Jugend forsch(t) in Flieden
Filip OSMAN einer der jungen Wilden: "Haben tollen Zusammenhalt"
Archivfoto: Julius Böhm
08.10.2015 / FUSSBALL -
Das hatte sich der Hessenligist SV Flieden anders ausgemalt. Mit einem Sieg in Oberrad sollte der zweite Sieg in Folge und der Anschluss ans rettende Ufer geschafft werden. Stattdessen ließen die Schützlinge von Meik Voll Federn und sind nun im Heimspiel am Samstag (15 Uhr) gegen den Tabellenelften Bayern Alzenau unter Zugzwang.
Dass sie sich im Königreich von der Schwere der Aufgabe bewusst sind, das betonen die Verantwortlichen immer wieder, wenn man sie zur Spielzeit befragt. Abgänge, Verletzte, junge Spieler: diese Gründe machen die diesjährige Hessenliga-Saison zu einem schweren Unterfangen. Einer dieser jungen Wilden ist Filip Osman, der Pate für den Umbruch beim SV Flieden stehen könnte. Aus der Jugend des FSV Frankfurt stammend wagte der 19-jährige Mittelfeldspieler in diesem Sommer den Sprung in Hessens höchste Spielklasse. "Der ausschlaggebende Punkt war, dass ich auf Hessenliga-Niveau den nächsten Schritt in meiner Entwicklung machen kann", begründet Osman seinen Wechsel zu den Buchonen und ergänzt: "Dann war es mir aber auch wichtig, dass ich wohin wechsel, wo ich auch in die Mannschaft passe und wo das Umfeld stimmt." Seine Vorstellungen passten genau auf den SV Flieden, bei dem ein Mann das Sagen hat, den Filip Osman schon kannte: Meik Voll.
Voll hospitierte einst beim Klub vom Bornheimer Hang und hatte ein Auge auf Filip Osman geworfen - und auf Leonardo Kovacevic, der ebenfalls vom FSV nach Flieden ging. "Meik hat mir gleich gesagt, dass er einer ist, der auf junge Spieler baut und ihnen Einsatzzeit gibt. Das hat auf mich einen positiven Eindruck gemacht, dass ich mich bestmöglich entwickeln kann", erzählt Osman, der als 10-jährige in die Jugend der Frankfurter wechselte. Von seinem Wohnort Enkheim pendelt der Mittelfeldmann zum Fußball nach Flieden. Bald kommt noch Darmstadt hinzu, wo er an der Technischen Universität sein Studium der Sportwissenschaften beginnen wird.
Filip Osman habe sich in neuer Umgebung gut eingefunden und sich gleich einen Stammplatz im System von Meik Voll erkämpft. In acht der neun bisherigen Spielen lief Osman auf und steuerte insgesamt drei Assists (ein Tor, zwei Vorlagen) bei. Besonderer Moment: sein Freistoß-Tor zur Führung beim 2:1-Erfolg über Baunatal. Gegen den KSV war Osman aus dem Zentrum auf den rechten Flügel gerutscht. "Ich habe gegen Hessen Dreieich kein gutes Spiel im Zentrum gemacht. Dann haben wir umgestellt und Gabriel Müller und Lukas Heil gingen ins Zentrum und ich auf Außen", sagte Osman. Mit dieser Maßnahme wollte Trainer Meik Voll den Druck von ihm nehmen, denn auf den Außen lasse sich befreiter aufspielen. "Ich bin recht flexibel, habe in Frankfurt auch auf Außen und im Zentrum gespielt, von daher ist das nicht die größte Umstellung für mich gewesen", sagte Osman zu seinem Positionswechsel. Zufrieden ist Osman aber noch nicht, Luft nach oben sieht der 19-jährige bei sich vor allem im Angriff: "Ich denke, das geht noch besser. Vor allem in der Offensive kann ich mich noch verbessern und körperlich muss ich noch zulegen."