Gegenwart Gottes erleben

Konzertmesse mit Waldberger Wirtshaussängern und Schlierseer Alpenchor

Die Waldberger Wirtshaussänger und der Alpenchor Schliersee sangen in der Klosterkirche am Kreuzberg die Bauernmesse
Fotos: Marion Eckert

08.08.2016 / HASELBACH - Lange vor Beginn des 11 Uhr Gottesdienstes war die Klosterkirche auf dem Kreuzberg voll besetzt. Auch die eigens herbei geholten Bänke und Stühle reichten bei weitem als Sitzgelegenheiten nicht aus. Die Menschen standen in den Gängen, saßen auf den Stufen der Seitenaltäre und verweilen auf dem Platz vor der Kirche, um der Konzertmesse mit den Waldberger Wirtshaussängern und dem Schlierseer Alpenchor beizuwohnen. Vor zwei Jahren haben die Waldberger Wirtshaussänger einen Ausflug an den Schliersee unternommen und prombt Bekanntschaft mit dem Alpenchor geschlossen. Es wurde beim Frühschoppen miteinander gesungen und vereinbart, dass die Schlierseer in die Rhön kommen. Dieser Einladung sind sie nur allzu gern gefolgt. Die Waldberger Wirtshaussänger machten es zudem möglich, dass sie gemeinsam die Bauernmesse von Annette Thoma in der Klosterkirche singen konnten.



In Vertretung für den Guardian des Klosters Kreuzberg Pater Stanislaus Wentowski war Pater Gabriel Zörnig aus Waren (Mecklenburg) in die Rhön gekommen. „Musik pur schenkt uns Gott heute“, kündigte er die Konzertmesse an. In seiner Predigt spannte er den Bogen vom Tagesevangelium, das mahnte wachsam zu sein, denn niemand wisse zu welcher Stunde der Herr kommen werde, bis hin zur Musik. Wachsam sein, das bedeute einen Gottesdienst, speziell die Wandlung und die Kommunion bewusst zu erleben, das bedeute aber auch im Mitmenschen, im Notleidenden Gott zu sehen. „Es gibt verschiedene Weisen, wie Gott uns im Alltag begegnet, da gilt es wach und aufmerksam zu sein für die Gegenwart Gottes. Niemand könne sich herausreden und sagen ich bin nicht gemeint. Wir alle sind angesprochen. Christsein entscheidet sich im Alltag.“ Die Gegenwart Gottes könne man aber auch in der Musik erleben.

„Gesegnet der Mensch, der das erleben kann.“ Der Gesang der Waldberger und Schlierseer Sänger versetzte Pater Gabriel auf eine Alm, mitten die Schöpfung. „Da können wir erleben, was Gott uns schenkt.“ Er ermutigte die Gottesdienstbesucher: „Augen und Ohren aufmachen. Gott begegnet uns überall.“ Und noch etwas lag ihm am Herzen. Das Evangelium mahne: Denn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz. Gerade so eine einfühlsam gesungene Konzertmesse könne anregen sich selbst zu prüfen. „Wem gehört mein Herz wirklich? Gehört es vor allem meinem Gott?“ Mit einem Marienlied endete die Konzertmesse, doch die Besucher wollten die Waldberger und Schlierseer Sänger nicht ziehen lassen. Es gab im Anschluss an den Gottesdienst noch mehrere Zugaben und viel Applaus für Sänger.

Die Konzertmesse auf dem Kreuzberg war nur ein Teil des Besuch des Schlierseer Alpenchor in der Rhön. Am Samstag Abend fand bereits ein musikalischer Abend in Stangenroth statt, der sehr gut besucht war und den unter anderem die beiden Chöre, wie auch die Rhönmusikanten aus Waldberg und die Waldfensterer Musikanten bestritten. Helmut Irrgang, der musikalische Leiter des Schlierseer Alpenchors war begeistert vom Empfang in der Rhön und der Klosterkirche. „Der Kreuzberg ist herrlich. Wir werden heute auch noch zum Gipfelkreuz hinaufsteigen.“ Die Rhön mit ihrer Fernsicht sei eine wunderschöne Landschaft. „Auch wenn unsere Berge etwas höher sind, wir fühlen uns hier sehr wohl.“ (Marion Eckert) +++



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