"Präsident gibt mir Chance"
SG Johannesberg und der junge Enes HOXHA (21): Das passt einfach
Archivfoto: Julius Böhm
31.03.2016 / FUSSBALL -
Enes Hoxha ist schon viel rum gekommen in seiner noch jungen Fußballer-Laufbahn. Nach einem sportlich wenig erfolgreichen Halbjahr beim heimischen Hessenligisten Borussia Fulda ist der junge Albaner (und Italiener) nun froh, beim Gruppenligisten SG Johannesberg zu sein. "Hier gefällt es mir super, der Trainer glaubt an mich und die Mitspieler helfen mir, dass ich mein Bestes geben kann", sagt Enes Hoxha im Gespräch mit O|N-Sport. Und das ist eine ganze Menge. In den ersten vier Spielen für seinen neuen Klub hat Hoxha bereits fünf Tore erzielt - bisheriger Höhepunkt sicher sein Sechs-Minuten-Hattrick gegen Rot-Weiß Burghaun. Doch nicht nur auf dem Platz funktioniert es prächtig. Sowohl Trainer Zeljko Karamatic als auch der Erste Vorsitzende Lothar Plappert sind begeistert, wenn sie auf Enes Hoxha angesprochen werden.
"Er ist sehr angenehm und stellt sich voll in den Dienst der Mannschaft, hat keinerlei Starallüren oder sonst was. Er macht jeden Spaß mit und bringt sich auch menschlich voll ein", sagt Lothar Plappert, der die Kontakte über einen guten Freund hergestellt hat. Hoxha ist ein Glücksgriff für die Johannesberger, die personell zu knabbern haben. Die Mannschaft habe ihn toll aufgenommen, beschreibt Karamatic, der froh ist, den offensiven Mittelfeldspieler in seinem Kader zu haben.
Doch wer ist dieser torgefährliche junge Kerl? Vor wenigen Tagen ist Enes Hoxha 21 Jahre alt geworden, die meiste Zeit lebte und spielte er in Italien. In der albanischen Hafenstadt Durrës geboren, verschlug es den jungen Enes mit seiner Familie bereits im Alter von zwei Jahren nach Italien. Bei Udinese Calcio durchlief er die Jugend, spielte ebenso in der U 19 des Vereins in der italienischen Primavera B. Sein Heimatland Albanien berief ihn in die Juniorennationalmannschaft. Jeweils drei Mal lief er im Nationaldress der U 17 und U 19 auf. "Es war eine super Erfahrung, weil ich gegen sehr gute Nationalmanschaften gespielt habe", erzählt der heute 21-Jährige.
Auf die Frage nach seinem persönlichen sportlichen Höhepunkt, nennt Hoxha eine Partie gegen Syndney. In den Reihen der Australier stand der italienische Superstar Alessandro Del Piero. Nach einer kurzen Zeit in der dritten italienischen Liga bei Lupa Roma wagte Hoxha den Schritt nach Deutschland. Seit einem halben Jahr lebt seine Familie in Frankfurt am Main. Eine ungünstige Nachricht für die osthessische Damenwelt: Enes Hoxha ist vergeben und wohnt zusammen mit seiner Freundin. Auf ein Getränk kann man ihn allerdings in der Gaststätte Goldene Krone in der Fuldaer Altstadt antreffen, dort arbeitet er als Servicekraft. In seiner Freizeit geht er gerne spazieren und hört Musik.
Bei der SG Johannesberg fühlt sich Hoxha nun pudelwohl. Hier bekommt er seine Einsatzzeiten, die er bei Borussia nicht hatte. Es läuft für den jungen Albaner in einem für ihn noch neuen Land. Die Integration funktioniert im Mannschaftssport bestens, der Fußball verbindet und davon profitieren sie alle. Am kommenden Wochenende (Sonntag, 3. April 2016 um 15 Uhr) steigt das Nachbarschaftsduell, wenn die SG Bronnzell ins Johannesberger Sportzentrum kommt. "Wir denken von Spiel zu Spiel, weil jedes Spiel schwer ist. Am Ende der Saison werden wir in der Rangliste sehen, wo wir stehen", bleibt Hoxha trotz des guten Starts nach der Winterpause auf dem Teppich. Aber wer weiß, was in dieser Saison noch möglich ist, mit 38 Punkten und Rang fünf ist die SG Johannesberg nur vier Punkte vom zweiten Tabellenplatz entfernt.