Quo vadis Hessenligisten? (1): TSV Lehnerz
Istzustand: "Wir sind die Nummer eins Osthessens" - Jahr eins nach RUMMEL
Alle Fotos: Christian P. Stadtfeld
13.07.2016 / FUSSBALL -
Die letzten drei Jahre waren die Erfolgreichsten in der nun 51-jährigen Geschichte des TSV Lehnerz - Highlights wie die Regionalliga-Relegation vor einem Jahr und die Hessenliga-Derbies gegen Borussia Fulda hatten mit Kulissen weit jenseits der Tausendermarke etwas von Profifußball. "Wir sind die Nummer eins der Region - das ist aktuell so", sagt Pressesprecher Michael Hamperl selbstbewusst. Finanz-Vorstand Martin Geisendörfer sieht das genauso. ON|Sport hat die beiden getroffen und mit ihnen gesprochen, wohin der Weg den TSV gehen soll.
Vom FSV Mainz 05 wurde für diese Aufgabe Steven von der Burg verpflichtet. Der 21-Jährige aus Gelnhausen bringt Erfahrung aus der Regionalliga und der Junioren-Bundesliga mit. Zwar ist er als Strafraumstürmer ein anderen Spielertyp als sein Vorgänger, Potenzial bringt der 1,93 Meter-Hühne aber allemal mit. "Wir haben auch weiterhin versucht, der Region treu zu bleiben und Spieler aus dem Umkreis zu verpflichten", sagt Geisendörfer. Von der Burg aus Gelnhausen, André Herr (Mainz 05) aus Burghaun, Lukas Marvin Friedrich (Kickers Offenbach) aus Schotten. "Wir sind in der Region verwurzelt und das wollen wir auch so beibehalten."
Über 100 Helfer waren beim letzten Derby im Einsatz. Mit bis zu 4.000 Zuschauern rechnet der TSV beim Saisonauftakt gegen Borussia Fulda. Michael Hamperl wünscht sich ein spannendes Spiel auf Augenhöhe: "Das ist aktuell der Reiz dabei. Es gibt zwei Teams mit demselben Niveau. Wir wollen selbstbewusst in das Spiel gehen und den Bann, immer den Saisonauftakt zu vergeigen, endlich brechen. Die letzten Male haben wir gelähmt gewirkt. Diesmal liegt der Druck bei den Borussen. Sie haben groß eingekauft. Aber egal wie es kommt: Das Spiel wird Werbung für die ganze Fußballregion sein."
Für Hamperl ist ein weiteres Saisonziel, ein möglichst weites Kommen im Hessenpokal - vor zwei Jahren hat Lehnerz gezeigt, dass sie über 120 Minuten sogar mit Fußball-Drittligist Wehen Wiesbaden mithalten konnten: "An einem guten Tag können wir auch die Großen ärgern", ist er sich sicher, "das ist der einfachste Weg, an ein großes Spiel gegen Kickers Offenbach oder Hessen Kassel zu kommen - und vielleicht schaffen wir es ja mal in den DFB-Pokal und ziehen das große Los." (Julius Böhm) +++