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Einsatz modernster Technik im Profi-Fußball – Ein Weg zu mehr Gerechtigkeit oder Entzauberung des Ballsports?
Nicht immer ist ein Tor so eindeutig. © Smileus - Fotolia.com
28.05.2015 / REGION -
Weinende und vor Wut schäumende deutsche Fußballfans gab es nach dem berühmten Wembley-Tor, welches England 1966 den WM-Sieg bescherte, sicher Tausende. Doch war dies nicht die einzige Situation, in der bei einem wichtigen Match unklar war, ob ein Tor nun zählt oder nicht. Es gibt zahlreiche Fälle, in denen im Nachhinein von einer klaren Fehlentscheidung des Schiedsrichters gesprochen wird. Schiedsrichter sind schließlich auch nur Menschen und Menschen machen nun mal Fehler. Doch damit soll nun Schluss sein. Heute ist der Einsatz modernster Technik im Fußball immer gefragter. So soll die Torlinientechnologie dafür sorgen, dass es keine Diskussionen mehr darüber gibt, ob der Ball nun im Tor war oder nicht. Wie diese Technik funktioniert, warum kritische Stimmen laut werden und was es zudem mit anderen technischen Errungenschaften, wie dem High-Tech-Hybrid-Rasen, dem Brazuca Ball im Windkanal oder den Fußballschuhen aus Carbon und Glasfaser auf sich hat, wird im Folgenden beleuchtet.
Skandal-Tore im Fußball
In der Fußballgeschichte gab es schon so einige Fehlentscheidungen oder vermeintliche Fehleinschätzungen, die für Aufsehen sorgten. Am bekanntesten ist wohl das Wembley-Tor bei der Weltmeisterschaft 1966. Doch darüber hinaus soll noch auf weitere Tore oder eben Nicht-Tore eingegangen werden, die die Gemüter sowohl im als auch außerhalb des Stadions erregten und noch heute für Diskussionen sorgen.
- Das Wembley-Tor 1966 – Ein Mythos der Fußballgeschichte
Es war das WM-Finale des Jahres 1966 und auf dem Platz standen sich die deutsche und die englische Nationalmannschaft gegenüber. Deutschland ging unerwartet vor knapp 100.000 Zuschauern im Stadion in der zwölften Minute durch den Treffer von Helmut Haller in Führung. Doch die Engländer holten auf und zur Halbzeit stand es 2:1 für die Nationalmannschaft von der Insel. In der zweiten Halbzeit war es den englischen Spielern dann daran gelegen, für klare Verhältnisse zu sorgen. Doch mehrere Male verfehlten sie das deutsche Tor. So nutzte Wolfgang Weber die Chance und erzielte in der 89. Minute den Ausgleichstreffer, das Spiel ging in die Verlängerung. In der 100. Minute folgt der Schuss durch Hurst. Der Ball knallte an die Latte, sprang auf die Torlinie und aus dem Tor heraus. Während die englischen Spieler und Fans schon jubelten, erwarteten die Deutschen einen Eckball. Der Schiedsrichter Gottfried Dienst, ein Schweizer, befragte den sowjetischen Linienrichter Tofik Bachramow nach seiner Meinung und dieser entschied auf Tor. Somit führte England 3:2. Daraufhin waren die englischen Fans so begeistert, dass einige von ihnen das Feld stürmten. Das Tor, welches Hurst daraufhin zum 4:2 erzielte, hätte also auch nicht zählen dürfen, trotzdem gab es der Schweizer Schiedsrichter. Bis heute ist nicht geklärt, ob der von Hurst geschossene Ball zum 3:2 mit vollem Durchmesser hinter der Torlinie aufsprang.
Quelle: http://www.wasistwas.de/archiv-sport-kultur-details/das-wembley-tor-oder-etwa-nicht-tor.html
- Helmers Phantom-Tor – 0:1 für die Bayern
Diskussionen gab es auch im Jahr 1994, diesmal jedoch in der Fußball-Bundesliga, genauer gesagt im Spiel Bayern München gegen den 1. FC Nürnberg. Nach einer Ecke hatte Spieler Thomas Helmer den Ball in einer unübersichtlichen Szene neben das Tor gestochert. Laut Schiedsrichter zählte das Tor und die Münchner gewannen das Spiel mit 2:1. Während München um die Meisterschaft kämpfte, ging es beim 1. FC Nürnberg um den möglichen Abstieg. Aufgrund des knappen Ausgangs und dieser schwierigen Konstellation wurde eine Wiederholung des Spiels beschlossen. Die Wiederholung ging 5:0 für die Bayern aus, welche somit Meister wurden.
