Die Gruppenliga im Check (1)
Der Klassenerhalt im Blick - Kellerkinder zwischen Mut und Verzweiflung
26.02.2016 / FUSSBALL -
Die lange Zeit des Wartens hat ein Ende: nach der Winterpause rollt in Osthessen am kommenden Wochenende - sofern Wettergott Petrus nichts dagegen hat - endlich wieder der Ball. Zeit also, die Vereine der Hessen-, Verbands,- und Gruppenliga genauer unter die Lupe zu nehmen. Wer kam? Wer ging? Wo klemmt es noch? Antworten gibt es im ON|Sport-Check. In Teil eins wird der Kampf um den Klassenerhalt in der Gruppenliga näher betrachtet.
SG Hessen/Spvgg. Hersfeld (0 Punkte, 17 Spiele, Tordifferenz - 86, Platz 17)
Das hat sich verändert: Konkret hat sich am Kader nichts geändert. Adrian May spielte in den Planungen von Trainer Andreas Schmier keine Rolle, er habe nicht damit gerechnet, dass er nach seinem Auslandsstudium zu den Hessen zurückkehrt. Allerdings rechnet Schmier damit, dass sich sein Kader in der Breite verringern werde. Konkretes konnte er aber nicht nennen.
So lief die Vorbereitung: Andreas Schmier redet nicht um den heißen Brei: "Katastrophal", sagt er. Die Trainingsbeteiligung war schlecht, teilweise begründbar, teilweise nicht. Es gehe jetzt darum, die Saison zu Ende zu spielen. "Wenn es uns gelingen sollte, dass ich nicht als schlechtester Trainer in die Geschichte eingehe, und wir noch einen Punkt holen, wäre das ein Traum", sagt Schmier. Der Verein steckt mitten in den Planungen für die nächste Saison. "Ich hoffe, dass wir bald erste Ergebnisse mitteilen können", sagt Schmier.
SG Haunetal (10 Punkte, 16 Spiele, Tordifferenz - 31, Platz 16)
So lief die Vorbereitung: Trainer, Abteilungsleitung und Vorstände der beiden Vereine FC Wehrda und FC Neukirchen haben alles dafür getan, dass die Mannschaft einigermaßen ordentlich trainieren konnte - trotz der schlechten Witterungsbedingungen. So konnte man den Kunstrasenplatz in Heenes öfters nutzen oder es ging in ein Fitnessstudio nach Hünfeld. Die Testspielergebnisse waren durchwachsen, gegen die SG Heinebach/Osterbach gelang ein 3:2-Erfolg. Hier waren gute Ansätze zu sehen. Insgesamt sind die Ergebnisse eher zweitrangig. Bei der SG Haunetal hofft man, dass die Verletzten bald fit sind. Am Sonntag gastiert die SG Ehrenberg in Wehrda. Ein schwerer Brocken. Aber auch die Rhöner Jungs müssen nach der Winterpause ins Spiel finden. Ob das Duell ausgetragen werden kann. Fußball-Abteilungsleiter Frank Henning schätzt die Chancen auf 50:50 ein.
ON|Sport-Prognose: Der 14. Tabellenplatz ist das Ziel der SG Haunetal. Dieser ist in Reichweite. Ob dieser Platz zum Klassenerhalt reicht, häng von den Absteigern aus der Hessen- und Verbandsliga ab. Huanetal ist keineswegs zu unterschätzen. Kommen Sie gut aus der Winterpause, können sie die Aufholjagd starten. Es wird allerdings insgesamt schwer.
SV Rot-Weiß Burghaun (13 Punkte, 18 Spiele, Tordifferenz - 28, Platz 15)
Das hat sich verändert: Beim Aufsteiger aus Burghaun hat sich im Winter nicht viel getan. Allerdings muss Trainer Uwe Hartmann auf mehrere Spieler zunächst verzichten. Niclas Deisenroth (beruflich verhindert) und Marius Ebert (verletzt) fallen aus. Auch Torhüter Daniel Heinrich (verletzt) und der angeschlagene Moritz Deisenroth sind zum Start nach der Winterpause wohl noch nicht einsatzfähig.
So lief die Vorbereitung: Mit der Vorbereitung ist Trainer Uwe Hartmann nicht wirklich zufrieden. Auch in Burghaun war die Trainingsbeteiligung aus den bekannten Gründen (Studenten, Verletzungen, Krankheit oder auch Dienste bei der Bundespolizei) nicht sonderlich hoch. "Wenn Du während der Woche einstellig trainierst, ist das nicht optimal", sagt Hartmann. Die Ergebnisse in den Testspielen sind ebenfalls nicht ideal, um es moderat auszudrücken. Gegen Kleinlüder gab es ein 2:3, gegen die SG Rückers (Flieden) ein 1:3. Gegen Lehnerz III beim Aufgalopp einen 2:1-Erfolg. Deshalb hofft der RWB, dass es nun los geht. Am Sonntag sind gegen die abgeschlagene SG Hessen/Spvgg. Hersfeld drei Punkte fest eingeplant - und bitter nötig.
