Rückschritt als Fortschritt
Bankdrücker wird Nummer 1: Burghauns Daniel HEINRICH (21) trifft auf Ex-Club
Fotos: Hans-Hubertus Braune
10.09.2015 / FUSSBALL -
Weil seine Chancen auf einen Stammplatz gering standen, verließ Torwart Daniel Heinrich seinen Heimatverein SG Niederaula/Hattenbach. Vor zwei Jahren schloss er sich dem SV Rot-Weiß Burghaun an. Der Schritt eine Liga tiefer in die Kreisoberliga sollte der berühmte Schritt nach vorne in der persönlichen Entwicklung werden. Bei den rot-weißen hat er es auf Anhieb zur Nummer eins geschafft und stieg in die Gruppenliga auf. Am morgigen Freitag (18:15 Uhr in Niederaula) trifft er auf seinen alten Verein.
Für Daniel Heinrich, der nur wenige hundert Meter vom Sportplatz in Niederaula entfernt wohnt, sei es schwer gewesen, seinen Heimatklub, für den er seit der Jugend spielte, zu verlassen. "Nachdem ich die komplette Fußballzeit dort verbracht habe, war es ein schwerer Schritt. Aber im Nachhinein kann ich sagen, dass es richtig war", sagt Heinrich über seinen Abschied und gibt zu: "Die Jungs habe ich dann schon vermisst, aber wir haben immer noch Kontakt." Aus sportlicher Sicht habe er jedenfalls die richtige Entscheidung getroffen. Denn kaum in Burghaun angekommen, erkämpfte er sich sofort einen Stammplatz zwischen den Pfosten. Warum er den Schritt in die Kreisoberliga gewagt hat? "Ich habe mich bewusst für Burghaun entschieden. Mir war am wichtigsten, dass ich Vertrauen geschenkt bekomme und spiele. Das ist in meinem Alter sehr wichtig und in Niederaula war es nicht sicher, ob ich spiele", antwortet Heinrich.
Spielen, das blieb Daniel Heinrich bei seinem Heimatverein verwehrt. Vereinzelt kam er zwar zu Einsätzen in der ersten Mannschaft, an Stammtorwart Marvin Freisinger kam er jedoch nicht vorbei. Auch, weil ihn gleich zu Beginn eine Verletzung in der Vorbereitung aus der Bahn warf. "Und dann als Nummer zwei zu starten, ist wesentlich schwieriger. Ich bin zwar zu Einsätzen gekommen, aber durch den ständigen Wechsel war es schwer, in den Rhythmus zu finden", sagt Heinrich. Es reifte der Entschluss, seinem Klub den Rücken zu kehren, um in der persönlichen sportlichen Entwicklung einen Schritt nach vorne zu machen. "Niederaula hat sich zwar bemüht, dass ich bleibe, aber mir war wichtig, dass ich dauerhaft spiele", so Heinrich weiter.
Daniel Heinrich möchte seinen Beitrag dazu beitragen und diese Saison nutzen, um Sicherheit und Konstanz in sein Spiel zu bringen. "Deshalb habe ich mich bewusst entschieden, zu bleiben. Zumal ich mich hier wohlfühle. Die Gruppenliga ist sehr attraktiv, um sich als junger Spieler zu entwickeln", sagt Heinrich. Aus seinen Ambitionen, sich auch einmal höherklassig zu versuchen, macht er jedoch keinen Hehl: "Ich denke, dass ich noch Luft nach oben habe. Eine Liga höher zu spielen, ist schon mein Ziel", so Heinrich. Für dieses Ziel hat Daniel Heinrich vor zwei Jahren seinen Heimatverein Niederaula verlassen, um in Burghaun den nächsten sportlichen Schritt zu gehen. Ein Schritt, der ihn vom Bankdrücker zur Nummer eins gemacht hat. (Tobias Herrling)+++