Kalter Markt als ein Magnet

Zehntausende feiern traditionelles Heimatfest - von Alltäglichem bis Weltneuheiten

Dem Stammtischspruch bei den Hausmännern lauschen die Leute gerne zu ....
Fotos: Dietmar Kelkel

08.11.2015 / SCHLÜCHTERN - Der Kalte Markt ist wie ein Magnet. Er zieht nicht nur Gäste aus Nah und Fern in seinen Bann, er treibt auch die zurück in die Heimat, die nicht mehr in Schlüchtern leben. Das Markttreiben lief schon am Samstag so richtig auf Hochtouren. Tausende schlängelten sich durch die Gassen. Rund 250 Stände lockten mit Schmuck, Blumengestecke, Haushaltswaren, Lammfellen, Wintermützen, Körben, Gewürzen und Süßem und Deftigem. Weltneuheiten fürs Fensterputzen, Herdsensationen und noch mehr Glanz fürs Auto durften natürlich nicht fehlen. Für den kleinen Hunger gab es eine Riesenauswahl vom Zwiebelkuchen, Knobi-Brot, Germknödel, Fischbrötchen bis zum Nierenspieß.



Abends platzen die Zelte der Planemächer und der Bürgergarde bei den Auftritten der Bands fast aus den Nähten. „Die Legende lebt“ hieß es mit der Kultband „Echo Four“ im Planemächerzelt. Dort begaben sich auch „The Time Bandits“ auf eine musikalischen Zeitreise zu den Rock'n'Roll-Helden wie Elvis Presley, Buddy Holly oder Eddie Cochran. Bei der Bürgergarde machten sich die Rockformationen „Contraband“ und „Stampd“ breit.
Eine echte Bereicherung ist das Soldatenlager. Dort treffen sich heute befreundete Ritter, Landsknechte und Gardisten zum berühmten Erbseneintopf, begeben sich auf einen Rundgang über den Kalten Markt und erinnern so an die Ursprünge des Heimatfestes als Kram- und Viehmarkt im frühen Mittelalter.

Ihre eigene Zeitrechnung beim Kalten Markt haben die Hausmann-Stammtische. Von der Ausgrabung ihres Kalten Marktes am Samstagnachmittag bis seiner Beerdigung sind es genau fünf Tage, vier Stunden, 15 Minuten und drei Sekunden. Den Stammtisch-Spruch hielt die neue Präsidentin Tanja Föller von den Sekties mit amüsanten Geschichten, die in keiner Zeitung stehen.

Um die kleinen Besucher sorgen sich in bewährter Manier die Kalte-Markt-Präsidenten. Beim Lampionsumzug am Samstagspätnachmittag gab es ein Wiedersehen mit der Prinzessin auf der Erbse, Schneewittchen, Rumpelstilzchen, Frau Holle, Rotkäppchen, Aschenputtel, Sterntaler, Struwwelpeter, Rapunzel, Schneeweißchen und Rosenrot, Hänsel und Gretel, Hans im Glück und dem gestiefelten Kater. Auf dem Rummel war neben Frisbee und Drop Zone das Piratenadventure der Hit. Da gab es Piraterie und Meuterei in elektronisch gesteuerten Abenteuerkammern. Am Dienstag geht das Traditionsfest mit dem Familientag und ermässigten Fahrpreisen zu Ende (kel).  +++

X