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"Versuche, die Einsatzzeit zu nutzen"

Lehnerz Marek WEBER hofft auf weitere Chancen - schon gegen Flieden?

Jubelt Marek Weber bald in der Hessenliga für den TSV Lehnerz? Der Stürmer hofft auf weitere Chancen bei Henry Lesser
Archivfoto: Julius Böhm

15.10.2015 / FUSSBALL - Alex Reith, Alexander Scholz, Dominik Rummel, Christian Eckerlin: die Liste an Ausfällen in den letzten Wochen und Monaten bei Hessenligist TSV Lehnerz ist lang. Trotzdem eilte die Mannschaft von Henry Lesser zuletzt von Sieg zu Sieg und kletterte mit sechs Siegen am Stück auf den dritten Tabellenplatz. Auch vor dem Derby am Samstag gegen den SV Flieden (15 Uhr) muss Lesser auf wichtige Akteure verzichten, sodass Spieler aus der zweiten Reihe die Möglichkeit bekommen, sich zu zeigen.



Einer von ihnen ist Marek Weber, der zuletzt in Eschborn in der Startformation stand. "Ich gehe davon aus, dass ich im Kader stehe. Ob ich dann spiele oder nicht, das entscheidet der Trainer", sagt Weber im Vorfeld der Begegnung mit den Buchonen. "Dass ich zuletzt anfangen durfte, hat mich natürlich gefreut. Man versucht, die Einsatzzeit zu nutzen und Werbung für sich zu betreiben", so der Stürmer weiter. Im Sommer 2013 schloss sich Weber dem TSV Lehnerz an, nachdem er zuvor vier Jahre lang in der Jugend von Carl-Zeiss Jena auf Torejagd ging. "Eigentlich stand ich vor dem Versuch, mit dem Fußball mein Geld zu verdienen. Auch weil es zeitlich gut gepasst hat und ich mit dem Abitur fertig war", erzählt der 21-jährige. Doch dann durchkreuzte eine schwere Verletzung seine Pläne. "Ich habe mich an der Schulter verletzt und musste operiert werden. Interessierte Vereine haben Abstand genommen", so Weber, der von Carl-Zeiss Jena aber einen Vertrag vorliegen hatte, ihn jedoch ablehnte, "weil ich mich verändern wollte und den Fokus auf das Berufliche legen wollte und ich nicht absehen konnte wie lange ich brauche, um wieder fit zu werden."

Marek Weber entschloss sich, die vage Möglichkeit auf eine Karriere im bezahlten Fußball nicht weiter zu verfolgen und sich ein berufliches Standbein aufzubauen. In Frankfurt begann er mit dem Studium der Wirtschaftswissenschaften, das er nächstes Jahr abschließen werde. Der Karriere als Profi-Fußballer trauert der Stürmer aber nicht hinterher. "Auf meine Zeit in Jena blicke ich positiv zurück. Ich durfte viele schöne Erfahrungen sammeln, habe vier Jahre in der Junioren-Bundesliga gespielt und unter anderem gegen Spieler wie Maximilian Arnold, Davie Selke oder Jonathan Tah gespielt", so Weber, den vor allem das Leben im Internat und die Professionalität während seiner Zeit bei Carl-Zeiss beeindruckte.

In Lehnerz angekommen, stand der Student immer wieder auf dem Sprung, sich einen Stammplatz im Hessenliga-Kader zu erkämpfen. Aber immer wieder bremste ihn auch seine Schulter. "Ich habe mir bereits fünfmal die Schulter ausgekugelt und musste dreimal operiert werden", erzählt Weber. In diesem Sommer habe er endlich einmal eine Vorbereitung verletzungsfrei durchziehen können, an Platzhirsch und Torjäger Dominik Rummel war aber bislang kein Vorbeikommen. Nun, da im Sturm Vakanz herrscht, ergibt sich für Weber eine neue Möglichkeit, sich zu beweisen. Die nächste Gelegenheit hat er am Samstag gegen Flieden. "Ein Derby lebt von Kampf und Spannung, da ist die Tabellenkonstellation eigentlich egal. Flieden wird motiviert sein, zumal sie letzte Woche gewonnen haben, und kämpfen. Da müssen wir dagegen halten", möchte Weber von einer Favoritenrolle wenig wissen und verweist auf die Eigenheiten, die ein Derby mit sich bringt.

Zuletzt hatte es im Sommer Gerüchte gegeben, dass sich Marek Weber seinem Heimatverein Bronnzell, von wo aus er nach Jena ging, anschließt. "Das ist im Moment kein Thema, aber ich verfolge die Entwicklung natürlich. Ich möchte mich in Lehnerz durchbeißen", sagt Weber, der seine sich bietende Chance nun nutzen möchte. Mit seinen Mannschaftskollegen aus Jenaer Zeiten habe er immer noch Kontakt. "Man war zwar Konkurrenten, aber nachdem man auch in einer Klasse war, haben sich Freundschaften entwickelt", erzählt Weber, der sich noch alle halbe Jahre mit seinen alten Kollegen trifft. (Tobias Herrling)+++

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