Rio im Blick, Quali im Kopf
Jan-Philip GLANIA über seinen Fahrplan und besondere Risiken
Es wird ernst für Jan-Philip Glania: Anfang Mai steht die Olympia-Qualifikation auf dem Programm
Fotos (2): Hendrik Urbin
08.04.2016 / SCHWIMMEN -
Es wird ernst für Jan-Philip Glania: In gut vier Wochen (5. bis 8. Mai) steht für den Petersberger Schwimm-Star in Berlin die Qualifikation für die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro auf dem Programm. Über 100 und 200 Meter Rücken geht Glania an den Start und möchte sich nach London 2012 ein zweites Mal für das größte Sportereignis der Welt qualifizieren.
"Olympia steht über allem. Kein Ereignis für uns Schwimmer bekommt so viel mediale Aufmerksamkeit wie die Olympischen Spiele", sagte Glania im Gespräch mit ON|Sport, als er beim Spatenstich eines Neubaus einem seiner Sponsoren in der Heimat einen Kurzbesuch abstattete. Eingehüllt in dicker Jacke und Schal war Glania bei Regenwetter nach Fulda gekommen – und das ist nicht ungefährlich. „Das Wichtigste ist jetzt, gesund zu bleiben“, sagte der 27-Jährige und verweist auf das „Open-Window-Phänomen“, das die Anfälligkeit des Immunsystems für Erkrankungen nach sportlicher Belastung umschreibt. Vor allem nach den intensiven Einheiten, die Jan-Philip Glania in den letzten Wochen und Monaten absolvierte.
Kurzbahn-Europameisterschaft in Israel, Trainingslager in Griechenland und der Türkei, Wettkämpfe in Frankreich und Luxemburg – das Programm für den Petersberger war intensiv und kräftezehrend. Doch Glania, der extra Urlaubssemester eingelegt hat und sich derzeit nur auf seinen Sport konzentriert, ist in bestechender Verfassung. Seine persönlichen Bestzeiten purzelten wie lästige Pfunde. „So gut wie jetzt war ich noch nie“, sagte dann auch Glania selbst über seine derzeitige Form und schob die Begründung hinterher: „Weil ich noch nie so fokussiert und professionell trainiert habe.“
Zudem würden sich die zusätzlichen Schichten im Kraftraum mit einem persönlichen Trainer bemerkbar machen. „Er achtet wirklich auf jede noch so kleine Bewegung“, so Glania, der mit seinem Verein, der SG Frankfurt, nebenbei auch noch den Klassenerhalt in der Bundesliga schaffte. Doch jetzt zählt nur noch eines: der Traum von Olympia. Um am Zuckerhut dabei zu sein, muss der Petersberger in seinen Disziplinen wohl Erster oder Zweiter werden. Die Norm liege derzeit bei 53,9 Sekunden (100 Meter) und 1:58,0 (200 Meter). Als ärgste Konkurrenten um einen Platz im Flieger nach Brasilien sieht Glania Christian Diener und Yannick Liebherz vom OSC Potsdam.
Demnächst steht für Jan-Philip Glania die sogenannte „Taper-Phase“ an, in der die Belastungen zurückgefahren werden, um für den Wettkampf auf den Punkt in bester Verfassung zu sein. Kann er diese aus den letzten Monaten bestätigen, sind die Chancen für eine zweite Teilnahme an den Olympischen Spielen nicht die schlechtesten. (Tobias Herrling) +++