"Werden das Ruder herumreißen"
Torwart Jonas RITZEL vom SV Flieden glaubt an die Wende
Archivfoto: Julius Böhm
24.09.2015 / FUSSBALL -
Ein Sieg, ein Unentschieden. Die Bilanz des SV Flieden nach sieben Spielen in der Hessenliga liest sich dürftig, war aber auch am knackigen Auftaktprogramm gelegen. Das Gastspiel in Dreieich letzte Woche sollte eine Art Wende werden, es kam aber ganz anders: am Ende stand eine deftige 2:5-Klatsche für Torwart Jonas Ritzel und seine Kollegen.
Diesen Samstag (15 Uhr) empfangen Ritzel & Co. den KSV Baunatal, der nach dem Abstieg aus der Regionalliga auch eine Liga tiefer Probleme hat und letztes Wochenende dem TSV Lehnerz mit 1:3 unterlag. "Baunatal braucht die Punkte genauso wie wir, deswegen werden beide Mannschaften wahrscheinlich ein bisschen verunsichert sein, aber auch 120 Prozent geben", glaubt Jonas Ritzel. Seinen Optimismus hat der 23-jährige aber nicht verloren. "Im Training sieht man, dass jeder seine Leistung bringt. Die Stimmung ist gut und die Einheiten werden immer besser", begründet Ritzel. Was die Buchonen um den Lohn ihrer Arbeit bringe seien die einzelnen, individuellen Fehler, die es abzustellen gelte. "Dass wir es können, haben wir oft genug bewiesen. Ich bin mir sicher, dass wir das Ruder wieder herumreißen werden“, so Ritzel weiter.
Jonas Ritzel ist als Torwart das letzte Glied in der Kette und weiß, wie er aus seiner Rolle eingreifen kann: "Du musst viel mit deinen Vorderleuten reden, sie müssen wissen: ‚Aha, das ist jemand präsent und unterstützt einen‘. Das versuche ich, von Spiel zu Spiel zu machen und die Mannschaft zu unterstützen." Aus der Jugend der SG Rommerz stammend, wechselte er in der D-Jugend ins Königreich. Wie man auf die Idee kommt, sich als Kind ins Tor zu stellen? "Im Endeffekt kann man vielleicht sagen, dass für mich keine andere Position da war", lacht Ritzel und ergänzt: "Ich wurde immer ins Tor gestellt und irgendwann hat mir das so gut gefallen, dass ich nichts anderes mehr machen wollte." Während er in Rommerz auch im Feld eingesetzt wurde, verfestigte sich mit dem Wechsel nach Flieden seine Rolle als Torwart.
Was ihn an seiner Position reizt? "Meistens ist es so, dass man der Depp oder der Held ist. Wenn vor dir einer einen Fehler macht, gibt es immer noch Spieler, die das ausbügeln können. Aber als Torwart ist das meistens nicht der Fall", beschreibt Jonas Ritzel, der die momentane Phase auf die Psyche schiebt. "Eine Qualitätsfrage ist es meiner Meinung nach nicht, weil wir schon bewiesen haben, dass wir es können. Sonst würden wir nicht seit sechs Jahren in der Hessenliga spielen", so der Torwart und ergänzt: "Es ist in solchen Situationen aber nicht immer einfach, den Kopf frei zu bekommen. Wir stehen nach sechs Spielen mit vier Punkten da, das ist jedem bewusst, und deshalb passieren solche Fehler." Einer, der dabei helfen könnte, das Punktekonto der Buchonen zu erweitern, ist Fabian Schaub. Der Stürmer ist die Lebensversicherung des SV, konnte bisher aber kaum in das Spielgeschehen eingreifen. Ob Schaub am Samstag auflaufen können, ist noch unklar. (Tobias Herrling)+++