Kein Prozess nach Autorennen

AMG-Fahrer bekommt acht Monate auf Bewährung - "Fahrlässige Tötung"

Obwohl die Fahrgastzelle des Sportwagens intakt war, starb der Fahrer
Archivfotos: Julius Böhm

15.04.2016 / FULDA - Es war vermutlich ein illegales Autorennen, das einen 32-Jährigen aus Lauterbach (Vogelsbergkreis) das Leben kostete. Er raste mit seinem Audi R8 auf der Petersberger Straße in Fulda gegen eine Haustreppe, wurde aus dem Auto geschleudert und verstarb wenig später. Der Prozess gegen den 31-Jährigen Fahrer des zweiten beteiligten Wagens sollte Anfang Mai beginnen - nun hat die Verteidigung den Einspruch gegen den Strafantrag zurückgezogen. Vor Gericht wird es demnach keine Verhandlung geben.



Wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung hatte die Staatsanwaltschaft Fulda einen Strafbefehl gegen den 31-Jährigen erlassen. "Ein Strafbefehl ist eine Art schriftliches Urteil, bei dem kein Prozess nötig ist", erklärt Richter Christoph Mangelsdorf, Pressesprecher des Fuldaer Amtsgerichts, das Vorgehen, "der Strafbefehl hat die Wirkung eines Urteils, wenn dagegen kein Einspruch erhoben wird. Das Strafmaß und die Angemessenheit wird natürlich richterlich geprüft."

Acht Monate Haftstrafe auf Bewährung und der Entzug der Fahrerlaubnis für ein Jahr hatte das Gericht vorgeschlagen. Mitte Februar ging der Einspruch der Verteidigung des 31-Jährigen ein. "Damit wurde ein Verhandlungstermin angesetzt, doch am 7. April kam ein Fax, in dem der Einspruch zurückgezogen wurde - das Urteil des Strafbefehls ist somit rechtskräftig", erklärt Mangelsdorf. Der vorläufige Einspruch sei häufig ein Schritt, um Zeit bei der Aufarbeitung der Rechtslage zu gewinnen.

Tödliches Autorennen

Noch heute sieht man die Spuren des tödlichen Autorennens auf der Petersberger Straße. Erst seit einer Woche wird die völlig zerstörte Treppe repariert. Am 17. Juni 2015 sah die komplette Straße aus wie ein Schlachtfeld - überall lagen Fahrzeugteile und Steinbrocken der Treppe. Stadtauswärts soll sich der R8-Fahrer mit einem weißen Mercedes A45 AMG ein spontanes, aber illegales Duell geliefert haben. Nach einer Berührung bei hoher Geschwindigkeit hat der 32-jährige Verstorbene wohl die Kontrolle über das Fahrzeug verloren und ist in Treppe gekracht - beide Insassen wurden aus dem Fahrzeug geschleudert. Er starb, die 19-jährige Beifahrerin wurde schwer verletzt. Die Polizei ging damals davon aus, dass beide Insassen glimpflich davongekommen wären, wären sie angeschnallt gewesen. Der weiße Mercedes fuhr zunächst weiter - später meldete sich der Fahrer jedoch bei der Polizei. (Julius Böhm) +++

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