Wasserfreunde Fulda - Duisburger SV 5:15
Duell der Aufsteiger endet deutlich - "Taktik nicht umgesetzt"
Dieser Versuch von Philipp von Keitz (am Ball) fand nicht den Weg ins Tor
Fotos: Hendrik Urbin
12.03.2016 / WASSERBALL -
Nachdem die Formkurve der Wasserfreunde Fulda zuletzt deutlich nach oben zeigte und auch der lang ersehnte erste Punkt auf das Konto des Aufsteigers kam, hat die Mannschaft von Trainer Janusz Gogola am Freitagabend einen kleinen Dämpfer erhalten. Das Nachholspiel gegen den Duisburger SV verloren die Domstädter deutlich mit 5:15 (1:3, 1:3, 1:3, 2:6).
"Wir haben nicht das umgesetzt, was wir uns vor dem Spiel vorgenommen hatten. Bis zur Halbzeit war es noch einigermaßen okay, dann hat jeder gemacht, was er wollte", ging Gogola mit seinen Schützlingen nach Abpfiff hart ins Gericht, hatte aber auch eine Begründung für die schwache Leistung parat: "Unter der Woche war fast keiner im Training." Die Grippewelle, wegen der am letzten Wochenende beide Spiele abgesagt wurden, hätte bis in die Übungswoche angehalten. Gegen den DSV 1898, ebenfalls Aufsteiger, aber deutlich besser platziert, waren die Hausherren von Beginn an auf verlorenem Posten. Die Gäste wirkten wacher und handlungsschneller, während die Wasserfreunde viel zu viele Fehler produzierten. Symptomatisch: David Horvath vergab wenige Minuten vor dem Ende gleich zweimal einen Fünf-Meter-Strafwurf, nachdem der erste wiederholt wurde (26.). Horvath war aber dennoch, gemeinsam mit Torwart Sebastian Arany, bester Fuldaer und erzielte vier der mageren fünf Tore.
"Wir müssen eigentlich noch deutlicher gewinnen. Aber wir haben zu viel verworfen. Das ist das Einzige, was ich meiner Mannschaft heute ankreide", gab Gäste-Trainer Marek Debski zu Protokoll und hatte ein Lob für Fuldas Arany übrig. "Er hat super gehalten und war für mich Mann des Spiels." Diese Ehre wurde aber seinem Schützling Bartosz Szymanski zuteil, der dreimal einnetzte. Die beste Phase hatten die Hausherren gleich im ersten Viertel, als sie die Partie zunächst ausgeglichen gestalten konnten. Der Ausgleich zum 1:1 durch Horvath (6.) sollte aber der letzte Gleichstand sein. Bis zur ersten Pause stellte Duisburg, das sich vor der Saison gut verstärkt hatte, auf 3:1. Manko bei den Hausherren: das Verhalten in Überzahl, das - über die komplette Spielzeit gesehen - unzureichend genutzt wurde.
Die Weichen auf Sieg stellten die Gäste im zweiten Viertel, als der DSV binnen zwei Minuten durch Christian Theis (13, 15.) und Nils Elsenpeter (15.) auf 6:1 davon zog. "Wir haben souverän gespielt und absolut verdient gewonnen", freute sich Debsik. In den letzten beiden Vierteln schraubten die Gäste das Ergebnis in die Höhe, während Fulda weiterhin zu viele Ballverluste in seinem Spiel hatte oder zu umständlich agierte. Dominik de Beisac etwa hätte einfach abziehen können, wählte aber das Abspiel, und die Chance war vertan (30.). Für die Wasserfreunde stehen noch zwei Spiele in der regulären Saison an, bevor dann in den Play-Downs die Absteiger ermittelt werden. Bis dahin haben die Fuldaer Zeit, an ihrer Form zu arbeiten. Denn dass sie es besser als am Freitagabend können, haben sie bereits bewiesen. (Tobias Herrling)
DIE STATISTIK ZUM SPIEL:
Wasserfreunde Fulda: Sebastian Arany, Nikolas Hohmann - Balazs Borbely, Robert Patas, Dominik de Beisac, Tarek Bary (1), Alexander Hörl, David Horvath (4), Tomas Krajcovic, Marvin Hohmann, Philipp Müller, Philipp von Keitz, Marc Weber.
Duisburger SV 1898: Tomislav Bujas - Bartosz Szymanski (3), Frederic Schüring (2), Erik Wedekind, Christian Theis (2), Lars Wendel, Mihal Petrov (3), Nils Elsenpeter (2), Michael Werner (1), Niclas Becker (1), Lars Standke (1), Wojciech Leszek, Ben Brauer.
Zuschauer: 350.
Besonderheit: Balazs Borbely (Fulda) wurde nach seinem dritten persönlichen Fehler disqualifiziert. +++