SV Großenlüder - SG Schlüchtern 2:2 (1:1)
Abstiegsk(r)ampf pur: vier Tore nach Standards
Da schlägt's ein: Schlüchterns Torwart Fabian Zarnack fliegt vergebens, der Ball war hinter der Linie
Fotos: Tobias Herrling
09.04.2016 / FUSSBALL -
Wenn der 10. auf den 13. trifft und beide Mannschaften noch im Abstiegskampf stecken, ist selten ein spielerischer Leckerbissen zu erwarten. In diese Kategorie fiel das Heimspiel vom SV Großenlüder am Freitagabend gegen die SG Schlüchtern/Elm. Am Ende stand ein 2:2 (1:1)-Unentschieden, mit dem irgendwie beide leben konnten.
„Wir haben heute zwei Punkte verschenkt“, haderte nach dem Spiel Großenlüders Trainer Thomas Reith, der sich dennoch irgendwie mit dem einen Punkt anfreunden konnte: „Hauptsache wir haben nicht verloren.“ Denn die Teutonen halten mit der Punkteteilung den Vorsprung auf die SG Schlüchtern/Elm, die den fünftletzten Platz und im ungünstigsten Falle letzten Abstiegsrang belegt. „Man muss immer von fünf Absteigern ausgehen. Ich wurde schief angeschaut, als ich gesagt habe, dass man mit 30 Zählern im Abstiegskampf steckt – jetzt haben wir den Salat“, so Reith weiter, nachdem seine Schützlinge eine starke Hinrunde gespielt hatten, mittlerweile aber in die unteren Regionen durchgereicht wurden.
Dass seine Teutonen nicht die vollen Punkte sammelten lag vor allem daran, dass sie es verpassten, nach Fabian Lehmanns Strafstoß-Tor zum 2:1 (61.) das dritte Tor nachzulegen. Chancen dafür waren durchaus vorhanden, auch wenn sich das Spiel auf äußerst überschaubarem Niveau bewegte. Nils Reinhardt legte wenig später auf Lehmann, dessen Versuch aus spitzem Winkel letztlich harmlos war (71.). Und im ersten Durchgang waren es vor allem Lehmann und Hendrik Bachmann, die für die gefährlichsten Szenen sorgten, bei ihren Versuchen die Genauigkeit vermissen ließen (3., 7., 16.). „Wir wussten, dass Großenlüder vor allem über die beiden gefährlich sind und wollten ihnen keine Räume geben. Genau das haben wir aber gemacht“, monierte Schlüchterns Marco Link, der mit der Leistung so gar nicht einverstanden war. „Wir haben heute einen glücklichen Punkt geholt. Damit müssen und können wir leben.“
Dabei hatten die Gäste den besseren Start und gingen durch Erkan Yamuk fast in Führung, als er eine Kopfballverlängerung von Dennis Nix über den Kasten setzte (1.). Yamuk prüfte später SV-Torwart Björn Baranowski aus der Distanz (13.), viel mehr kam vom Aufsteiger aber nicht. Die Teutonen gingen nach einer halben Stunde kurios in Führung: Sascha Hasenauer jagte einen Freistoß an die Latte, von dort prallte der Ball zurück ins Feld und Bachmann köpfte den zweiten Ball ins Netz. Schiedsrichter Felix Ebert hatte zunächst auf Abseits entschieden und korrigierte auf Hinweis seines Assistenten seine Entscheidung, denn bereits der Freistoß Hasenauers hatte die Linie überquert (33.). Die Hausherren hätten darauf das 2:0 nachlegen können, als Nix beinahe ein Eigentor produzierte (35.) und Reinhardts „Schlanke“ – halb Schuss, halb Flanke – fast den Weg ins Tor fand (40.). Stattdessen glich Schlüchtern überraschend aus, als Nix nach einem zu kurz abgewehrten Eckball goldrichtig stand und das Leder in die Maschen drosch (43.).
Der zweite Abschnitt verflachte zusehends, Spielfluss fand so gut wie keiner mehr statt und es dominierte die Variante „Hoch und Weit bringt Sicherheit“. Schlüchterns beste Möglichkeit durch Marcel Zintel klärte Alexei Breshner vor der Linie, dann foulte Pierre Happel unnötig Zintel im Strafraum und Schlüchterns Nummer elf verwandelte sicher zum glücklichen Ausgleich (81.). Ein schmeichelhafter Punktgewinn für die Gäste in einer Begegnung, mit deren Resultat irgendwie beide leben konnten. (Tobias Herrling)
DIE STATISTIK ZUM SPIEL:
SV Großenlüder: Björn Baranowski – Julian Marx, Jose Antonio Martinez (26. Mirco Hasenauer, Alexei Breshner, Sascha Hasenauer, Dominik Hohmann, Christopher Ripka, Hendrik Bachmann, Nils Reinhardt, Pierre Happel (81. Johannes Michel), Fabian Lehmann.
SG Schlüchtern/Elm: Fabian Zarnack – Dennis Nix, Bilal Qamar, Maximilian Theodor, Bastian Schulz, Erkan Yamuk, Bernd Lenz, Sven Köhler, Marco Link (72. Maximilian Lotz), Marcel Zintel, Jochen Eurich.
Schiedsrichter: Felix Ebert (Alsfeld).
Zuschauer: 100.
Tore: 1:0 Sascha Hasenauer (34.), 1:1 Dennis Nix (44.), 2:1 Fabian Lehmann (61., Foulelfmeter), 2:2 Marcel Zintel (81. Foulelfmeter). +++