ON|Sport-Prognose: Für den Aufsteiger wird es eine schwierige Restrunde. Aber zumindest bei drei Absteigern ist alles drin. Die SG Niederaula/Hattenbach ist nur drei Punkte entfernt, hat allerdings zwei Spiele weniger ausgetragen. Packen die Rot-Weißen ihr Kämpferherz aus und können die Jungs von Uwe Hartmann bei ihren treuen und stimmgewaltigen Fans eine Euphorie entfachen, kann das Ziel Gruppenliga 2016/2017 (dann mit Neu-Trainer Sven Bednarek) doch noch gelingen.
SG Niederaula/Hattenbach (16 Punkte, 16 Spiele, Tordifferenz - 7, Platz 14)
Das hat sich verändert: Beim Gruppenliga-Dino hat sich in der Winterpause einiges getan. Gleich vier Spieler haben die Spielgemeinschaft verlassen: Marco Wenderoth ist zum Verbandsligisten FV 09 Melsungen, Marcel Heiße zog es nach Weiterrode, Steffen Kanngießer ist nach Rotenburg/Lispenhausen zurück und Andreas Kurz nun Spielertrainer beim SV Heenes. Doch Trainer Thomas Willems hat für die Defensive drei Spieler dazu bekommen: Roman Freisinger kehrt nach einem halben Jahr vom Nachbarn TSV Kerspenhausen zurück, Viktor Dercho wurde reaktiviert und mit Adrian May kommt ein erfahrener Gruppenligaspieler. Er war ein halbes Jahr im Ausland studieren und kommt von der SG Hessen/Spvgg. Hersfeld.
So lief die Vorbereitung: Die Vorbereitung ist ganz gut gelaufen. Mit der Trainingsbeteilung war Willems zufrieden. Wie viele seiner Kollegen musste er krankheitsbedingt auch auf einige Spieler verzichten, ebenso auf die Studenten, die nicht regelmäßig trainieren konnten. Gegen den Verbandsligisten SVA Bad Hersfeld gab es eine 1:3-Niederlage, wobei der Gruppenligist lange Zeit ein 1:1 halten konnte, in der Schlussphase fehlte etwas die Kondition. Tagsdrauf verlor das Team beim Kreisoberliga-Spitzenreiter SG Eiterfeld/Leimbach mit 2:4. "Dem Ergebnis messe ich keine große Bedeutung bei, uns fehlte etwas die Luft nach dem Asbach-Spiel am Abend zuvor", sagt Willems. Er möchte mit seinem Team schnellstmöglich die Abstiegsränge verlassen. Dazu sollen auch die A-Juniorenspieler nach und nach integriert werden, wobei dies verstärkt ein Ziel für die kommenden Serien ist.
ON|Sport-Prognose: Viel hängt bei der SG Niederaula/Hattenbach vom Start in die Restrunde ab. Die Mannschaft muss zunächst mehrere Auswärtsspiele bestreiten. Im bisherigen Saisonverlauf konnte das Team oft mithalten, kassierte aber zu viele einfache Gegentore. Gelingt es Willems, die Defensive zu stärken, sollte der Klassenerhalt machbar sein. Eine gute (und im Vergleich zur Vorrunde vor allem bessere) Trainingsbeteiligung ist aber auch bei der SG Niederaula/Hattenbach das A und O und der Schlüssel zum Erfolg.
SV Buchonia Flieden II (20 Punkte, 17 Spiele, Tordifferenz - 1, Platz 13)
Das hat sich verändert: Abgänge haben die Buchonen nicht zu verzeichnen. Mit Tobi Strotz, Philipp Mötzung und Julian Elm kehren drei Spieler nach Verletzungen zurück. Die Nachwuchsspieler aus dem älteren A-Juniorenjahrgang sollen an den Spielbetrieb herangeführt werden. Sie sollen in den Seniorenbereich reinschnuppern - das ist die Philosophie von Buchonia Flieden. Spieler aus den eigenen Reihen zu integrieren. Großer Vorteil ist: Trainer Torsten Weber kennt die Jungs aus seiner Zeit als B-Juniorentrainer. Allerdings: Andi Heil fehlt nach überstandener Bandscheibenoperation noch einige Zeit.
So lief die Vorbereitung: Insgesamt ist Weber mit der Vorbereitung zufrieden, auch wenn ein Trainer immer etwas findet, was nicht so optimal ist. Krankheitsbedingt fehlten ein paar Spieler teilweise, außerdem konnten einige Studenten nicht regelmäßig trainieren. Der Trainer sieht sein Team gut vorbereitet und fiebert dem richtungsweisenden Spiel am Wochenende gegen die SG Schlitzerland entgegen. Der Aufsteiger liegt aktuell vier Punkte vor den Buchonen. Seine Truppe sei in der Vorbereitung deutlich mehr zusammengerückt.
ON|Sport-Prognose: Buchonia Flieden wird den Klassenerhalt schaffen. Die Juniorenspieler dürften zumindest spielerisch und konditionell kaum Probleme haben, sich in der Gruppenliga zu integrieren. Bei den A-Junioren spielen sie in der Verbandsliga. Zudem können sie im Königreich sicher auch auf den einen oder anderen Hessenligaspieler zurückgreifen, sollte es doch eng werden. (Hans-Hubertus Braune) +++