Wiedersehen macht Freude
BOHL, RÖHRIG und WESS gegen ihren Ex-Klub - MEINHARDT: "Kein alltägliches Spiel"
Foto: Janina Hohmann
05.09.2015 / FUSSBALL -
Es ist wieder Derby-Zeit. In der Gruppenliga empfängt am Sonntag (15 Uhr) der FSV Thalau den TSV Rothemann. Beide Mannschaften fanden bisher noch nicht richtig in die Spur und liegen mit erst einem Sieg im unteren Tabellenmittelfeld. Das ohnehin brisante Duell hat durch den geschlossenen Wechsel von Florian Wess, Marc Röhrig und Christian Bohl nach Rothemann eine zusätzliche Note bekommen.
Das Rückspiel in der letzten Saison dürfte allen Beteiligten noch gut in Erinnerung sein: dank eines Treffers von Rothemanns Daniel Rother, der im Winter als Spielertrainer übernahm und aus Thalau kam, entführte der TSV beim 3:2-Erfolg drei Punkte aus Thalau. Rother traf mit einem Freistoß aus 25 Metern, bei dem FSV-Torwart Florian Wess keine gute Figur machte - sein Wechsel zu Rothemann stand damals bereits fest. Logisch, dass das Tor einen faden Beigeschmack hatte. Wohl auch deshalb wollte Wess nun vor dem Derby nichts sagen. "Ich möchte mich auf das Sportliche konzentrieren", lautete Wess' Entschuldigung.
Auskunftsfreudiger war dagegen Marc Röhrig. "In Rothemann entwickelt sich etwas und die Verantwortlichen haben sich sehr um mich bemüht. Das ist mein Heimatverein und eine Rückkehr habe ich mir immer offen gehalten", zeigt Röhrig seine Beweggründe auf. Er und seine Kollegen haben bisher noch nicht so in die Runde gefunden, wie erhofft. Zumindest, was die Resultate angeht, denn die Leistung sei ansprechend gewesen. "Wir waren in den ersten Spielen eigentlich nie komplett, es hat immer jemand gefehlt. Die Mannschaft muss sich erst noch finden, das dauert noch etwas", sagt Röhrig. Die junge Mannschaft sei in gewissen Situationen noch "zu grün hinter den Ohren". Da war die 3:0-Führung in Bronnzell, die verspielt wurde oder die Führung in zweifacher Überzahl in Johannesberg, die am Ende nur zu einem Unentschieden reichte. "Es waren aber immer Kleinigkeiten, die den Unterschied ausgemacht haben", so Röhrig. Deshalb wollte er auch nicht von einem Fehlstart sprechen und habe auch keine Bedenken.
"Das stimmt mich positiv, denn wir waren in keinem Spiel deutlich unterlegen. Aber wir müssen jetzt auch einmal einen Dreier einfahren", appelliert Röhrig. Da kommt das Derby doch gerade recht, oder? "Ein Derby ist wie ein Pokalspiel, da ist alles möglich. Aber für mich ist es ein ganz normales Spiel. In Thalau habe ich noch viele Kumpels und bei meinem Wechsel ist kein böses Blut geflossen", freut sich Röhrig auf die Partie. Warum der TSV am Sonntag das Spiel gewinnt? "Wir sind einfach mal dran. Wir haben uns zuletzt aufgerieben und wollen uns jetzt für unsere Mühen belohnen", ist Röhrig optimistisch und sieht einen Vorteil: "Wir stecken nie auf, das ist eine der großen Stärken von uns."
Foto: Tobias Herrling