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"Ich stehe nicht alleine auf dem Platz"

Großenlüder mischt die Gruppenliga auf - mit destruktiver Spielweise?

Fabian Lehmann (rechts) und die Teutonen sorgen in der Gruppenliga für Furore
Archivfotos: Julius Böhm

05.11.2015 / FUSSBALL - Sieben Spiele in Folge ungeschlagen, 655 Minuten ohne Gegentor, Sprung auf Rang vier: im Schatten der Spitzenmannschaften hat sich Gruppenligist SV Großenlüder heimlich, still und leise ins obere Drittel der Tabelle gearbeitet. Torjäger der Teutonen ist Fabian Lehmann, der gegen Haunetal (7:0) zuletzt viermal genetzt hat und die Torschützenliste mit 18 Treffern anführt. Am Samstag (15 Uhr) kommt es zum unerwarteten Spitzenspiel mit Tabellenführer RSV Petersberg.


Hinten wird ein Bus geparkt, vorne richtet es Fabian Lehmann - solche Sätze hört man immer wieder, wenn es um die Spielweise der Teutonen geht. Zurecht? „Wenn eine Mannschaft die Spieler dafür hat, aus einer stabilen Defensive über Konter zum Abschluss zu kommen, dann ist das doch völlig legitim", entgegnet Fabian Lehmann auf solche oder ähnliche Kritik und betont: „Der Erfolg gibt uns jedenfalls recht. Wir würden nach 15 Spielen nicht auf Rang vier liegen wenn wir nicht Fußball spielen könnten.“

18 Treffer sind Lehmann bisher gelungen, als Lebensversicherung seiner Mannschaft sieht er sich jedoch nicht. „Dass ich bisher so treffe, ist natürlich super. Aber die schießt man nicht alleine, ich bekomme gute Bälle von meinen Kollegen. Ich stehe nicht alleine auf dem Platz“, will der angehende Industriekaufmann nicht das alleinige Lob einheimsen. Der 24-Jährige absolviert seine Ausbildung in Mannheim, meist kann er nur einmal pro Woche mit seinen Jungs trainieren. Bei der Spvgg. Wallstadt hält er sich fit, um im Rhythmus zu bleiben. „Das ist eine geile Anlage dort, da lässt es sich gut trainieren“, schwärmt Lehmann von den Bedingungen bei seinem zweiten Klub.

Dass die Teutonia bislang alle überrascht, kommt für Lehmann indes selbst nicht sonderlich überraschend. „Wir galten vor der Saison als großer Abstiegskandidat. Aber ehrlich gesagt, hat es mich eher gewundert, dass wir letztes Jahr so schlecht waren“, sagt Lehmann über den Großenlüderer Höhenflug. Das Potential sei vorhanden, was auch Rang sechs in der Saison 2013/2014 gezeigt habe. Was das Erfolgsgeheimnis der Mannschaft von Thomas Reith ist? „Wir sind eine eingespielte Truppe mit enormen Zusammenhalt. Dass Sascha Hasenauer jetzt in der Abwehr spielt, ist ein großer Faktor. Er hat einen riesigen Anteil an dem Erfolg“, antwortet Lehmann, der Großenlüder auf einem einstelligen Tabellenplatz („zwischen Rang fünf und acht“) gut aufgehoben sieht. 

Am Samstag steht nun das unverhoffte Spitzenspiel gegen Tabellenführer Petersberg, wo Lehmann für drei Jahre in der Jugend spielte, auf dem Plan. „Jedes Spiel beginnt bei 0:0 und in dieser Liga kann jeder jeden schlagen. Petersberg spielt eine überragende Runde und steht zu Recht da oben. Aber wir werden es ihnen nicht leicht machen und versuchen, unser Spiel durch zu ziehen“, will Lehmann die Serie fortsetzen. Seit 2010 spielt der Stürmer, nachdem er noch für Borussia Fulda in der Jugend die Schuhe schnürte, wieder in Großenlüder. „Ich bin hier rundum zufrieden, aber Ambitionen, höherklassig zu spielen hätte ich schon. Falls es mit der beruflichen Situation vereinbar ist, wäre ich der Letzte, der es nicht probieren würde“, antwortet Lehmann auf die Frage nach seinen sportlichen Ambitionen. Dazu müsste er aber den Verein wechseln - denn dass der Teutonia der ganz große Wurf gelingt, ist trotz des momentanen Höhenflugs eher utopisch. (Tobias Herrling) +++



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