Borussia Fulda - Hessen Dreieich 1:0 (0:0)
Borussen feiern versöhnlichen Saisonabschluss - MÜLLER mit Comeback
21.05.2016 / FUSSBALL -
Der SC Borussia Fulda verabschiedet sich mit einem Erfolgserlebnis aus einer durchwachsenen aber am Ende doch versöhnlichen Hessenliga-Saison 2015/16. Gegen den SC Hessen Dreieich hieß am Freitagabend vor gut 500 Zuschauern in der Fuldaer Johannisau 1:0 (0:0) für die Borussen - Cino Schwab markierte in der Schussviertelstunde den einzigen Treffer eines zerfahrenen Spiels, in dem beide Teams diszipliniert in der Defensive standen.
"Jetzt haben wir unseren runden Saisonabschluss und können endlich den Klassenerhalt feiern - in den letzten Wochen hatten wir ja keinen Grund dazu", sagte Borussen-Trainer Thomas Brendel nach dem Schlusspfiff zu O|N-Sport, "jetzt freue ich mich einfach." Das Tor des Tages zum 1:0-Siegtreffer machte Cino Schwab nach herausragender Vorarbeit von Leon Pomnitz - der Ex-Kölner umkurvte das komplette Mittelfeld der Gäste und steckte auf Schwab durch. Schwab ging alleine auf Dreieich-Keeper Javan zu und schoss ihm durch die Hosenträger in die Maschen (79.).
Fulda probierte sich erstmals mit einer Dreierkette in der Defensive aus. So war das Mittelfeld mit fünf Spielern dicht besetzt: "Deshalb haben wir auch wahnsinnig viele Bälle gewonnen und das Spiel des Gegners zerstört", sah Brendel seine Taktik aufgehen. Für die 500 Zuschauer bot sich lange Zeit ein Spiel mit viel Hick-Hack im Mittelfeld. Wenig Angriffe wurden ausgespielt, immer wieder war ein Fuß oder ein cleveres Foul der Torraumsszene im Weg. Die erste dicke Möglichkeit hatten die Gäste aus dem Nichts: Zubayr Amiri war plötzlich allein vor Tobias Wolf, überlupfte den Keeper und zwang Felix Beck zu einem Rettungshechtsprung, um den Ball noch von der Linie zu kratzen. Beim SCB machte die "Maschine" Marcel Trägler jede Menge Betrieb, wurde aber ein dutzend Mal vom Linienrichter zurückgewunken. Einmal, kurz vor der Pause, war es kein Abseits. Trägler drückte den Ball im Eins-gegen-Eins am Keeper vorbei, aber das Leder trudelte an den Pfosten. 0:0 zur Pause.
Auch nach dem Pausentee das gleiche Spiel: Gute Defensivreihen, recht viele Fehler in der Offensive und viele Zweikämpfe im Mittelfeld. Sebastian Schmeer hatte nach feinem Zuspiel von Vedran Jerkovic viel Platz, verzog aber aus 16 Metern (53.). Dreieichs Loris Weiss zog wenig später aus 25 Metern ab - knapp links vorbei (61.). Nur zwei Minuten später war Tino Lagator nach einem Konter frei durch, fuddelte sich gegen Felix Beck durch, fand aber in Tobias Wolf seinen Meister.
Dann war das Spiel aber erst einmal nebensächlich, denn Marius Müller gab nach sieben Monaten Verletzungspause sein Comeback. "Es war einfach nur geil, endlich wieder auf dem Feld zu stehen. Ich habe so viel gearbeitet in Reha und Aufbautraining, Rückschlage erlitten - ich bin einfach nur happy", sagte Müller nach dem Spiel. Er brachte frischen Wind in Fuldas Offensivspiel und hatte selbst zwei gute Schussmöglichkeiten. Und nur fünf Minuten nach seiner Einwechslung klingelte es dann: Wie erwähnt Pomnitz auf Schwab und der hinein ins Glück. Auch der zweite Heber der Gäste, nämlich von Christian Pospischil ans Lattenkreuz (88.), konnte den Borussen die Stimmung nicht vermiesen. Die Saison wurde mit einem Sieg, einem Comeback, dem Klassenerhalt und Leuchtfackeln in der Kurve beendet. (Julius Böhm)
DIE STATISTIK ZUM SPIEL:
Borussia Fulda: Tobias Wolf (89., Roland Borrmann) - Felix Beck, Vedran Jerkovic, Benjamin Fuß - Leon Pomnitz, Jonathan Müller (74., Marius Müller), Cino Schwab, Matija Poredski, Dennis Müller - Marcel Trägler (60., Daniel Schirmer), Sebastian Schmeer.
Hessen Dreieich: Javan - Kohl, Weiss, Opper, Amiri (73., Pospischil), Fiorentino, Lagator, Klein (73., Wosiek), Talijan (79., Schumacher), Brüdigam, Schneider.
Schiedsrichter: Timo Ide (Frielendorf).
Tor: 1:0 Cino Schwab (79.).
Zuschauer: 500. +++