Erhöhte Überlebenschancen?
20 Voraushelfer der Feuerwehr sind nun in der Kurstadt aktiv
Fotos: Feuerwehr Bad Soden-Salmünster
21.05.2016 / BAD SODEN-SALMÜNSTER -
„Eigentlich müsste jeder ausgebildeter Voraushelfer sein. Dann würden die Überlebenschancen bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand enorm steigen. Die ersten drei Minuten sind wichtig“, betonte Dr. Wolfgang Lenz, der ärztliche Leiter des Rettungsdienstes des Main-Kinzig-Kreises, bei der offiziellen Vorstellung der neuen Voraushelfer-Gruppe der Feuerwehr Bad Soden-Salmünster am Donnerstag. 20 neue Voraushelfer sind nun in der Kurstadt Bad Soden-Salmünster aktiv. Offiziell wurde jetzt die Ausrüstung übergeben und der Dienst gestartet.
Die Voraushelfer werden zeitgleich mit dem Rettungsdienst und Notarzt bei lebensbedrohlichen Gesundheitszuständen, insbesondere zu Reanimationen, mitalarmiert. Sie überbrücken dann entweder das therapiefreie Intervall und erhöhen so die Wiederbelebungschancen entscheidend oder unterstützen den Rettungsdienst im weiteren Verlauf der rettungsdienstlichen Maßnahmen. Bad Soden-Salmünster sei mit aktuell zwei Rettungswagen (RTW) und einem Notarzteinsatzfahrzeug (NEF) zwar gut aufgestellt, aber auch hier komme es häufiger vor, dass alle Fahrzeuge bereits im Einsatz gebunden sind und das nächste Rettungsmittel von außerhalb länger nach Bad Soden-Salmünster braucht. Hier seien Voraushelfer extrem wichtig, um lebensrettende Maßnahmen frühzeitig zu beginnen.
Voraushelfer der Feuerwehr – das passt zusammen
Der Leiter des Voraushelfer-Teams der Feuerwehr, Andreas Essel, erläuterte anschaulich den bisherigen Ablauf der Vorbereitungen seit März 2015 bis zum Beginn des Dienstbetriebs Anfang März 2016. Anhalt von Schaubildern erklärte er auch detailliert, was innerhalb der Hilfsfrist geschieht und wo die Voraushilfe einsetzt. Er betonte, dass die Voraushelfer aller Trägerorganisationen in Bad Soden-Salmünster zusammenarbeiten möchten und dankte den beteiligten Bodo Hoffmann (DLRG) und Werner Schultheis (DRK Birstein) bereits für die Kooperation und Bereitschaft.
Alarmierung und Anfahrt der Voraushelfer
Die Alarmierung erfolgt per Alarm-SMS auf das private Mobiltelefon sowie künftig auch über eine Alarmschleife auf den vorhandenen Funkmeldeempfängern, so Andreas Essel. Die Voraushelfer sollten bestenfalls für das gesamte Stadtgebiet alarmiert werden, nicht bloß für den Wohnort, da es immer darauf ankomme, wer sich gerade in der Nähe befindet. Um den Zeitvorteil zu nutzen, fahren die Voraushelfer in der Regel mit ihrem Privat-Pkw direkt zum Einsatzort. Eine Anfahrt mit dem Feuerwehrfahrzeug bringt nur dann einen Zeitvorteil, wenn die Einsatzkräfte ohnehin gerade damit unterwegs sind oder sich gerade im Feuerwehrhaus befinden.
Stadt und zwei Sponsoren trugen die Kosten: Elektro Essel und LVM Roland Freund
Übergabe der Ausrüstung an die Voraushelfer
Zum Abschluss der Auftaktveranstaltung konnten Bürgermeister Lothar Büttner, Stadtbrandinspektor Oliver Lüdde und der Voraushelfer-Leiter Andreas Essel die Ausrüstung an die Voraushelfer übergeben: 20 Notfalltaschen mit einheitlicher und qualitativer Ausrüstung sowie Westen, damit die Voraushelfer zu erkennen sind und auch im Straßenverkehr gesehen werden.
Voraushelfer in Ahl, Bad Soden, Huttengrund, Mernes und Salmünster
Die Voraushelfer der Feuerwehr kommen aus den Ortsteil-Feuerwehren Ahl, Bad Soden, Huttengrund, Mernes und Salmünster. Mit dem leitenden Notarzt Dr. Tews ist auch ein kompetenter Voraushelfer in Alsberg vertreten. Ansonsten sind in Alsberg, Katholisch-Willenroth und Kerbersdorf noch keine Voraushelfer vor Ort. Eine Erweiterung ist – insbesondere in den noch nicht (gut) abgedeckten Bereichen – wünschenswert.
Die zwanzig ersten Voraushelfer der Feuerwehr Bad Soden-Salmünster sind: Alexander Amberg (FF Ahl), Johannes Amberg (FF Ahl, FF Bad Soden), Olaf Beitelmann (FF Bad Soden), Marcel Betz (FF Bad Soden), Daniel Bös (FF Huttengrund), Gabriel Desch (FF Mernes), Stephanie Dietrich (FF Ahl), Andreas Essel (FF Salmünster), Janine Gierhardt (FF Bad Soden, FF Ahl), Marcel Kloberdanz (FF Ahl), Philipp Korn (FF Salmünster), Darius Müller (FF Mernes), Robert Ohnesorge (FF Salmünster), Marc Peichl (FF Ahl, FF Salmünster), Patrick Salomon (FF Salmünster), Frank Seidl (FF Ahl, FF Salmünster), Markus Stegemann (FF Ahl), Steffen Werth (FF Huttengrund, FF Salmünster), Michael Wohlert (FF Ahl) sowie Dr. Dietrich Tews in Alsberg (Ltd. Notarzt, als Fachberater). Aus den Feuerwehren Ahl (9) und Salmünster (6) sind besonders viele Einsatzkräfte in der Voraushilfe aktiv.
Andreas Essel, Robert Ohnesorge, Johannes Amberg und Frank Seidl hatten die Gründung der Voraushelfer-Gruppe der Feuerwehr Bad Soden-Salmünster im vergangenen Jahr vorbereitet. Als Fachberater stand dankenswerter Weise der Alsberger leitende Notarzt Dr. Dietrich Tews zur Verfügung. Ein Dank gelte auch dem Stadtbrandinspektor Oliver Lüdde mit seinen Vertretern für die aktive Begleitung und Unterstützung. Mehr Informationen zur Feuerwehr unter www.feuerwehr-bss.de +++