Das kleinste Dorf der Hessenliga
Nach dem Aufstieg: Was ist das Erfolgsgeheimnis des SV Steinbach?
Fotos (6): Tobias Herrling
06.06.2016 / FUSSBALL -
Acht Jahre lang kickte der SV Steinbach zuletzt in der Verbandsliga. In der kommenden Spielzeit wird der Verein aus dem Burghauner Ortsteil erstmals in der Hessenliga spielen. Es ist die logische Konsequenz einer stetigen Entwicklung, die Trainer Karl-Josef Müller vor viereinhalb Jahren einleitete. Aber was ist das Geheimnis des kleinsten Dorfes der Hessenliga?
Als Hugo Kochanski vor zehn Jahren sein Engagement als Spielertrainer bei der FSG Kiebitzgrund/Rothkirchen beendete und zum SV Steinbach zurückkehrte, war dieser gerade in die damalige Bezirksliga abgestiegen. Sein Heimatverein war von der Hessenliga so weit entfernt wie Lothar Matthäus von einem Trainerjob in der Bundesliga. „Ich wollte eine Aufgabe übernehmen, bei der ich Einfluss auf Entscheidungen nehmen konnte“, sagt Kochanski, der seitdem im Führungsteam des SVS tätig ist. „Wir haben gesagt, dass wir auf den Nachwuchs setzen wollen. Damals waren wir in der Jugend noch eigenständig.“
Ende Juli beginnt für den SVS das neue Kapitel und das Abenteuer Hessenliga. „Vor zwei, drei Jahren hätte das niemand für möglich gehalten“, so Kochanski, der sich noch genau an den Moment, in dem Steinbach an einem Freitagabend auf dem Sofa Meister wurde, erinnert. „Ich dachte nur: Wahnsinn, überragend. Mit Worten ist das kaum zu beschreiben.“ In der Hessenliga seien die Vorzeichen natürlich andere. „Wir sind der Underdog und werden bestimmt auch mal fünf oder sechs Spiele am Stück verlieren“, so der Polizeibeamte. Als ganz chancenlos sehe er die Schützlinge von „Kalle“ Müller allerdings nicht.
„Der Klassenerhalt wäre das zweite Wunder“, weiß Kochanski, der zusammen mit Berthold Helmke und Jürgen Wiegand das Führungsteam bildet. Ihr Verein ist in Hessens höchster Liga angekommen. Und Lothar Matthäus wartet noch immer auf einen Trainerjob in der Bundesliga. (Tobias Herrling) +++