Bodenständig, flexibel, mannschaftsdienlich
Lehnerz Niklas BREUNUNG erkämpft sich Stammplatz - "Am liebsten auf der Sechs"
Foto: Hendrik Urbin
28.08.2015 / FUSSBALL -
Rechts in der Kette, links in der Kette, Innenverteidiger oder defensives Mittelfeld - Niklas Breunung vom TSV Lehnerz ist in der Defensive vielseitig einsetzbar und hat sich nicht zuletzt dank seiner Flexibilität einen Stammplatz im Hessenliga-Kader erkämpft. Neben Andre Vogt (19) ist Breunung mit seinen 21 Jahren einer der jüngsten Spieler der Stammformation von Trainer Henry Lesser.
Trotz seines jungen Alters hat Niklas Breunung im Herrenbereich schon einiges mitgemacht und war fester Bestandteil der jüngsten Erfolgsgeschichte des TSV Lehnerz. Als die erste Mannschaft den Sprung aus der Verbands- in die Hessenliga schaffte, macht Breunung seine ersten Schritte bei den Aktiven. Das war vor drei Jahren als er in seinem letzten Jahr in der A-Jugend bei den Herren reinschnuppern durfte. "Wenn du als junger Spieler in so einer Mannschaft die ersten Schritte machen kannst, wird es einem relativ leicht gemacht", beschreibt Breunung seine Anfangsphase in der ersten Mannschaft. Der TSV war zu dieser Zeit in der Verbandsliga den Kontrahenten deutlich überlegen, sodass es gerade für junge Spieler einfacher war, in die Mannschaft zu finden. "Wenn du so überlegen bist, fällt es als einzelner schwer, abzufallen und du spielst ganz gut mit", formuliert es Niklas Breunung.
Mit dem Aufstieg in die Hessenliga sei die Umstellung eine ganz andere gewesen. "Da habe ich dann anfangs nicht viel gespielt. Aber mit der Zeit gewöhnt man sich daran und wird in seinen Leistungen konstanter", erzählt Breunung, der sich peu à peu an die härtere Gangart und das höhere Tempo gewöhnte und einen Stammplatz im Team von Henry Lesser erkämpfte. Dabei half ihm eine seiner wichtigsten Eigenschaften: seine Flexibilität, die Breunung selbst als eine seiner Stärken angibt. "Meine Stärke ist, denke ich, die Übersicht und meine Variabilität. Ich denke, das ist ein Grund, warum ich in den letzten Jahren immer wieder in der Startelf stand." Auf den Einwand, dass Flexibilität für manche Spieler Fluch und Segen zugleich ist, entgegnet Breunung: "Ja, da ist was dran. Wenn jeder seine feste Position hat, dann lässt ein Trainer einen vielleicht eher mal draußen, weil man ja auf vielen Positionen spielen kann."
Für ihn gelte das aber weniger, schließlich habe er in der letzten Saison die viertmeisten Einsätze seiner Mannschaft gehabt und konnte sich nicht "über mangelnde Einsatzzeit beschweren." Überhaupt misst der 21-jährige der Position, auf der er aufgestellt wird, nur wenig Bedeutung bei. Er stellt sich in den Dienst der Mannschaft. "Letztlich ist es auch nur Fußball und ob man jetzt links, rechts oder in der Mitte spielt, ist eigentlich egal. Das Grundprinzip ist immer gleich", sagt Breunung. Eine Lieblingsposition hat er dann aber trotzdem. "Ich würde am liebsten auf der „Sechs“ spielen", so der 21-jährige, der in der Defensive schon alle Positionen bekleidet hat. Je nachdem, wo gerade Personalnot herrschte. "Ich denke, dass es für mich schon förderlich war, dass ich auf verschiedenen Positionen gespielt habe", zieht Breunung positive Bilanz. Nachholbedarf bestehe aber im Offensivverhalten, erzählt Breunung, der in der Jugend erst bei Künzell, dann bei Bronnzell noch offensiver eingesetzt wurde. "Damals habe ich noch viele Tore geschossen, in den letzten Jahren bin ich dann immer weiter nach hinten gerutscht. In Lehnerz habe ich erst zwei Tore geschossen", zeigt Niklas Breunung seine Schwächen auf. Auch wenn er im Lehnerzer Trikot bisher selten als Torschütze in Erscheinung trat, aber wenn dann waren es besondere Tore: im letzten Jahr sicherte er dem TSV mit seinem Last-Minute-Treffer in Darmstadt die Aufstiegs-Relegation, vor zwei Wochen besorgte er im Derby den 4:0-Zwischenstand als er einen Gegenstoß über die rechte Seite überlegt abschloss.
Beruflich absolviert Niklas Breunung ein duales Studium im Logistikmanagement, das er nächstes Jahr mit dem Bachelor abschließen wird. "Bisher komme ich gut klar und da das in Fulda ist, kann ich das mit Training gut verbinden", beschreibt Breunung die Anforderungen aus Studium, Arbeit und ambitioniertem Fußball. Ab Oktober gehe das Studium an der Berufsschule Fulda wieder weiter, so dass der straffe Zeitplan etwas gelockert wird. "Man muss zwar immer wieder was lernen, aber man hat keine Pflichtanwesenheit", lacht Breunung über die Vorzüge des Studiums.
Als die SG Bronnzell in der Jugend mit dem TSV Lehnerz als JFV Viktoria Fulda kooperierte, entschied sich Breunung, seinen Pass auf den TSV zu schreiben. Personalsorgen in der ersten Mannschaft hätten ihm damals Perspektiven eröffnet. Eine kluge Entscheidung, wie sich im Nachhinein zeigte. Beim TSV fühlt er sich wohl und schätzt "das familiäre Umfeld im Verein." Was die Leute alles im Hintergrund leisten, falle in der Wahrnehmung öfters nicht so auf. "Das ist natürlich schön, wenn man es dann mit einem Erfolg wie gegen Borussia ein bisschen zurückzahlen kann", erzählt Niklas Breunung und möchte den ehrenamtlichen Helfern gerne noch öfter mit sportlichem Erfolg etwas zurückgeben. Ob er links, rechts oder in der Mitte seinen Teil dazu beiträgt - für Niklas Breunung ist das zweitrangig. Er stellt sich in den Dienst der Mannschaft. (Tobias Herrling)+++