"Ich bin keiner, der Ruhe hält"
Der neue Trainer der Lauterbacher Luchse Arno LÖRSCH im Interview
Archivfotos: Konstantin Müller
20.08.2015 / EISHOCKEY -
Arno Lörsch (54) ist der neue starke Mann auf der Trainerbank der Luchse Lauterbach. Der ehemalige Headcoach des EHC Neuwied möchte die gute Eishockey-Arbeit bei den Luchsen fortsetzen und die Marke 'Luchse Lauterbach' weiter entwickeln. Wie er sich in seiner neuen Heimat eingelebt hat, was er sich von den Neuzugängen verspricht und wie ihm seine berufliche Umstellung fiel, verriet der neue Cheftrainer der Luchse Lauterbach im Interview mit ON|Sport.
ON|Sport: Herr Lörsch, Sie sind seit Juli als Cheftrainer der Luchse Lauterbach im Amt. Wie waren denn die ersten Wochen?
Arno Lörsch: Wenn man die Wochen aufteilt auf die Zeit von den ersten Gesprächen im Mai bis Ende Juli als die Vorbereitung schon losging, dann war alles bisher sehr, sehr gut. Der Eindruck, den ich hier in Lauterbach rund um den Verein und die Mannschaft gewonnen habe, ist sehr gut.
Und haben Sie sich auch schon privat gut eingelebt?
Ja, wir wohnen jetzt seit drei Wochen hier. Meine Frau und ich fühlen uns super wohl und es gibt im Moment überhaupt keinen Grund, etwas zu beklagen. Wir haben eine tolle Wohnung und bisher nur nette und offene Menschen getroffen. Unterm Strich ist alles gut.
Wir hatten letzte Woche ein Gespräch mit unserem neuen Torwart Tim Stenger gehabt, um genau das zu hinterfragen. O-Ton von ihm: ‚Ich fühle mich sauwohl‘.
Also wie Sie sind auch die Neuen zufrieden.
Bis jetzt sind alle sehr zufrieden und auch die anderen Jungs, die noch gekommen sind (Dominik Hülskopf und Kevin Schophuis, Anm. d. red.) sind vom Verein angetan und freuen sich, dass ihnen in der neuen Umgebung so viel geholfen wird.
Ich denke schon, dass die Jungs die Mannschaft einen Schritt nach vorne bringen. Das ist ja auch der Sinn und Zweck, warum wir sie geholt haben. Die Mannschaft soll sich genauso weiterentwickeln wie der Verein, die Marke Luchse Lauterbach. Und dazu gehört ja auch, dass man hier und da neue Spieler dazu holt. Vor allem vor dem Hintergrund, dass einige Spieler abgewandert sind. Ich bin mir sicher, dass wir den ein oder anderen guten Fang gemacht haben.
Es hieß, dass noch ein bis zwei Stürmer kommen soll(en). Gibt’s da schon Konkretes?
Wir sind auf der Suche nach einem oder zwei Stürmern. Ich habe noch zwei Plätze im Kader offen, die ich gerne mit einem Erfahrenen und einem Jungen belegen möchte. Momentan laufen überall die verschiedenen try-outs (in try-outs spielen Akteure vor und bewerben sich um einen Platz, Anm. d. Red.). Bei den DEL2-Mannschaften sind die abgeschlossen, bei den Oberligisten fangen die gerade an. Das wird noch die nächsten zwei, drei Wochen so gehen. Ich persönlich denke, dass sich Ende August auf dem Transfermarkt noch etwas bewegen wird. Aber wir überstürzen nichts. Es gibt losen Kontakt zu dem ein oder anderen, aber feststeht, dass ich zu Saisonbeginn mindestens einen, aber eher zwei Stürmer verpflichten möchte.
Tabellarisch einen Platz festzulegen wäre in der neuen Liga, in der wir jetzt spielen, sehr gefährlich. Die Oberliga West erfährt eine deutliche Aufwertung im Gegensatz zur letztjährigen Liga. Es kommen etablierte Oberligisten hinzu, die jahrelang in der dritthöchsten Liga gespielt haben. Hamm, Ratingen und Neuss sind keine Mannschaften, die im Vorbeigehen geschlagen werden. Die haben alle qualitativ hochwertige Kader und haben letztes Jahr teilweise Oberliga gespielt. Die müssen sich eigentlich auf den Plätzen eins bis drei festsetzen. Dortmund und Dinslaken haben auch noch einmal kräftig aufgerüstet und gehen mit dem Ziel, möglichst zeitnah aufzusteigen, an die Sache ran. Dann gibt’s einen ganz harten Kampf um Platz sechs und da wollen wir möglichst lange dabei sein. Mein persönliches Ziel ist es, diesen sechsten Rang zu bekommen. Es wird mit Sicherheit eine super interessante Saison für die Mannschaft und die Zuschauer mit qualitativ deutlich besserem Eishockey als letztes Jahr.
Auf welche Spielweise können sich denn die Zuschauer unter dem neuen Trainer Arno Lörsch freuen?
Sie waren Oberstaatsfeldwebel bei der Bundeswehr, jetzt arbeiten Sie hauptamtlich als Trainer. Wie leicht oder schwer fiel Ihnen denn die Umstellung?
Die Umstellung ist eigentlich sehr positiv. Ich habe das die letzten Jahre von meinen Kollegen in der Oberliga erfahren, die alle Profi-Trainer waren. Die haben eine ganz andere Zeit für ihre Mannschaft als einer, der voll berufstätig ist und das nach Feierabend macht. Das ist schon ein entspannteres Arbeiten und du kannst viel akribischer arbeiten. Das ist ein großer Vorteil und das genieße ich momentan in vollen Zügen.
Sie haben sich selbst als einen „anstrengenden Trainer“ beschrieben. Was genau meinen Sie damit?
Ich bin ein Trainer, der nie Ruhe hält und bin immer auf der Suche nach Verbesserungen. Ich bin keiner, der auf der Stelle tritt und fordere sowohl meine Mannschaft als auch den Verein. Ich suche immer etwas, das den Verein und die Mannschaft nach vorne bringt. Ob das im wirtschaftlichen oder sportlichen Bereich ist. Wenn ein Thema erledigt ist, habe ich mit Sicherheit schon wieder zwei, drei Themen im Hinterkopf. Deswegen sage ich, dass ich ein relativ anstrengender Trainer bin. Das weiß der Verein aber und genau das wollten sie auch.
Ihr Zwischenfazit fällt also positiv aus?
Ja, im Moment ist alles gut. Wir können uns nicht beschweren, arbeiten hart mit der Mannschaft und freuen uns, dass es nächste Woche endlich aufs Eis geht.
Vielen Dank für das Gespräch! (Tobias Herrling)+++
Foto: Lauterbacher Luchse