Borussia Fulda - RW Frankfurt 0:5 (0:2)

SCB zerfällt in seine Einzelteile - "So dürfen wir uns nicht präsentieren"

Die Hürde Frankfurt war zu hoch: Matija Poredski (oben) und seine Borussen mussten sich deutlich geschlagen geben
Fotos: Carina Jirsch

08.05.2016 / FUSSBALL - Die beste Nachricht aus Sicht der Borussen: trotz der deutlichen 0:5 (0:2)-Heimklatsche am Samstag gegen ein bärenstarkes Rot-Weiß Frankfurt hat der Klub aus der Johannisau dank der Niederlagen von Alzenau und Oberrad den Klassenerhalt in der Hessenliga geschafft. Trainer Thomas Brendel war das egal: "So dürfen wir uns nicht präsentieren", kritisierte Brendel die Vorstellung seiner Schützlinge.


Der Knackpunkt der Begegnung war der Treffer zum 3:0 durch Varol Akgöz, der eine Flanke von Cem Kara per Kopfball in die lange Ecke versenkte (76.). Denn zuvor hatten die Hausherren auf den Anschluss gedrückt, sich einige gute Gelegenheiten erarbeitet, vor dem Tor fehlten aber die Kaltschnäuzigkeit und die Konsequenz. „Wenn wir es da schaffen, zu verkürzen, geht vielleicht noch mal etwas. Aber der dritte Treffer war der Genickbruch“, sagte SCB-Trainer Thomas Brendel über die Phase nach Wiederanpfiff, der besten seiner Schützlinge. Der eingewechselte Sebastian Schmeer legte auf Matija Poredski, der aus guter Position über den Kasten schoss (51.). Alleine Schmeer hätte für den Anschluss sorgen müssen, als er später aus kürzester Distanz über das Tor schoss (73.) und zuvor mit einer Kopfball-Bogenlampe nur die Latte traf (66.). Aufregung dann in Minute 84, als Sasa Dimitrijevic das vermeintliche 1:3 erzielte, aber auf Abseits entschieden wurde. Beim Pass von Leon Pomnitz dürfte aber nur Schmeer in der verbotenen Zone gestanden haben und nicht Dimitrijevic, zu dem der Ball letztlich kam. Da wurde die Fahne wohl zu früh gehoben.

Nach der Frankfurter Vorentscheidung zerfielen die Hausherren regelrecht in ihre Einzelteile und mussten weitere Treffer durch Ko Sawada (88.) und Akgöz (89.) hinnehmen. „Der Sieg war absolut verdient, aber zwei Tore zu hoch“, gab auch Gäste-Trainer Daniel Cymen zu, der eine bärenstarke Vorstellung seiner Mannschaft sah. Nachdem die Borussia noch gut in die Partie gefunden hatte und durch Poredski nach drei Minuten eine aussichtsreiche Möglichkeit hatte, war der Gast die klar bessere Mannschaft, setzte Borussia immer wieder unter Druck und provozierte Fehler im Aufbauspiel. So fiel auch der Treffer zum 1:0, nachdem Vuk Toskovic einen Zuckerpass auf Akgöz spielte und Frankfurts „Zehner“ eiskalt vor Wolf blieb (10.). „Das ist eben die Riesen-Qualität, die Frankfurt hat. Sie machen aus wenig viel und sind brutal effektiv“, sagte Brendel über die erste Hälfte. Denn der Gast erhöhte noch vor der Pause, nachdem Fuldas Fuß die Hand im Strafraum nahm und Cem Kara vom Punkt zum 2:0 traf (39.).

„Die erste Hälfte war unterirdisch von uns“, hielt Brendel fest und stellte zur Pause auf eine Dreierkette um, um im Spiel nach vorne einen Mann mehr zu haben. Das machte sich bezahlt, Borussia erspielte sich die angesprochenen Chancen. Aber der Gast blieb stets gefährlich und hatte durch Toskovic, der einmal verzog und einmal die Latte traf (56., 65.), seine besten Möglichkeiten in Abschnitt zwei. „Wir haben unsere Hausaufgabe gemacht, alles andere liegt nicht in unserer Hand“, sagte Gäste-Trainer Cymen angesprochen auf den Meisterschaftskampf mit Watzenborn/Steinberg, der wohl bis zum letzten Spieltag dauern wird.

Sein Gegenüber, Thomas Brendel, fand im Nachklang deutliche Worte an seine Mannschaft und konnte sich über den Klassenerhalt so gar nicht freuen. „Man kann gegen Frankfurt verlieren, aber es kommt auf die Art und Weise an“, sagte Brendel, „wir haben auch eine sportliche Verantwortung gegenüber anderen Mannschaften.“ Vor allem die Einstellung und Mentalität missfiel dem Eschborner. „Da hat dann auch der Willen gefehlt“, so Brendel, der von einem Klassenunterschied sprach. (Tobias Herrling)

DIE STATISTIK ZUM SPIEL:

Borussia Fulda: Tobias Wolf - Roman Schad, Nikola Milankovic, Felix Beck, Leon Pomnitz, Marcel Trägler (46. Sasa Dimitrijevic), Ingmar Merle, Mark Jaksch, Matija Poredski, Benjamin Fuß (80. Dennis Müller), Cino Schwab (46. Sebastian Schmeer).

RW Frankfurt: Ioannis Takidis - Tim Fließ, Andre Fliess, Varol Akgöz, Zissis Petkanas (77. Kadir Fil), Vuk Toskovic (81.Thomas Prasler), Ko Sawada, Luca Scholten, Anil Mus, Jeremy Lundy, Cem Kara.

Schiedsrichter: Marius Ulrich (Büdingen).

Zuschauer: 800.

Tore: 0:1 Varol Akgöz (10.), 0:2 Cem Kara (39., Handelfmeter), 0:3 Varol Akgöz (76.), 0:4 Ko Sawada (88.), 0:5 Varol Akgöz (89.). +++

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