NACHGEDACHT 138

Der Berg ruft - Gedanken von Christina LEINWEBER



30.08.2015 / REGION - Es ist ja manchmal ganz amüsant, wie sich mit dem Alter ändert, was man gern tut: Beispielsweise habe ich seit Neuestem das Wandern - speziell auf Berge - für mich entdeckt. Meine Eltern sind in meiner Kindheit und Jugend jeden Herbst mit mir nach Bayern gefahren. Damals empfand ich „Wandern“ noch als kleine Qual. Heute zieht es mich auf den Berg. Warum? Liegt es nicht auf der Hand?



Der Berg steht symbolisch für den Ort, an dem der Mensch näher bei Gott ist. Was bedeutet Nähe bei Gott? Eben nicht nur die kurze Entfernung zum Himmel, sondern dass man innerlich ruhiger wird. In sich eins. Wenn ich dann mal wieder mit viel Kraftanstrengung und pochendem Herzen auf der Spitze ankomme, fühle ich, wie ich langsam ruhiger werde. Und den Blick schweifen lassen kann – über die kleinen Orte, die „kleine Welt“, die ihre Macht verlieren. Man erhebt sich von allem, was man tagtäglich erlebt, der Alltag und seine Herausforderungen erscheinen überwindbar.

Jesus stieg nach der Speisung der Fünftausend auch auf einen Berg, um in der Einsamkeit zu beten. Er blieb bis spät am Abend allein. Betrachtet man hier die Raumsymbolik, wird klar: Jesus wählte den Ort, um näher zu Gott zu kommen. Er konnte hier in Ruhe sein, sich neu besinnen und womöglich auch neue Kraft schöpfen, für die Welt, die unten auf ihn gewartet hat. (Christina Leinweber) +++

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