Bühne frei fürs große Spiel

Glanzvoller Auftakt: Die 66. Bad Hersfelder Festspiele sind eröffnet

Das Land Hessen packt bei seiner finanziellen Unterstützung noch eine Schippe drauf - Boris Rhein brachte den Bescheid gleich mit
Alle Fotos: Hans-Hubertus Braune

25.06.2016 / BAD HERSFELD - Intendant Dieter Wedel hatte gerufen – und alle waren sie gekommen: Honoratioren aus Politik und Wirtschaft sowie Stars und Sternchen gaben sich bei der glanzvollen Eröffnung der 66. Bad Hersfelder Festspiele ein Stelldichein. Das Festspiel-Fieber ist entfacht. Blitzlichtgewitter in und vor der Stiftsruine. Schaulustige sowie ein großes Aufgebot von Medienvertretern säumten bereits vor Beginn den roten Teppich, um einen Blick auf prominente Persönlichkeiten zu erhaschen.Recht volles Haus auch beim Festakt im altehrwürdigen Gemäuer: Eine innige Liaison mit Swing und Jazz wagte Jasmin Tabatabai, die in den Videosequenzen der „Hexenjagd“ (Premiere: am heutigen Freitagabend) als Sarah Good zu sehen ist, gemeinsam mit dem David Klein Quartett. „Viel Glanz, Spannung pur, namhafte Schauspielerinnen und Schauspieler, erfolgreiche Sängerinnen und Sänger, Stücke, die berühren und mitten ins Herz treffen, – all das erwartet uns in den nächsten Festspielwochen bis Ende August“, prognostizierte Bürgermeister Thomas Fehling. „Dieter Wedel hat mit der Auswahl der Stücke ein faszinierendes Angebot unterschiedlichster Kunstformen zusammengestellt. Da sollte wirklich für jeden etwas dabei sein."Das Theater nehme als Spiegel der Zeit eine wichtige Rolle ein. Einen Höhepunkt der diesjährigen Spielzeit verkörpere Dieter Wedels Inszenierung von Arthur Millers „Hexenjagd“. Mit dem Untertitel „… und morgen sind vielleicht Sie dran!“ lege der Regisseur den Finger in die Wunde. „Er führt uns vor Augen, dass es Hexenjagden auch heute noch gibt“, erläuterte Thomas Fehling. „Mit Hexenjagden müssen wir uns auseinandersetzen, und sollten uns dabei auch immer wieder selbstkritisch hinterfragen, ob wir nicht selbst schon einmal Bewohner von Salem waren.“Dieter Wedel spannte den Bogen weiter: „Wir zeigen, wie aus unbedeutenden Vorfällen Gerüchte entstehen und diese Gerüchte wiederum eine Lawine auslösen – eine Verfolgungshysterie. Wenn die Herde erst mal in Bewegung geraten ist, trampelt sie besinnungslos alles nieder und ist durch nichts mehr aufzuhalten.“Gute Nachrichten überbrachte Festredner Boris Rhein (CDU), der die Bad Hersfelder Festspiele offiziell eröffnete. So unterstützt das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst die Festspiele in diesem Jahr mit 770.000 Euro. Das sind rund 200.000 Euro mehr als 2015. „Die Förderung des Landes in Höhe von 770.000 Euro ist ein bewusstes kulturpolitisches Signal, dass Hessen nicht nur auf Kultur im Ballungsraum, sondern auch in der Fläche setzt“, betonte der hessische Minister für Wissenschaft und Kunst. „Die Bad Hersfelder Festspiele haben eine Strahlkraft weit über Hessen hinaus, sind beste Werbung für das Kulturland Hessen und können dank des großzügigen Engagements des Landes noch stärker zu einer hessischen Marke ausgebaut werden.“Dieter Wedel hätte in seiner ersten Spielzeit 2015 einen grandiosen Neustart für den Theaterreigen hingelegt. „Ich bin sicher, dass wir auch 2016 eine erfolgreiche Saison feiern können und wünsche allen Mitwirkenden auf und hinter der Bühne viel Erfolg sowie dem Publikum einen wunderbaren Sommer voller Kulturgenuss“, bekräftigte Boris Rhein abschließend.Szenenwechsel: Die Festspielfanfare erklingt. Gänsehaut. Die Gäste des Festaktes strömen aus den Toren der Stiftsruine. Auf dem roten Teppich herrscht reges Treiben. Blitzlichtgewitter. Willkommen in der Festspielstadt. Bühne frei fürs große Spiel. (Stefanie Harth) +++

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