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Kam aus Flieden zum SCB

Sebastian RUHL: "Verhältnis gut, aber auf dem Platz zählt nur der Sieg"

Beim ersten Derby grätscht er Alex Reith ab - am Ende gewannen die Borussen mit 1:0
Fotos: Hendrik Urbin

20.08.2015 / FUSSBALL - Sebastian Ruhl (30) ist schon jetzt eine feste Abwehrstütze im Defensivverband von Borussia Fulda. Vor dem Derby gegen den SV Flieden (Samstag, 18:30 Uhr) hat er mit ON|Sport darüber gesprochen, was er sich vom Derby erhofft, was er von seinen Abwehrkollegen noch lernen kann und wie das Verhältnis zu seinen Ex-Kollegen im Königreich Flieden ist.

ON|Sport: Knapp acht Wochen Vorbereitung und Saisonbeginn sind passe - sind Sie schon beim SCB angekommen?



Sebatsian Ruhl: Ich denke schon. Jeder Neue wurde sehr gut aufgenommen und wir haben uns auch gut eingefügt, denke ich. Nach und nach, von Spiel zu Spiel wächst das Team auch immer besser zusammen - man darf sicher nicht vergessen, dass fünf Neuzugänge ihre Zeit brauchen, bis da alles passt, aber bisher läuft alles ziemlich gut.

Nach eineinhalb Jahren Flieden - war der Wechsel die richtige Entscheidung?

Sportlich ist es mit der Hessenliga ja dasselbe Niveau und möchte da auch keinen Verein hochheben oder den anderen herabsetzen. Ich hatte eineinhalb sehr schöne Jahre in Flieden, die ich auch nicht missen möchte. Für mich gab es mehrere Gründe für den Wechsel - zum Beispiel, dass Martin Hohmann seine Trainerkarriere beendet hat. Die Borussen hatten schon länger ihr Interesse an einer Zusammenarbeit bekundet und so hat das dann alles ganz gut gepasst.

Kommen wir zum sportlichen Teil: sieben Punkte aus vier Spielen lassen sich für einen Aufsteiger sehen. Bei den Buchonen sprang erst ein Zähler heraus, dennoch erwarten Sie am Samstag keinen Selbstläufer, oder?

Das wird ähnlich wie gegen Lehnerz. Das Spiel ist ein Derby und das ist immer so ein 50:50-Angelegenheit. Flieden spielt sehr kampfbetont und wird uns so auch Probleme bereiten. Außerdem glaube ich, das Fabian Schaub wieder auflaufen kann und über seine Stärken braucht man nicht reden. Natürlich wollen wir das Spiel gewinnen. Das ist das schöne am Fußball, dass man noch einer solchen Niederlage wie gegen Lehnerz gleich die Chance hat, es wieder gut zu machen.

Wie wird das Aufeinandertreffen mit deinen Ex-Kollegen - freundschaftlich oder voller Rivalität?

Ich habe mit den Jungs natürlich immernoch ein gutes Verhältnis, aber auf dem Platz zählt nur noch der Sieg - das kann man dann nicht freundschaftlich durchgehen lassen (lacht). Wir werden alles dafür geben, um das Spiel zu gewinnen, aber nachher trinken wir auch ein Bierchen zusammen - so ist es nicht.

Sieben Punkte sind top, sechs Gegentore noch nicht ganz. Was war das Abwehrproblem beim 1:4 gegen Lehnerz?

Unsere ersten zwei Gegentore der Saison waren vermeidbar: ein indivueller Fehler und eine Standardsituation. In den ersten drei Spielen standen wir schon ziemlich gut. Gegen Lehnerz (lacht) war es ganz schwer an diesem Tag zu gewinnen. Gegen den Sonntagsschuss von Pierre Mistretta zum 1:0 kann man wenig machen und dann fallen die Tore zu den perfekten Zeitpunkten - da haben wir uns nicht ganz so glücklich angestellt, aber so Spiele gibt es auch. Dann kann man wenigstens daran arbeiten.

Sie sind auf Anhieb Stammspieler und haben mit Nikola Milankovic einen bärenstarken Partner - was kann man von einem solch erfahrenen Spieler noch mitnehmen?

(lacht) Nikola ist ein klasse Typ. Obwohl wir in der Vorbereitung nicht viel zusammen spielen konnten, haben wir uns schnell gefunden - das geht mit einem so erfahrenen Sportler dann besser, als wenn man mit einem 18-jährigen Neuling zusammen auf dem Platz steht.

...und wie stark ist er?

Wie er den Ball spielt, wie er den Aufbau gestaltet und wie er in die Zweikämpfe geht - da sieht man natürlich, dass er schon in höheren Klassen Fußball hat. Man schaut immer ein wenig nach den Anderen und was man sich so abschauen kann, aber man ist ja auch ein fertiger Fußballspieler.

Was trauen Sie Ihrem ohnehin starken Team zu?

Wir müssen uns zunächst finden und in der Hessenliga ankommen. Ich denke, wir werden mit dem Abstieg nichts zu tun haben und könnten mit einem einstelligen Tabellenlpatz zufrieden sein. Die Mannschaft hat in den letzten zwei Jahren so gut wie überhaupt nicht verloren - vielleicht war die Niederlage in Lehnerz nicht so schlecht, auch wenn wir natürlich gewinnen wollten.

Für Samstag: was wünschen Sie sich für das Derby gegen Ihren Ex-Club?

Natürlich hoffe ich beim dem Derby auf eine ähnlich tolle Kulisse wie schon vor vier Wochen gegen Lehnerz. 18:30 Uhr ist eine schöne Uhrzeit, da kommen auch viele interessierte Fußballer aus der Region. Flieden kann genauso wie wir einen schönen Fußball spielen, weswegen den Zuschauern bestimmt einiges geboten wird - sportlich gesehen haben wir nur ein Ziel und das ist der Heimsieg!

Vielen Dank! (Julius Böhm) +++

In Flieden zog Ruhl (Mitte) mit seinem SCB den Kürzeren



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