„Nicht die besten Erinnerungen“
Heim-Debüt von Borussias Neuzugang Sebastian SCHMEER
Fotos (4): Tobias Herrling
04.03.2016 / FUSSBALL -
Es war der erste Auswärtssieg der Saison und gleichzeitig der erste Hessenliga-Sieg in der Fremde seit 2008. Aufsteiger Borussia Fulda hat mit dem 1:0 (1:0) in Flieden seinen Aufwärtstrend unter Thomas Brendel auch im neuen Jahr fortgesetzt und die Abstiegsränge verlassen. Am Samstag (14:30 Uhr) können die Borussen im Heimspiel gegen Viktoria Griesheim einen weiteren Schritt Richtung Tabellenmittelfeld machen. Einer, der an die Johannisau keine guten Erinnerungen hat, ist Neuzugang Sebastian Schmeer.
Denn Schmeers letzter Auftritt in Fulda war einer zum Vergessen: im Trikot des 1.FC Schwalmstadt, für den Schmeer als junges Talent seine erste Schritte im Herrenbereich machte, setzte es für den Stürmer vor über acht Jahren eine 1:6-Klatsche gegen die Borussia, bei denen damals der mittlerweile reaktivierte Roland Borrmann im Tor stand. „Das sind nicht die besten Erinnerungen an das Stadion. Es wird Zeit, das zu ändern“, lacht Schmeer, der sich nach wenigen Wochen in Fulda schon pudelwohl fühlt - sowohl im Verein als auch im System von Trainer Thomas Brendel. Der Mittelstürmer scheint gesetzt, Matija Poredski muss sich zunächst hinten anstellen oder auf ein System mit zwei Spitzen hoffen.
Etwa zwei, drei Wochen habe Sebastian Schmeer überlegen müssen, um den Schritt in die Barockstadt zu wagen. Bei Regionalligist Hessen Kassel war nach einem Mittelfußbruch, den er im letzten Spiel der Vorsaison gegen Offenbach erlitt, außen vor. „Über Sven Hofmeister (Co-Trainer von Kassel, Anm. d. Red.) kam der Kontakt zu Thomas Brendel zu Stande“, so Schmeer, der in Gesprächen von Brendel und Vorstand Peter Enders überzeugt wurde „Ich fühle mich hier wohl, habe vom Verein und Umfeld einen super Eindruck.“ Zunächst kickt Schmeer bis Sommer in der Au, dann habe er wieder einen Vertrag in Kassel - ob er über den Sommer hinaus in Fulda bleiben könne, ließ er offen.
„Und Kassel wollte in die 3. Liga hoch, das hat dann ganz gut gepasst.“ Welche Eindrücke er in zwei Tagen auf Schalke sammelte? „Das war der Wahnsinn. Das ist eine ganz andere Welt. Da gibt es zum Beispiel ein Krankenhaus nur für die Fußballer“, erzählt Schmeer und muss schmunzeln. Bereut habe er seine Absage nicht. Denn für Schmeer zählen andere Dinge - und für (mindestens) das nächste halbe Jahr die Borussia, mit denen er die Liga halten möchte. (Tobias Herrling) +++