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Borussia Fulda - OSC Vellmar 1:1 (1:0)

POREDSKI trifft ins eigene Netz - Borussen verpassen Befreiungsschlag

Sasa Dimitrijevic (li.) wird von Christian Wollenhaupt attackiert
Fotos: Julius Böhm

20.09.2015 / FUSSBALL - Borussia Fulda tritt weiter auf der Stelle: auch im Heimspiel gegen OSC Vellmar am Samstag konnte die Truppe von Oliver Bunzenthal ihre Negativ-Serie nicht beenden und musste sich gegen den Tabellenvorletzten mit einem 1:1 (1:0)-Unentschieden zufrieden geben. Es war das gerechte Resultat einer Begegnung, die zu keiner Zeit Hessenliga-Niveau erreichte. Marcel Trägler brachte die Hausherren in Durchgang eins per Kopf in Führung, Matija Poredski legte dann im zweiten Durchgang den Ball ins eigene Netz zum Ausgleich.


Nein, einen Fußball-Leckerbissen konnte von dieser Begegnung sowieso nicht erwartet werden. Dafür befinden sich sowohl die Borussen als auch die Gäste aus Vellmar in angespannten Situationen. Situationen, in denen Punkte über Kampf und Leidenschaft statt spielerischer Finesse geholt werden müssen. Kampf und Leidenschaft, diese Attribute konnte man beiden Mannschaften definitiv nicht abstreiten. Was aber fußballerisch geboten wurde, durfte getrost als Hessenliga-untauglich eingestuft werden. Bälle ins Nichts, Ballverluste zum Kopfschütteln, über 90 Minuten gesehen zeigten beide Kontrahenten, warum sie gerade eine Formkrise durchlaufen. "Wir haben beim Stand von 1:0 eine Großchance, die wir nutzen müssen. Wenn da das zweite Tor fällt, kommt Vellmar nicht mehr zurück", schilderte SCB-Trainer Oliver Bunzenthal nach Spielende. Er sprach die Szene in der 52. Minute an, als Ingmar Merle nach einer Kopfball-Verlängerung von Marcel Trägler plötzlich frei vor Gäste-Torwart Tobias Orth auftauchte und scheiterte. Und auch der Nachschuss Träglers wurde kurz vor der Linie geklärt. "Dann hätten wir uns zurückziehen und versuchen können, per Konter noch einen drauf zu setzen", so Bunzenthal weiter. Es kam aber anders.

Denn nur vier Minuten glichen die Gäste aus. Vellmars auffälligster Spieler, Nasuf Zukorlic, brachte eine Flanke von der rechten Seite in den Strafraum, die Kugel wird an den langen Pfosten verlängert. Dort steht Borussias Stürmer Poredski und könnte klären, doch er bugsiert den Ball ins eigene Netz (56.). Und wie schon in den Wochen zuvor machte sich nach dem Ausgleich Verunsicherung breit in den Reihen der Borussen, denen nun fast nichts mehr gelingt. Die Gäste präsentieren sich nun bissiger, ohne sich aber nennenswerte Möglichkeiten zu erarbeiten. Diese hatten sie vor allem zu Beginn des zweiten Abschnitts. Binnen zwei Minuten kamen die Gäste zu zwei Chancen: Nachdem sich Milankovic verschätzte, steckte Jonas Springer auf Zukorlic durch, der aber nur das Außennetz traf (48.). Dann war es eine Kombination von Enis Salkovic, Springer und Marius Ehlert, dessen Abschluss Tobias Wolf zur Ecke klärte (50.). Zuvor setzte Borusse Leon Pomnitz einen Freistoß aus aussichtsreicher Entfernung über den Kasten (47.).

"Es war vor allem in der ersten Halbzeit ein sehr zerfahrenes Spiel, das im zweiten Abschnitt intensiver wurde. Wobei ich mit der zweiten Hälfte meiner Mannschaft deutlich zufriedener war", sagte OSC-Trainer Mario Deppe. Denn im Durchgang eins waren die Borussen optisch überlegen, während die Gäste überwiegend in ihrer eigenen Hälfte zu finden waren und zeigten, warum sie aktuell an vorletzter Position stehen: nach vorne einfallslos, hinten wackelig und unsauber im Passspiel. Die Hausherren konnten daraus aber kein Kapital schlagen, fehlte ihnen in ihren Angriffsbemühungen doch die Konsequenz und Durchschlagskraft. Die Führung nach einer Viertelstunde fiel dann aus dem Nichts: Mark Jaksch brachte den Ball in die Mitte, OSC-Verteidiger Stefan Matzenmiller verlängerte und Marcel Trägler, der völlig blank stand, nickte dankend ein (16.). Ihre beste Gelegenheit hatten die Gäste nach einer Ecke: Zukorlic schlug von rechts in den Strafraum, Pomnitz lässt den Ball abtropfen statt zu löschen und Christian Brinkmann knallt das Leder volles Produkt an die Unterkante der Latte. Den zurück ins Feld springende Ball kann Tobias Wolf in höchster Not klären (42.).

"Im Endeffekt ist es wie ein Nackenschlag für uns. Wir schaffen es nicht, ein Erfolgserlebnis einzufahren. Zudem haben wir ein paar Spieler, die von der Kraft nicht über die komplette Distanz gehen", suchte Bunzenthal nach Gründen. Bitter: der SCB-Trainer musste gleich zweimal verletzungsbedingt wechseln. Sebastian Ruhl erlitt nach einem Zusammenstoß mit Christian Wollenhaupt eine Platzwunde und Jonathan Müller verletzte sich nach einem Foulspiel am Fuß. "Wir wären natürlich gerne mit einem Sieg in die Pause gegangen, das wäre für die Psyche von Vorteil gewesen", so Bunzenthal weiter. Denn in zwei Wochen gastiert mit dem Tabellenvierten FSC Lohfelden ein anderes Kaliber in der Johannisau. (Tobias Herrling)


DIE STATISTIK ZUM SPIEL:

Borussia Fulda: 
Tobias Wolf - Sasa Dimitrijevic, Nikola Milankovic, Sebastian Ruhl (43. Roman Schad), Felix Beck - Mark Jaksch (77. Daniel Schirmer), Leon Pomnitz, Ingmar Merle, Jonathan Müller (63. Vedran Jerkovic), Marcel Trägler - Matija Poredski.

OSC Vellmar: Tobias Orth - Maik Siebert, Stefan Matzenmiller, Christian Brinkmann, Moritz Meuser - Marius Ehlert, Dennis Schanze, Jonas Springer (87. Sebastian Wagener), Christian Wollenhaupt, Nasuf Zukorlic - Enis Salkovic (83. Hortigosa Garcia).

Schiedsrichter: Boris Reisert (Rödermark).

Zuschauer: 500.

Tore: 1:0 Marcel Trägler (16.), 1:1 Matija Poredski (56., Eigentor).+++

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