Quelle: http://www.handelsblatt.com/sport/fussball/chip-im-ball-das-phantomtor-von-thomas-helmer/3911032-6.html
- Die Wembley-Revanche 2010 – Deutschland schickt die Engländer mit 4:1 nach Hause
Es dauerte 44 Jahre, doch Deutschland sollte im Achtelfinale der WM in Südafrika seine Revanche gegen England bekommen. Wie damals in Wembley prallte der Ball an der Lattenunterkante des Tors ab. Nur, dass es sich diesmal um das deutsche Tor handelte und Frank Lampard, also ein Engländer, für den Schuss verantwortlich war. Diesmal landete der Ball jedoch tatsächlich hinter der deutschen Torlinie. Er sprang daraufhin hoch und der deutsche Torwart Neuer fischte ihn aus dem Tor und tat, als sei nichts passiert. Der Schiedsrichter entschied daraufhin auf „kein Tor“. Die Fernsehbilder zeigten im Anschluss, dass es sich dabei um eine klare Fehlentscheidung handelte.
Quelle: http://geschichtspuls.de/fussball-wm-2010-deutschland-england-revanche-wembley-tor-art1482
- Das Ukraine Tor – die TV-Bilder sind eindeutig
Glück hingegen hatten die Engländer bei der EM 2012 im Spiel gegen die Ukraine. Die Ukrainer erzielten einen korrekten Treffer, der vom Schiedsrichter allerdings nicht anerkannt wurde. Joe Hart fälschte einen Schuss des ukrainischen Spielers Marco Devic in Richtung des englischen Tors ab. Der englische Torhüter John Terry schlug den Ball erst hinter der Torlinie weg, doch dies sah der Torrichter wohl nicht, sodass der Schiedsrichter weiterspielen ließ. England gewann die Partie so ungerechtfertigter Weise mit 1:0. Die Fans sowie die ukrainische Nationalmannschaft waren außer sich.
Quelle: http://www.welt.de/sport/fussball/em-2012/article106371516/Gastgeber-Ukraine-gegen-England-um-Tor-betrogen.html
- Kießlings Phantom-Tor – Das Loch im Netz
Ebenfalls zu den Skandal-Toren zählt Kießlings-Phantom-Tor vom 18.10.2013 im Spiel Leverkusen gegen Hoffenheim. Stefan Kießlings Kopfball ging ans Außennetz des Hoffenheimer Tores und gelangte durch ein Loch im Netz ins Tor. Der damals zuständige Schiedsrichter entschied auf Tor und Leverkusen ging mit einem Spielstand von 2:1 als Sieger vom Platz. Hoffenheim legte gegen diese Wertung Einspruch ein, jedoch ohne Erfolg.
Quelle: http://www.faz.net/aktuell/sport/fussball/bundesliga/kiesslings-phantomtor-hoffenheim-beraet-ueber-einspruch-12637447.htm
Die Einführung der Torlinientechnik
Die genannten Skandal-Tore und Fehlentscheidungen trugen entscheidend dazu bei, dass ab der Saison 2015/2016 nun auch im deutschen Profi-Fußball die Torlinientechnologie zum Einsatz kommt. Es handelt sich dabei um technische Hilfsmittel, die dazu dienen, zu bestimmen, ob der Ball die Torlinie im vollen Umfang überschritten hat und ob es sich somit um einen gültigen Treffer handelt.
- Die verschiedenen Torlinienüberwachungssysteme
Bislang gibt es vier unterschiedliche Torlinienüberwachungssysteme, welche von der FIFA lizensiert sind. Diese sollen nun näher betrachtet werden. Und zwar:
Cairos ist eine Innovation des deutschen Sportartikelherstellers Adidas. Dabei handelt es sich um ein schwaches Magnetfeld, welches von einer im Boden vergrabenen Gabel erzeugt wird. Der Ball wiederum verfügt über Metallimpulse, welche bei vollständiger Überschreitung der Torlinie einen Impuls senden. Dieser hat ein Signal zur Folge, welches auf der Armbanduhr des Schiedsrichters angezeigt wird, sodass er weiß, dass es sich um einen regulären Treffer handelt.
