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Aufschwung oder Einbruch?

Nach dem Derby wartet auf Flieden und Borussia der Liga-Alltag

Des einen Freud, des anderen Leid: Während Fliedens Torwart Jonas Ritzel und Nico Hohmann den Sieg feiern, schleicht Borusse Matija Poredski (Nr. 16) vom Feld
Fotos: Julius Böhm

28.08.2015 / FUSSBALL - In der Fußball-Hessenliga jagte in den letzten Wochen ein Derby das Nächste. Borussia gegen Lehnerz, Lehnerz gegen Borussia und letzten Samstag Borussia gegen Flieden. Etwas überraschend, aber umso verdienter verließen die Buchonen mit einem 3:2-Erfolg als Sieger die Johannisau. Nun wartet am Wochenende auf beide wieder der Liga-Alltag.


Der SV Flieden möchte nach seinem ersten Sieg der Spielzeit nun zuhause nachlegen und gegen die Sportftreunde Seligenstadt (Samstag, 15 Uhr) den ersten Heimerfolg folgen lassen. "Wir haben den Derby-Sieg richtig genossen, aber ich habe schon gewarnt, dass wir aufpassen müssen und es nicht zu leicht nehmen dürfen", tritt Meik Voll etwas auf die Euphoriebremse, ergänzt aber: "Natürlich kann man sich von so einem Erfolg auch tragen lassen." Nun erwarten die Buchonen die Sportfreunde aus Seligenstadt, die einen guten Start hinlegten und auf Rang vier der Tabelle liegen. In der letzten Spieltzeit siegte Flieden auswärts mit 4:1, verlor zuhause jedoch 0:3. "Man kann Seligenstadt mit ihrem neuen Trainer nicht mit der Mannschaft von letzter Saison vergleichen. Da hat sich auch im Kader einiges getan und der Trainer ist ein sehr erfolgreicher, der für seine sichere Defensive bekannt ist", relativiert Voll die Ergebnisse aus der Vor-Saison. "Ich rechne mit einem Geduldsspiel, wobei wir uns nicht nach dem Gegner richten, sondern unser Spiel durchziehen wollen. Wir wollen jetzt zuhause unseren ersten Dreier holen", gib Voll ein klares Ziel aus.

Personell plagen die Kicker aus dem Königreich aber einige Sorgen. Kapitän Andreas Drews fällt krankheitsbedingt aus, Dennis Nuspahic verletzte sich bei der zweiten Mannschaft am Meniskus und auch Ersatztorwart Lukas Hohmann fällt mit einem Rippenbruch bis auf Weiteres aus. "Daher werden wir uns auf dem Markt noch einmal umschauen, da sind wir schon in Gesprächen", könnte Voll bald einen weiteren Torhüter begrüßen. Der Fliedener Trainer kann gegen Seligenstadt aber auf einen Spieler bauen, der gegen Borussia Fulda im Mittelpunkt stand: Marc Götze. Der Neuzugang von der Borussia erlebte zuletzt eine harte Zeit in der Johannisau und musste erst einmal "aufgepeppelt" werden. "Ich glaube durch die sechs Wochen Vorbereitung und das Spiel am Samstag ist der Junge auf dem richtigen Weg. Das Tor beflügelt natürlich und das merkt man auch in der Trainingswoche. Er ist engagiert und viel freier, weil er sonst ein zurückhaltender Typ ist", stellte Voll fest und ergänzt: "Dass er in den letzten zwei Jahren zum A-Liga-Spieler geworden ist, das ist etwas, was einen als Fußballer total runterzieht." Nun sei Götze auf dem richtigen Weg, sein Potential abzurufen. "Wenn du so ein entscheidendes Tor schießt, dann kanst du das mitnehmen und sich das in deiner Entwicklung positiv bemerkbar machen. Ich glaube schon, dass wir mit dem Jungen in der Zukunft eine Menge Spaß haben werden", ist Voll von seinem Schützling, den er einst in die zweite Mannschaft der Borussia geholt hatte, überzeugt.

Anders stellt sich die Situation für die Borussia aus Fulda dar. Der Aufsteiger verlor die letzten drei Pflichtspiele in Folge. Erst wurden die Hessenliga-Derbies gegen Lehnerz (1:4) und Flieden (2:3) in den Sand gesetzt, unter der Woche schied man auch noch im Kreispokal aus - erneut hieß der Gegner TSV Lehnerz (0:1). "Die Aufstiegs-Euphorie ist verflogen. Aber im Endeffekt sind wir in der Hessenliga angekommen und fahren jetzt nach Griesheim, um zu gewinnen", richtet Sportmanager Sebastian Möller den Blick nach vorne. Die Borussia tritt am Samstag (15 Uhr) bei der heimischen Viktoria an, die mit einem Sieg aus vier Spielen im Tabellenkeller zu finden ist. Mit einem Sieg könnten sie aber bis auf einen Zähler an die Borussia herankommen. Die Truppe von Oliver Bunzenthal steht daher unter Zugzwang, um den guten Saisonstart nicht zu verspielen. "Druck hast du bei Borussia immer. Das sind wir gewohnt. Dass die Mannschaft einen Knacks bekommen hat nach den letzten Ergebnissen glaube ich nicht. Auf mich macht sie einen gefestigten Eindruck", glaubt Möller dass die Niederlagen gut verkraftet wurden. Vor allem nach dem Pokalaus in Lehnerz habe er das Gefühl bekommen, dass die Jungs nun in Griesheim eine Trotzreaktion zeigen wollen. "Ich habe vollstes Vertrauen in Trainer und Mannschaft und bin optimistisch, dass wir am Samstag punkten werden." Ob Marius Müller am Wochenende auflaufen kann, steht indes noch nicht fest. Der Mittelfeldspieler laboriert an einer Knieverletzung und verzichtete am Mittwoch auf einen Einsatz im Pokal. (Tobias Herrling)+++

Möchte die Euphorie mitnehmen: Fliedens Trainer Meik Voll

Oliver Bunzenthal und seine Mannen mussten zuletzt drei Niederlagen hinnehmen

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