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Willkommen in der Gruppenliga

Kerzell feiert den "glücklichen" Aufstieg im Waidmannsheil - BILDER


Fotos: Julius Böhm

09.06.2016 / FUSSBALL - Hätte Aulatals Bogdan-Samuil Cojacaru den Ball in der Nachspielzeit und mit nur noch acht Spielern auf dem Feld in die Maschen statt übers Tor auf die A7 gedroschen, hätte die SG Kerzell in der Nacht zum Donnerstag nichts zu feiern gehabt. Aber seit wann ist Fußball ein Sport der Konjunktive? Kerzell hat "nur" mit 1:2 verloren und den Aufstieg in die Gruppenliga so perfekt gemacht - Glück hin oder her. Am Ende zählen die Fakten, und die wurden am Mittwochabend noch in der Dorfkneipe "Waidmannsheil" in Kerzell gefeiert.



Mit mehr als einer Stunde Verspätung - kurz vor Mitternacht - kam Spielertrainer Heiko Rützel im Eichenzeller Ortsteil an. Er hatte noch eine kleine Nachspielzeit im Fuldaer Klinikum: "17 oder 18 Stiche waren es glaube ich. Der Knorpel am Ohr war komplett durch - keine schöne Angelegenheit", sagte er mit leicht schmerzverzerrtem Gesicht, aber dennoch voller Aufstiegseuphorie, "ich habe da am Boden gelegen und erst einen Schlag ins Gesicht abbekommen und dann nur noch den Stollen gesehen. Jetzt ist das aber egal. Wir haben den Aufstieg geschafft. Das ist das perfekte Abschiedsgeschenk für mich, und es freut mich riesig für diese geile Truppe."

Mit Sprechchören und Trommelschlägen wurde Rützel in Kerzell begrüßt. Stilecht mit Bier, diversen Kräuterschnäpsen und Rhöner Bauernwurst wurde der Aufstieg in die Gruppenliga kulinarisch gefeiert. Vermutlich der größte Fan der Helvetia ist Wirt Michael Diegelmann, der, als er am Mittwochmittag nach Kirchheim fuhr, noch nicht damit rechnete, Gastgeber der Aufstiegsfeier sein zu dürfen: "Ich bin einfach nur stolz. Die Jungs sollen Gas geben. Wir freuen uns im ganzen Dorf riesig."

Trotz aller Feierlichkeiten bleibt die Frage, ob die SG Kerzell auch im kommenden Jahr in der Gruppenliga konkurrenzfähig ist. "Wir haben eine klasse Saison gespielt und sind nicht in die Gruppenliga aufgestiegen, um gleich wieder runterzumaschieren", sagte SG-Macher Bernhard Wehner, "wir wollen uns verstärken, auch wenn es etwas Geld kosten wird. Mal abwarten: Vielleicht sind wir noch für eine Überraschung gut." Keine Überraschung war, dass die Party noch bis zum Morgengrauen andauerte. (Julius Böhm) +++

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