FEHLING legt Haushaltsentwurf vor
2016 dickes Defizit von 3,4 Mio. Euro – "Heißer Herbst" für die Stadtpolitiker
Fotos: Stefanie Harth
06.11.2015 / BAD HERSFELD -
Jetzt wird Butter bei die Fische gegeben: Mit einem komplexen Zahlenwerk muss sich in den nächsten Wochen der Haupt- und Finanzausschuss auseinandersetzen. Bürgermeister Thomas Fehling legte am gestrigen Donnerstagabend den Bad Hersfelder Stadtverordneten die Entwürfe der Haushaltssatzung und des Haushaltsplans für 2016 sowie des Investitionsprogramms von 2015 bis 2019 vor. Es ist ein „heißer Herbst“, der auf die Parlamentarier zukommt. Die harte Realität: ein nicht ausgeglichener Haushalt, der mit einem Defizit in Höhe von sage und schreibe 3,4 Millionen Euro (exakt: 3.385.900 Euro) aufwartet.
„In den letzten Jahren hatte ich zusammen mit dem Kämmerer und den Führungskräften dafür gekämpft, Ihnen einen ausgeglichenen Haushalt vorzulegen“, betonte Thomas Fehling in seiner Rede zur Haushalts-Einbringung. „Dabei haben wir die Verwaltungskosten gedrückt, wo immer es ging. Wir haben die Zitrone gepresst.“ Das Resultat: sobald bei den Beratungen irgendwo ein eingesparter Euro aufgetaucht sei, sei dieser sofort als zusätzliche freiwillige Leistung verteilt worden. „Man hätte auch mal eine, wenn auch kleine Rücklage anlegen können“, schoss der Rathaus-Chef in Richtung der Parlamentarier. „Dann würden uns Gewerbesteuerrückgänge oder Mehrkosten in einem Projekt nicht so hart treffen.“
„Wir werden erneut ein Haushaltssicherungskonzept für die Stadt und ihre Beteiligungen erstellen müssen“, erläuterte Fehling. „Dieses wird noch ambitionierter sein müssen als das letzte. Ansonsten sehe ich schwarz für eine Genehmigung durch die Aufsichtsbehörde.“ Trotz der desaströsen finanziellen Lage, eröffneten sich aber auch Chancen für Verbesserungen. „Wir müssen sie ergreifen, um für Bad Hersfeld eine attraktive Zukunft sicherzustellen“, appellierte der Bürgermeister an die Stadtverordneten.
Apropos Gelder – alle „Leseratten“ wird’s freuen: Das Gros der Stadtpolitiker sprach sich dafür aus, keine Jahresgebühr für die Nutzung der Konrad-Duden-Stadtbibliothek zu erheben. Zudem wird das Rechnungsprüfamt der Stadt aufgelöst; seine Aufgaben werden künftig von der Kreisverwaltung übernommen. Doch fortan ist in der Lullusstadt erst einmal ein 323 Seiten umfassendes Zahlenwerk allgegenwärtig: Der Haushaltsentwurf 2016 ist eingebracht, jetzt folgt die Zeit des Studierens, der Beratung und der Diskussion. Wie gesagt: ein „heißer Herbst“ ist in Bad Hersfeld vorprogrammiert… (Stefanie Harth) +++