Die Goalref-Technologie entstand aus einer Zusammenarbeit des Frauenhofer-Instituts für Integrierte Schaltung sowie dem gleichnamigen dänischen Unternehmen. In den Torstangen eingebaute Antennen erzeugen ein magnetisches Feld, welches mit einem unsichtbaren Vorhang über der Torlinie vergleichbar ist. Der Ball ist mit einem Funkchip versehen. Auch bei dieser Variante empfängt der Schiedsrichter wieder ein Signal auf seiner Uhr, sobald der Ball die Torlinie vollständig überquert hat.
Die GoalControl GmbH, welche ihren Sitz in der Nähe von Aachen hat, bedient sich bei ihrer Technologie 14 Hochgeschwindigkeitskameras. Die Kameras sind rund um das Spielfeld installiert und übermitteln innerhalb einer Sekunde ein Signal an die Uhr des Schiedsrichters, welches angibt, ob es sich um einen regulären Treffer handelt. Weiterhin bietet diese Technologie das sogenannte GoalControl Replay System. Es erstellt Animationen von strittigen Spielszenen in der Nähe des Tores und zeigt diese auf den Leinwänden im Stadion sowie auf dem Bildschirm der Fernsehzuschauer.
Ursprünglich stammt das „Falkenauge“, was Hawk-Eye übersetzt bedeutet, aus England, wurde 2011 jedoch von der Firma Sony übernommen. Unter dem Dach des Stadions werden 14 Kameras montiert, zusätzlich gibt es sechs Messkameras sowie eine Hochgeschwindigkeitskamera pro Tor. Sie alle erfassen die Position des Balles auf den Zentimeter genau.
Überschreitet der Ball nun die Torlinie, wird dies von den Kameras erfasst und ein Signal wird an den Schiedsrichter geschickt. Auch hier empfängt wieder die Uhr des Schiedsrichters das Signal, welches sich durch eine Vibration sowie ein Blinken und die Information „Tor“ auf dem Display der Uhr bemerkbar macht. Weiterhin wird der Schiedsrichter durch ein akustisches Signal in seinem Funkkopfhörer über das Tor informiert. Eine grafische 3D-Darstellung der Flugkurve des Balles kann, wenn gewünscht, auf die Leinwand im Stadion projiziert werden, beziehungsweise auf dem Bildschirm der Fernsehzuschauer erscheinen. Verantwortlich dafür sind spezielle Replay-Kameras auf der Höhe der Torauslinie.
- Die Regelung zum bisherigen Einsatz technischer Hilfsmittel im Profi-Fußball
Es folgen die Reglungen bezüglich der Torlinientechnologie in einigen ausgewählten Fußballverbänden.
- In der englischen Premier League
Die englische Premier League führte die Hawk-Eye-Technologie bereits zur Saison 2013/2014 ein. Somit ist der englische Verband Vorreiter in Europa, wenn es um die Nutzung der Torlinientechnologie geht. Dabei hat jeder Verein bis zum Jahr 2017 wohl Kosten in Höhe von rund 300.000 Euro zu tragen.
Die UEFA hat seit der Saison 2009/2010 beschlossen, zwei Unparteiische auf Höhe der Torlinie zu positionieren, um so für zusätzliche Klarheit zu sorgen. Dieses Konzept wurde ein Jahr danach auch in der Champions League angewendet.
Die zusätzlichen Torrichter wurden im Zuge der Europameisterschaft im Jahr 2012 erstmals auch bei einem großen Turnier eingesetzt, um den Schiedsrichter zu unterstützen. Die Goalcontrol Technik wurde von der FIFA im Zuge des Confederations Cup 2013 in Brasilien erfolgreich getestet und kam anschließend auch bei der WM im Jahr 2014 zum Einsatz. Der erste Treffer der WM Geschichte, welcher durch die Torlinientechnik attestiert wurde, war übrigens das Eigentor von Noel Valladares, dem Torhüter von Honduras im Spiel gegen Frankreich.
