Resolution an HOCHWALD-Molkerei

Milchbauern: "Mehrerlöse umgehend an die Milchviehhalter" - BDM-Aktion


Fotos: Julian Batz

05.10.2016 / HÜNFELD - In den letzten Wochen hat sich die Politik auf Druck der Milchviehhalter ein Stück weit bewegt und ein europaweites Hilfsprogramm aufgelegt, das die Milchviehhalter entschädigt, die auf Antrag ihre Milchmengen reduzieren. Die Milchviehhalter nehmen daran zahlreich teil. Bereits im ersten der vier vorgesehenen Reduktionszeiträume wurde das Programm zu 99% ausgeschöpft. Jetzt müssen auch Molkereien und Handel bei den laufenden Kontraktverhandlungen Verantwortung übernehmen und die einsetzende Markterholung, die sich mit den zurückgehenden Milchmengen weiter verstärken wird, in ihren laufenden und demnächst anstehenden Kontraktabschlüssen ausreichend berücksichtigen. Deswegen besuchen die Milchviehhalter bundesweit Molkereien und Handel. Am Dienstag war das osthessische BDM-Kreisteam in der Hochwald-Molkerei in Hünfeld. 



Die Milchviehhalter besuchten die Molkerei mit Schleppern besuchen und übergaben eine Resolution, mit der sie in den Kontraktverhandlungen mit dem Lebensmitteleinzelhandel unterstützt werden sollen. Die Molkereien wurden gleichzeitig aufgefordert, alle Mehrerlöse, die jetzt aufgrund einer besseren Marktlage erzielbar sind, sofort und vollständig an die Milchviehhalter weiterzugeben. "Die Milchviehhalter baden die Krise noch immer unvermindert und praktisch allein aus – sie müssen daher jetzt auch umgehend von der verbesserten Marktlage profitieren können."

Mindestens 40 Cent pro Liter Milch müsse durch gute Kontraktabschlüsse möglich gemacht werden, denn auch mit 40 Cent dauere es immer noch mindestens drei bis vier Jahre, bis die in der Krise erlittenen Milliardenverluste auch nur einigermaßen wieder ausgeglichen werden können.

Am 10. Oktober werden die Milchviehhalter im zweiten Schritt Handelsgeschäfte besuchen, die stellvertretend für alle Handelsketten stehen – als Verhandlungspartner der Molkereien. Die Milchbauern wollen verdeutlichen: In der jetzigen Situation kann und muss Jeder seinen Teil für eine Verbesserung der Situation der Milchviehhalter beitragen. +++

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