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"Sportlich kein Rückschritt"

David BETTENDORF, der Künzeller Defensiv-Knipser vorm Derby

Neun spiele, 810 Minuten Einsatzzeit und sechs Tore lassen sich für den Kapitän des TSV sehen
Archivfoto: Hendrik Urbin

16.09.2015 / FUSSBALL - Wenn man von den Bambinis an beim TSV Künzell spielt, weiß man ganz genau, was die "Mutter aller Derbies" in Osthessen - Künzell gegen Bachrain - ausmacht. David Bettendorf (24) durchlief alle Altersklassen an den Tannen und wechselte mit 21 Jahren zum TSV Lehnerz, um höherklassig Ehrfahrungen zu sammeln. Vor der Saison kehrte er nach Künzell zurück. Nicht, weil er in der Hessenliga gescheitert wäre, sondern weil ihm seine berufliche Zukunft ebenso wichtig ist, wie die fußballerische.



"Als ich nach Lehnerz wechselte, noch zu Verbandsligazeiten, wurde mir schon prophezeit, dass ich es nicht schaffen würde. Am Ende konnte ich mich sogar in der Hessenliga durchsetzen und es auf 27 Einsätze bringen. Aber ganz ehrlich: ich habe schon gemerkt, dass auf diesem Niveau irgendwann meine fußballerischen Grenzen beginnen. Sportlich gesehen, habe ich meine Ziele auf jeden Fall erreicht. Der Aufwand war schon wirklich groß, das erinnerte an Profifußball", erzählt der Wieder-Künzeller im Gespräch mit ON|Sport. In dieser Zeit machte Bettendorf auch seinen Bachelor in BWL und stellte die Weichen für seine berufliche Zukunft. "Konkurrenten auf dem Arbeitsmarkt konnten schon viel Erfahrung in Praktika sammeln und sich auszeichnen. Ich musste mich entscheiden zwischen Berufserfahrung und Fußball - erst lag mein Fokus auf dem Fußball."

Ab Oktober beginnt der Linksverteidiger seinen Master an der Hochschule in Fulda - er möchte sich in Zukunft mehr auf die berufliche Laufbahn konzentrieren. "Da war es für mich eigentlich logisch, nach Künzell zurückzukehren. Der Verein hat sich nicht groß verändert. Diegleichen Leute und Spieler sind da noch am Werk und menschlich habe ich mich wieder sofort wohl gefühlt", so Bettendorf weiter. Alle im Team würden sich super verstehen - "nach dem Spiel sitzen wir auch lange zusammen und trinken das ein oder andere Getränk - das passt einfach. Ein Rückschritt ist es für mich definitv nicht."

Torgefährlicher Verteidiger

Bettendorf war neben Keeper Daniel Breunung der einzige, der in dieser Saison alle neun Gruppenliga-Spiele von der ersten bis zur 90. Minute durchgezogen hat. Mit bisher sechs Treffern - und das als Außenverteidiger - ist er nicht unwesentlich am beachtlichen vierten Platz der Künzeller beteiligt. "Mir wurde es auch leicht gemacht. Wenn ich nach vorne gehe, weiß ich genau, dass Tim Farnung mir den Rücken stärkt. In so einem guten Mannschaftsgefüge ist es einfacher erfolgreich zu sein", schiebt der 24-Jähige den Erfolg auf seine Kollegen.

Bei acht Spielen ohne Niederlage und 18 Punkten bleibt nur ein Dorn im Auge: das erste Saisonspiel, das Heimderby gegen den TSV Bachrain wurde verloren. Am kommenden Freitag (17:30 Uhr) ist die Revanche am Geisküppel. "Natürlich wollen wir das Spiel gewinnen und jeder kennt die Brisanz des Derbies. Aber so langweilig es klingt, es gibt nur drei Punkte zu holen - auch eine Niederlage wäre kein Beinbruch. Natürlich darf sich Bachrain auf etwas gefasst machen. Wir sind gut drauf und wollen gewinnen." (Julius Böhm)

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Nur das erste Spiel ging dieser Saison verloren - ausgerechnet im Heimderby gegen den TSV Bachrain

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