 2015. Ungefähr 30 Mitglieder der Initiative "Welcome In" treffen sich im November zu ihrem jährlichen Hüttenwochenende, um zu reflektieren was man bisher erreicht hat, zu diskutieren wo Optimierungsbedarf besteht und zu visionieren, was die Zukunft wohl bringen mag. Bei diesem Treffen wuchs in einigen rauchenden Köpfen eine Idee, die Fulda verändern sollte: Das "Wohnzimmer" - ein Begegnungsraum für Alle. Ein Ort, an dem sich Geflüchtete und Einheimische in ungezwungener Atmosphäre kennenlernen, austauschen und Freundschaften schließen können. Ein Raum, der vielfältig genutzt wird, sei es für Deutschkurse, für Kulturveranstaltungen oder als Beratungsstelle für Angelegenheiten von Asylverfahren bis Jobfindung. Ein Wohnzimmer, frei von Rassismus, Vorurteilen, Ängsten und Ungleichbehandlung. Nicht nur Geflüchtete, sondern alle Ehrenamtliche und interessierte Bürger - unabhängig von Alter, Geschlecht und kulturellem Hintergrund - sollen dort willkommen sein.
Finanziert wird das Wohnzimmer zum Teil durch Fördermitgliedschaften. "Aktuell sind es 34 Leute, die uns unterstützen," so Schiersch. Dazu kommt ein Zuschuss des "KÖK"-Fördervereins, der Initiative "Menschen für Menschen" sowie Gelder der Initiative "Welcome In". "Außerdem wird die AWO die Räumlichkeiten mitbenutzen, um dort unter anderem ihr Patenschaftsprojekt fortzuführen - es wird also eine nette WG werden". Insgesamt konnte die Initiative einen Spendeneingang von rund 18.000 Euro generieren - pro Monat erhalten sie die Kaltmiete, also 1.050 Euro durch die Fördermittel und Kooperationen. Die Nebenkosten der Räumlichkeiten sollen von Landkreis und der Stadt Fulda übernommen werden, sagte Schiersch. Dennoch sind weitere Kooperationspartner, die die Räumlichkeiten mitnutzen wollen, gern gesehen. Genauso wie Spenden, mit denen die Initiative die Startkosten bewältigen kann.
"Wenn das alles so klappt, wie wir es uns vorstellen, sind wir optimistisch, dass wir das 'Wohnzimmer' noch bis Ende des Jahres fertig eingerichtet haben und dann auch zeitnah eröffnen", ist sich Schiersch sicher. Nicht nur er und die Mitglieder von "Welcome-In" fiebern darauf hin. "Auch die Geflüchteten stehen in den Startlöchern und wollen loslegen, helfen und die Fuldaer kennenlernen." Ob ein nettes Gespräch, eine gemütliche Tasse Kaffee oder gemeinsamer Spaß - im Wohnzimmer sind alle willkommen und jeder kann sich schon einmal vorab unter www.wohnzimmer-fulda.de informieren. (Nina Sauer/PM) +++