Ernte 2015

Erträge besser als befürchtet: Trockenheit mindert Ernte



04.08.2015 / REGION - Der Winter war es nicht, der den Landwirten in Osthessen Sorgen bereitete, sondern fehlende Niederschläge von Februar bis in den Sommer. Beim Erntegespräch des hessischen Bauernverbands am Montagmittag zog Präsident Friedhelm Schneider in Hünfeld Bilanz der Ernte 2015. Auf dem Hof von Landwirt Norbert Krimmel, der auf 282 Hektar hauptsächlich Winterweizen, Wintergerste und Raps anbaut, gab es die wichtigsten Zahlen zur diesjährigen Ernte.



„2014 war so nass, dass fast gar nicht mehr ging. 2015 ist es genau andersherum: So sind wir Mitte August mit dem Einfahren der Ernte so gut wie fertig“, so Schneider. Die Bauernregel „Ist der Mai kühl und nass, füllt er des Bauern Scheun`n und Fass“ sei auch für 2015 zutreffend gewesen – nur leider im Negativen. Beim Getreide rechnet der hessische Bauernverband je nach Getreideart und Standort mit Einbußen von bis zu 30 Prozent.


Auffallend jedoch seien die extremen Unterschiede bei den Erträgen. Schlechte Böden und Virusbefall verursachen an manchen Lagen unter drei Tonnen Ertrag pro Hektar, während andernorts gute Standorte mit besserer Niederschlagsverfügbarkeit über acht Tonnen Erträge pro Hektar eingebracht haben.

Aber auch den Rinderhaltern macht die Trockenheit zu schaffen. Der erste und zweite Grünlandschnitt lagen im Schnitt 30 bis 50 Prozent unter dem Vorjahr. Und seitdem ist fast nichts nachgewachsen. Um die Restbestände aus dem guten Jahr 2014 gut verteilen zu können, hat der Verband eine Grundfutterbörse eingerichtet.

Lothar Röder, Vorsitzender des Kreisbauernverbandes Fulda-Hünfeld, sagte: „Erst sah es so aus, als bekämen wir eine Katastrophe. Alles in allem ist es dann aber doch glimpflich ausgegangen.“ Bei der Wintergerste, die im Landkreis Fulda auf etwa 67.000 Hektar angebaut wird, liegen die Ernteergebnisse meist über den Erwartungen: Im Durchschnitt liegen die Erträge etwa zehn Prozent unter dem Vorjahresniveau. Beim Winterweizen liegen die bisherigen Erträge im Durchschnitt 20 Prozent unter dem Vorjahresergebnis. Besondere Verluste erwartet der Verband bei der Sommergerste und Hafer – Grund dafür sei der anhaltende Wassermangel während der gesamten Vegetationsperiode. (Anna Medlin) +++

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