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SV Steinbach - SG Bad Soden 4:1 (2:0)

KVACA packt den Hammer aus - SVS marschiert weiter Richtung Hessenliga

Traf mit einem Traumtor zum Endstand: Steinbachs Petr Kvaca (am Ball)
Fotos: Hans-Hubertus Braune

07.04.2016 / FUSSBALL - Mit Siebenmeilenstiefelen marschiert der SV Steinbach Richtung Hessenliga. Am Mittwochabend war der Spitzenreiter der Verbandsliga auch von Verfolger SG Bad Soden nicht aufzuhalten und gewann das Topspiel völlig verdient mit 4:1 (2:0). Die Hausherren standen hinten sicher und waren offensiv gewohnt gefährlich, das Tor des Tages fiel aber nach einem Standard, als Petr Kvaca den Ball unter die Latte in den Knick knallte.


Es läuft die dritte Minute der Nachspielzeit, als Bad Sodens Kevin Paulowitsch als letzter Mann den Ball an Florian Münkel verliert, ihn kurz vor dem Strafraum von den Beinen holt und mit rot vom Feld geschickt wird. Steinbachs Nummer 14, Petr Kvaca, tritt zum Freistoß an und trifft – und wie. Das runde Leder jagt über die Mauer, prallt an die Unterkante der Latte und von da aus ins Tor. Ein Wahnsinns-Kracher zum Endstand zum 4:1, frei nach dem Motto: das Beste kommt zum Schluss, denn die Partie wurde gar nicht mehr angepfiffen. „Er wollte retten, was zu retten ist. Das war unnötig, aber die Entstehung war entscheidend. Der Ballverlust darf nicht passieren“, nahm Bad Sodens Trainer Sead Mehic Unglückrabe Paulowitsch in Schutz, der sich – bei dem Spielstand – zur Notbremse hinreißen ließ und nun erst einmal zuschauen muss.

Zuvor hatte eben jener Kevin Paulowitsch für so etwas wie einen Funken Hoffnung auf Seiten der Sprudelkicker gesorgt, als er in Minute 65 einen Schuss aus der Distanz in die Maschen setzte und zum 1:3-Anschluss traf, nachdem kurz zuvor Florian Münkel auf 3:0 erhöht hatte und die Entscheidung besorgte. Kvaca hatte zunächst seine liebe Mühe mit einer hohen Hereingabe, traf im zweiten Versuch den Pfosten, von dem der Ball zu Münkel sprang, der nur noch einschieben musste (61.). „Wir haben heute ein überragendes Spiel gezeigt. Viele Spielzüge, aggressives Pressing und das auf dem tiefen Platz. Das war so nicht zu erwarten“, zeigte sich Steinbachs Trainer Karl-Josef „Kalle“ Müller angetan von der Leistung seiner Schützlinge, die von Beginn an tonangebend und spielbestimmend waren.

Ein geblockter Schuss von Münkel (2.) und eine Direktabnahme von Petr Paliatka (6.) waren die ersten Kostproben auf das Gehäuse von Arturo Gonzalez-Garcia. Die Gäste hatten kurz zuvor durch Zuchowski für lange Zeit ihre einzige Gelegenheit in Durchgang eins. Die Führung für die Hausherren fiel aber kurios: einen Eckball von Julian Rohde wollte Gonzalez-Garcia fangen, patzte dabei und plötzlich lag der Ball im Netz (13.). Steinbach in der Folge überlegen, ließ so gut wie nichts zu, kam aber selbst auch nicht zu vielen zwingenden Möglichkeiten. Erst kurz vor dem Seitenwechsel entstanden wieder Chancen: erst traf Sven Hassler nach Bad Sodens bester Kombination nur den Pfosten (41.), dann verzog Münkel im Gegenzug (42.). Gäste-Stürmer Niklas Dietz zielte kurz darauf aus der Distanz nur knapp daneben (45.). „Wenn wir da den Ausgleich machen, geht es vielleicht anders aus“, sagte Mehic, der stattdessen mit ansehen musste, wie Steinbach die Vorentscheidung erzielte. Rohde brachte einen Freistoß nach innen, Bad Soden kann nicht klären und am langen Pfosten sagte Kvaca „Danke“ (46.).

Im zweiten Abschnitt sorgte vor allem Paliatka für die Höhepunkte. Zweimal prüfte er Gonzalez-Garcia aus der Distanz – einmal per schönen Volley – und zweimal parierte Bad Sodens Schlussmann glänzend (53., 79.). Münkel hätte kurz nach seinem Treffer zum 3:0 gleich das vierte nachlegen müssen, versuchte es aber zu umständlich und ließ die gute Chance liegen (64.). „Entscheidend war heute das Gesamtkonstrukt aus defensiver Sicherheit und offensivem Pressing“, sagte Müller über den Sieg und will weiter nur von Spiel zu Spiel schauen. „Es sind immer noch 27 Punkte zu vergeben. Wir wollen jetzt regenerieren und den Blick auf Sonntag gegen Kassel richten.“ Sein Gegenüber, Sead Mehic, sieht seine Mannen trotz der Niederlage weiter auf einem guten Weg. „Wir wollen den zweiten Platz halten und sind nach unserem schwachen Start in die Rückrunde wieder in der Spur. Gegen so einen starken Gegner ist das kein Beinbruch.“ (Tobias Herrling)


DIE STATISTIK ZUM SPIEL:

SV Steinbach: Marco Motzkus - Sebastian Bott (74. Fabian Wiegand), Steffen Trabert, Alex Terentew, Heiko Petrasch – Michael Wiegand, Petr Paliatka – Andree van Leeuwen (63. Sascha Schleinig), Julian Rohde (86. Marcel Müller) – Petr Kvaca, Florian Münkel.

SG Bad Soden: Arturo Gonzalez-Garcia - Taner Harmancioglu (46. Hamid Noori), Christian Kreß, Anil Albayrak, Dimitrij Scheller – Kevin Paulowitsch, Samet Degermenci, Sven Hassler, Andrzeij Zuchowski (74.Daniel Keim) – Tim Mulfinger (53. Halil Kutlu), Niklas Dietz.

Schiedsrichter: Pascal Loschke (Kassel).

Tore: 1:0 Arturo Gonzalez-Garcia (13., Eigentor), 2:0 Petr Kvaca (45.), 3:0 Florian Münkel (61.), 3:1 Kevin Paulowitsch (65.), 4:1 Petr Kvaca (90.+3).

Zuschauer: 400.

Rote Karte: Kevin Paulowitsch (Bad Soden, 90.+2, Notbremse). +++


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