Der Publikumsliebling geht
Nach fünf Jahren Höhen und Tiefen: Imal SCHERSADEH verlässt Borussia Fulda
Der Abschied fiel ihm schwer: Imal Schersadeh verlässt seinen Herzensklub Borussia Fulda
Fotos (3): Tobias Herrling
03.06.2016 / FUSSBALL -
Am gestrigen Donnerstag vermeldete Borussia Fulda mit Daniel Kornagel Neuzugang Nummer sechs für die kommende Spielzeit. Der Hessenligist rüstet auf. Eine Saison wie die abgelaufene wollen die Verantwortlichen nicht mehr erleben. Schließlich verfolgt der Verein ambitionierte Ziele. Das heißt aber auch, dass arrivierte Kräfte den Klub verlassen (müssen). Einer von ihnen ist Publikumsliebling Imal Schersadeh.
Nach fünf Jahren, jeder Menge Tore und zwei Aufstiegen ist für Imal Schersadeh Schluss in der Johannisau. In der vergangenen Spielzeit blieb dem 31-Jährigen überwiegend die Rolle auf der Ersatzbank, war im Sturm häufig nur noch zweite oder dritte Wahl. Dann im Winter plötzlich eine Art Renaissance – auf ungewohnter Position im defensiven Mittelfeld. Schersadeh erspielte sich unter Thomas Brendel einen Stammplatz auf der „Sechs“. Aber das Glück ist nur von kurzer Dauer. Nach sechs Spielen verletzt sich der afghanische Nationalspieler. Schambeinentzündung. Saisonaus. Für die Borussia, seinen Herzensklub, läuft Imal Schersadeh nicht mehr auf.
„Meinen Abschied hätte ich mir anders gewünscht“, sagt der gelernte Offensivspieler. Denn beim letzten Heimspiel gegen Dreieich stand Schersadehs Wechsel nach Flieden noch nicht fest. „Ich hätte mich gerne von den Fans verabschiedet.“ Von seinen Fans. Denn Imal Schersadeh schnürte nach seinem Wechsel aus Neuhof fünf Jahre lang die Schuhe für den Klub aus der Johannisau. Erlebte die tristen Phasen mit dem Fast-Abstieg in die Kreisoberliga und dem Durchmarsch unter Oliver Bunzenthal in die Hessenliga. Nun ist Schluss. „Es ist mir sehr, sehr schwer gefallen. Ich wäre gerne geblieben, hatte ja auch noch einen Vertrag“, erzählt der 31-Jährige, „aber die Verantwortlichen waren immer ehrlich zu mir.“ Trainer Thomas Brendel habe ihm erklärt, dass er es wohl schwer haben würde, auf Einsätze zu kommen.
Es wäre zwar eine Option gewesen, weiterhin für die zweite Mannschaft zu spielen, aber das hatte nicht so seinen Reiz. „Ich wollte höher als Gruppenliga spielen“, sagt Schersadeh, der einige Anfragen hatte, sich aber für den aus der Hessenliga abgestiegenen SV Flieden entschied. „Ich hatte gute Gespräche mit Meik Voll und Frank Happ und das Gefühl, dass sie mich wirklich wollten“, begründet Schersadeh seine Entscheidung. Dass der 31-Jährige schon bei Borussia und Neuhof mit Meik Voll zusammen gearbeitet hat, habe zudem den Entschluss einfacher gemacht. „Das sind prima Jungs in Flieden. Es ist ein Traditionsverein und mit der beste in Osthessen“, sagt Schersadeh über seinen neuen Klub, mit dem er die reizvolle Aufgabe sieht, in die Hessenliga zurück zu kehren.
Von seiner Zeit bei Borussia bleibt ihm neben den beiden Aufstiegen vor allem eines in Erinnerung: der Klassenerhalt als Spielertrainer mit der zweiten Mannschaft 2014. „Wir waren abgeschlagen und haben es noch geschafft“, sagt der ehemalige Nachwuchsspieler des 1.FC Nürnberg. Warum er es in der Johannisau zum Publikumsliebling schaffte? „Ich war immer offen und bin auf die Leute zugegangen. Es wurde immer von den arroganten Borussen gesprochen. So wollte ich nie sein“, sagt Schersadeh und ergänzt: „Ich habe mit dem Verein alles erlebt und ihm viel zu verdanken.“ Das Kapitel Borussia Fulda ist geschlossen, in Flieden öffnet sich für Imal Schersadeh nun ein neues. (Tobias Herrling) +++