Das heimliche Spitzenspiel
Die "Hessen" empfangen Haunetal - "Ein 0:0 ist ausgeschlossen"
Archivfotos: Julius Böhm
25.03.2016 / FUSSBALL -
Belohnt sich die SG Hessen/Spvgg. Hersfeld für ihre Moral und holt die ersten Zähler? Oder kann die SG Haunetal noch einmal ein Lebenszeichen senden und ein Wörtchen im Abstiegskampf mitreden? Das sind die Fragen vor dem Kracher im Tabellenkeller am Ostersamstag (15 Uhr) in Bad Hersfeld. Denn der Letzte empfängt den Vorletzten - es ist das heimliche Spitzenspiel.
19 Spiele, 19 Pleiten, 20:116-Tore - die Bilanz der "Hessen" ist ernüchternd. Dennoch muss man den Hut davor ziehen, dass die Mannschaft von Andreas Schmier weiterhin Woche für Woche zu den Spielen antritt. Mit der Gewissheit, ordentlich einen eingeschenkt zu bekommen. Aber gegen Haunetal, dessen sportliche Situation mit zehn Zählern nur geringfügig besser ist, sollte im 20. Anlauf doch mehr drin sein, als sich wieder einmal den Respekt des Gegners abzuholen? "Es wird das letzte Gruppenliga-Spiel für längere Zeit in der Geschichte von Hessen Hersfeld sein, in der die reelle Chance besteht, zu punkten", formuliert es Trainer Andreas Schmier, der trotz oder gerade wegen der aussichtslosen Lage seinen Humor nicht verloren hat. Denn auch für die kommende Spielzeit in der KOL sieht Schmier seine Schützlinge, oder zumindest die, die den Weg nach unten mitgehen, im Abstiegskampf.
Aber was kann der Zuschauer von diesem Derby erwarten? Klar, spielerisch wohl eher weniger. Aber dafür kernige Zweikämpfe, jede Menge Emotionen und vielleicht auch eine gehörige Portion Zufall. Haunetal hat den schlechtesten Angriff, Hessen die schlechteste Abwehr der Liga. Läuft es auf ein klassisches 0:0 hinaus? "Nein, das kann ich absolut ausschließen", hält Schmier dagegen. "Mit Alin Cotan vorne drin sind wir immer für ein Tor gut." Da kommt es gelegen, dass Hersfelds Trainer für seine Verhältnisse personell fast aus dem Vollen schöpfen kann. "Die Personalsituation ist angespannt gut", sagt Schmier lachend, nachdem er noch beim Gastspiel in Petersberg selbst die Schuhe schnüren musste. "Ich hoffe nicht, dass ich eingreifen muss, kann es aber auch nicht ausschließen", weiß Schmier es selbst noch nicht, ob seine spielerischen Fähigkeiten am Samstag gefragt sein werden.