Kampf gegen Fachkräftemangel

Landgasthof HESSENMÜHLE setzt auf Recruitung aus Slowakei - eigener Headhunter

Die Chefetage der Hessenmühle: Andrea Frank (li.) und Alexander Koch (re.) zu sammeln mit Fachkräften aus der Slowakai.

27.02.2016 / GROSSENLÜDER - "In der Gastronomie fehlt der Nachwuchs. Es fehlen Fachkräfte. Koch oder Service-Kraft - das ist heutzutage viel zu anstrengend." Gegen diese Aussagen kämpft Alexander Koch, Geschäftsführer des traditionsreichen Landgasthofs Hessenmühle in Kleinlüder (Gemeinde Großenlüder / Landkreis Fulda). Das Tagungshotel mit SPA-Bereich mitten im Grünen, 18 Kilometer vom Oberzentrum Fulda entfernt, beschäftigt 60 Mitarbeiter, zwei Auszubildende und etwa 30 Aushilfen. "Wir müssen neue Wege finden, um unseren Bedarf an Fachkräften zu decken. Aufgeben ist keine Lösung", sagt Koch, der gemeinsam mit seiner Schwester Andrea Frank die Hessenmühle führt. Und beide sind fest davon überzeugt: "Die Gastronomie ist nach wie vor attraktiv."

Schon im Oktober 2014 haben die Kochs ein internes Recruiting-System aufgebaut. "Wir suchen aktiv auf dem slowakischen Arbeitsmarkt. Dort werden Anzeigen geschaltet, es gibt ein 24 Stunden erreichbares Handy mit slowakischer Nummer und Kontakte nach dort." Wichtigster Mann ist Maros (32), gelernte Service-Kraft aus Vranov nad Top?ou. Er hat die Funktion des Headhunters und holt nach Bedarf Service-Fachkräfte nach Deutschland. Zwölf waren es im letzten Jahr, fünf arbeiten noch bei uns. "Das ist ein guter Schnitt", sagt Andrea Frank und berichtet: "Wir haben die meisten auf Englisch eingestellt, heute sprechen sie Deutsch."

Wenn die ausländischen Mitarbeiter in Kleinlüder ankommen, ist alles genau geplant: ein halbes Jahr Sprachkurs in der Inlingua Sprachschule in Fulda, voll möbiliert Unterkunft oder Unterstützung bei der Wohnungssuche sowie ein Auto um die Mobilität sicherzustellen. "Damit brechen wir Barrieren, die definitiv da sind. Das Konzept 'kommen-einziehen-wohnen' wird bei uns gelebt", erklärt Alexander Koch. Sein Ziel: "Personal langfristig binden. Deshalb haben wir unser Bestandspersonal - 'die alten Hasen' - voll eingebunden. Sie nehmen die Jungen an die Hand und werden selbst dadurch entlastet. So wird eine attraktive Arbeitszeit für alle möglich."



Von fünf Uhr bis open-end ist die Hessenmühle täglich geöffnet. Morgens werden mindestens 100 Frühstücke vorbereitet, um nur die Dimension für die große Mitarbeiterzahl für diesen mittelständischen Betrieb zu vermitteln. Inhaber Koch sagt abschließend: "Über das slowakische Netzwerk hinaus, bedienen wir uns aber auch allen anderen Kanälen um Personal zu finden. Wir investieren in unser Team und sind der Meinung, auf dem richtigen Weg zu sein." (Christian P. Stadtfeld). +++

X