Landwirte demonstrieren auf der Pauluspromenade
19 Cent-Würstchen statt rohe Gewalt - Preisverfall macht Bauern große Sorge
Fotos: Martin Engel
01.10.2015 / FULDA -
Mit diesen Worten eröffnete der Präsident des Hessischen Bauernverbandes, Friedhelm Schneider, die Kundgebung seines Verbandes am Donnerstag im Rahmen der Agrarministerkonferenz in Fulda. Knapp 300 Landwirte versammelten sich auf der Pauluspromenade. Auf dem Domplatz standen rund 30 Traktoren. Bischof Heinz Josef Algermissen begrüßte die Landwirte in einer kurzen Ansprache und sagte, er habe kein Problem damit, wenn Traktoren vor dem Dom stünden und habe sie lieber als zum Beispiel Ferraris. Die Landwirte boten zudem unter anderem in der Innenstadt Würstchen für 19 Cent (plus einen Cent für das Brötchen) und den halben Liter mIlch für 14 Cent an. Sie wollen damit zeigen, wie wenig sie für die Produkte erhalten. Für die Polizeibeamten war es bislang an sehr ruhige Tag: Es gab bisher keinerlei Zwischenfälle. "Wir wollen auf unsere Situation hinweisen und keine Gebäude beschmieren", sagte ein Junglandwirt gegenüber OSTHESSEN|NEWS.
Des Weiteren forderte er die Politik dazu auf, sich deutlich zum Tierhaltungsstandort Hessen und Deutschland zu bekennen. Dazu gehöre auch ein gewisses Augenmaß bei der Novellierung der Düngeverordnung. Für die Bauern sei die Gülle ein wichtiger Rohstoff und kein Abfall- oder Entsorgungsprodukt. Sie setzten ihren Dünger gezielt zur Versorgung der Pflanzen mit Nährstoffen ein und arbeiteten dabei eng mit den Beratungsstellen und der Wasserwirtschaft zusammen. Diese gute Arbeit gelte es gemeinsam fortzusetzen und nicht durch überzogene Auflagen, einen fachgerechten Einsatz von Düngemitteln zum richtigen Vegetationszeitpunkt unmöglich zu machen.
Die erste Kundgebung fand heute auf der Pauluspromenade statt. 300 Landwirte hatten sich versammelt. OSTHESSEN|NEWS war für Sie live vor Ort und berichtet im Laufe des Nachmittags in einem EXTRA-Bericht ausführlich. +++