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"Die Vorfreude ist groß"

Neu-Trainer Sedat GÖREN trifft mit Lehnerz II auf Ex-Klub Neuhof

Freut sich auf das Duell mit Ex-Klub Neuhof: Lehnerz II-Trainer Sedat Gören
Fotos (3): Tobias Herrling

08.09.2016 / FUSSBALL - Wenn die Reserve des TSV Lehnerz am Sonntag (15 Uhr) auf den SV Neuhof trifft, ist es für Sedat Gören eine besondere Partie. Nicht nur, weil es der erste Auftritt vor heimischen Publikum ist für den neuen Lehnerzer Trainer. Sondern auch, weil der 45-Jährige selbst zwei Jahre lang in Neuhof tätig ist. „Die Vorfreude ist natürlich groß“, sagt Sedat Gören im Vorfeld der Begegnung.



Denn der Kontakt, so erzählt Gören, sei nie abgerissen zwischen ihm und dem Klub am Fuße des Monte Kali. „Wir sind ja auch im Guten auseinander gegangen und in der Mannschaft sind immer noch einige meiner damaligen Spieler“, erklärt Gören, der erst vor wenigen Wochen die Reserve des TSV übernommen hat und gegen Willingen im zweiten Spiel den ersten Sieg eingefahren hat. Nun soll im Heimspiel gegen den SVN natürlich nachgelegt werden.

„Es wird ein enges Spiel. Wir wissen um Neuhofs Qualitäten in der Offensive“, so der 45-Jährige, der von seinen Schützlingen eine stabile Defensive und schnelles Umschalten fordert. Personell kann Sedat Gören im Derby aus dem Vollen schöpfen und hofft daher, dass nach dem Sieg in Willingen der nächste „Dreier“ auf das Konto der schwach in die Verbandsliga-Saison gestarteten Lehnerzer Reserve geht.

Dass Gören kurz nach Beginn der Runde die Aufgabe an der Richard-Müller-Straße übernommen hat, stieß vor allem bei seinem Ex-Klub SG Weiperz auf manche Misstöne. „Das war eben die Enttäuschung, dass neben dem Trainer auch ein Spieler ging“, so Gören, der auch mit 45 noch immer auf dem Feld stand. Seinen Schritt nach Lehnerz beurteilt er pragmatisch. „Wenn so ein Angebot kommt, muss man nicht lange überlegen. Jeder Mensch will ja nach Höherem streben – und das war immer mein Ziel“, verdeutlicht Sedat Gören.

Aufgewachsen ist der 45-Jährige in Mönchengladbach, bei der Borussia durchlief er sämtliche Stationen im Nachwuchsbereich. Klar, dass da der Traum vom Profi nicht weit weg ist. Diesen erfüllt sich Sedat Gören aber in der Türkei. Nach dem Tod seines Vaters geht Gören mit seiner Familie in die Heimat seiner Eltern und spielt für Nigdespor, Kirikhanspor und Aksarayspor in der zweiten und dritten türkischen Liga.

Vor etwa 20 Jahren zieht es Sedat Gören dann zurück nach Deutschland. „Eigentlich wollte ich wieder nach Mönchengladbach. Aber mein Cousin wohnte in Schlüchtern und so bin ich nach Osthessen gekommen“, erzählt Gören, der sich erst dem SV Birstein und der SG Schlüchtern und dann dem SV Flieden anschließt. Mit den Buchonen läuft Gören auch in der Hessenliga auf. Später schlägt er dann die Laufbahn des Spielertrainers ein, ist in Neuhof, Müs und zuletzt in Weiperz aktiv. „Ich liebe den Fußball“, sagt Gören.

Seine Mutter und drei Geschwister leben weiterhin in der Türkei. In Iskenderun, einer Stadt im Süden der Türkei. „Einmal im Jahr bin ich bei meiner Familie, ich bin ja auch der Älteste. Aber ich bekomme auch regelmäßig Besuch von ihnen“, erzählt der 45-Jährige, der sich mit Laufen fit hält. Vor kurzem lief er in Würzburg seinen ersten Marathon. „Es wird aber wohl mein letzter bleiben“, lacht Gören. Dem Fußball, den Gören so liebt, wird er wohl deutlich länger erhalten bleiben. (Tobias Herrling) +++

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