Oldie but Goldie
Haimbachs Spielertrainer Zlatko RADIC: „Ernährung, Training und zwei Bier“
Steht mit 47 Jahren noch auf dem Spielfeld: Haimbachs Trainer Zlatko Radic ...
Fotos (5): Tobias Herrling
10.09.2016 / FUSSBALL -
Sieben Einsätze, 628 Spielminuten und ein Tor – so liest sich die bisherige Bilanz von Haimbachs Spielertrainer Zlatko Radic. So weit, so normal. Wäre da nicht das Alter von Radic: mit 47 Jahren steht der Spielertrainer des Aufsteigers noch immer regelmäßig auf dem Feld und ist damit der derzeit älteste Kicker der Gruppenliga.
„Gute Ernährung, Training und Abends zwei Bier“, sagt Zlatko Radic über sein Geheimrezept und lacht. Denn dass er noch immer für seinen Haimbacher SV die Schuhe schnürt, ist Radic gar nicht so recht. „Eigentlich wäre es mir lieber, wenn ich nicht spielen müsste. Aber wir haben enorme personelle Engpässe und daher muss ich immer noch ran“, sagt Radic im Gespräch mit ON|Sport. Auch am Samstag (15:30 Uhr) im Heimspiel im Aufsteiger-Duell gegen die SG Eiterfeld/Leimbach werden seine Qualitäten wohl wieder gefragt sein.
„Ein sehr wichtiges Spiel für uns. Wir müssen mal wieder punkten, gerade in diesen Duellen“, weiß Radic, dessen HSV gut aus den Startlöchern kam, zuletzt aber schwächelte. „Dominik Oelschläger ist im Urlaub, Arpad Palfi gesperrt und Lukas Hasenauer hat sich in Rothemann verletzt“, zählt Radic nur einige seiner Fehlenden auf, die die personelle Lage beim Aufsteiger derzeit sehr anspannen. „Ich hoffe, dass ich bald den kompletten Kader wieder zur Verfügung habe. Dann sehe ich uns gut aufgestellt, um eine gute Rolle zu spielen.“
Der 47-Jährige geht in seine dritte Spielzeit mit dem HSV, den er einst von seinem Bruder Zeljko übernommen und nun in die Gruppenliga geführt hat. Zuvor war er bereits als Spielertrainer in Müs und elf Jahre in Eichenzell tätig, nachdem er sein zweites Engagement als Spieler bei Borussia Fulda beendet hatte. „Ich bin 2001 wieder zurück, weil sich meine Frau hier auf eine Stelle beworben und diese auch bekommen hat“, erzählt Radic, der seitdem mit seiner Familie in der Barockstadt sesshaft wurde.
Zuvor war der 47-Jährige für achteinhalb Jahre als Profi in Deutschland aktiv. Nach Stationen in Frankfurt (FV Progres) und beim FC Homburg verschlug es ihn das erste Mal zur Borussia nach Fulda, mit der er damals in der Regionalliga spielte. Über Mannheim und Sandhausen kehrte Radic dann zurück nach Osthessen. Nach Sandhausen brachte ihn ein Trainer, dem Radic viel zu verdanken hat: Willi Entenmann, der im Januar 2012 verstarb. „Von ihm habe ich im taktischen Bereich unheimlich viel gelernt“, sagt Radic, der im bosnischen Tuzla geboren wurde und später auch in Serbien aktiv war.
„Mit Spartak Subotica hätten wir uns mal für den UEFA-Cup qualifiziert, aber serbische Vereine wurden dann ausgeschlossen“, erinnert sich der frühere Mittelfeldspieler. Dass es kürzlich viel Wirbel um seine Person wegen des abgebrochenen Spiels in Großenlüder gab, möchte Radic nicht weiter kommentieren und legt den Fokus lieber auf das Heimspiel gegen Eiterfeld/Leimbach. Denn dort wird er noch immer gebraucht. Auch mit 47 Jahren. (Tobias Herrling) +++