Quelle: https://www.fussballoutlet24.de/blog/Torlinientechnik-klarere-Entscheidung-bei-Phantomtoren/b-92
Zusätzlicher High-Tech im Profi-Fußball
Die Torlinientechnologie ist nicht der einzige High-Tech, der heute bei immer mehr Spielen zum Einsatz kommt. Der Fußball selbst ist mittlerweile nicht mehr nur ein einfacher Ball aus Leder, die Fußballschuhe bestehen aus Carbon und Glasfaser und selbst der Rasen auf dem Spielfeld darf sich heute High-Tech-Hybridrasen nennen.
- Brazuca – der WM Ball 2014
Bei einem am Tor vorbeigeschossenen Ball kam bisher nicht selten der Vorwurf auf, das verarbeitete Material wäre Schuld und es wäre so zu einem Schlingern des Balles gekommen. In Japan wurden deshalb Versuche im Windkanal durchgeführt, um das Flugverhalten verschiedener Turnierbälle zu ermitteln. Die Wissenschaftler kamen zu dem Ergebnis, dass es bei einigen Bällen sehr wohl instabile Flugbahnen gibt. Auf den WM-Ball von 2014, den Brazuca, trifft dies allerdings nicht zu, er liegt sehr stabil in der Luft und hat die besten Flugeigenschaften im Vergleich mit den anderen Bällen, so die Erkenntnis nach den Versuchen im Windkanal.
Dass der Brazuca sich gegen alle andere Bälle durchsetzen konnte, ist jedoch kein Zufall, sondern das Ergebnis langwieriger Entwicklungsarbeit. Der offizielle Ball der WM 2014 besteht aus drei Hauptteilen, nämlich:
- Der Butylblase
- Der Karkasse
- Der Oberflächenstruktur
Die größte Innovation ist die Oberflächenstruktur des Balls. Dafür wurden sechs Panels mit absolut identischer Form und Geometrie zusammengesetzt. Zum Vergleich: Normale Bälle bestehen aus 12, 16 oder sogar 32 Panels, was ihre Anfälligkeit für Verarbeitungsfehler, vor allem in Bezug auf die Nahtstellen, erhöht.
Die Panels werden weiterhin verklebt, um vollständig auf Nahtstellen zu verzichten. Zudem ist der Brazuca der meistgetestete Ball, den Adidas je produziert hat, so die Angaben des Unternehmens. So wurde der Ball vor seinem Einsatz von rund 600 unterschiedlichen Spielern an Standorten in zehn verschiedenen Ländern getestet und das bei ganz unterschiedlichen Wetter- und Höhenbedingungen.
Quellen: http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/wm-ball-brazuca-versuche-im-windkanal-zeigen-stabile-flugbahn-a-972399.html
- Der High-Tech Fußballschuh
Die Fußballschuhe der Nationalteams sind aktuell nicht nur kunterbunt, sondern auch hochtechnologisch. Waren frühere Modelle noch aus Leder, haben die Entwickler heute erkannt, dass dieses Material im Profisport zu schwer und in seinen Grenzen zu eng ist. Moderne Fußballschuhe bestehen deshalb aus Carbon und Glasfaser. Über 70 Prozent des High-Tech-Schuhs bestehen aus Kunststoff, welcher nicht nur leicht, sondern auch reißfest, bruchsicher, wasserabweisend und dennoch atmungsaktiv ist. Nur 200 Gramm bringt solch ein Technikwunder auf die Waage und sorgt somit für federleichte Fußballerfüße. Auch für die Produktion der Stollen kommt Spezialkunststoff zum Einsatz sowie eine spezielle Anordnung, welche den Spielern, laut Hersteller, eine 360-Grad-Drehung ermöglichen soll.
Seit 2006 ist es den Nationalspielern erlaubt, Fußballschuhe ihrer Wahl zu tragen. Sie sind also nicht mehr dazu verpflichtet, die Modelle des DFB-Ausrüsters zu wählen.
Mario Götze entschied sich für ein besonders innovatives Modell, eine Art Strickschuh, welcher über die sogenannte Flyknit-Technologie verfügt. Der Einschlupf dieses Schuhs erinnert an eine Socke und der Schuh soll dem Spieler ein noch besseres Gefühl für den Ball vermitteln.
Quelle: http://www.sueddeutsche.de/news/sport/fussball-der-rasen-als-laufsteg---die-hightech-schuhe-der-stars-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-140620-99-01728
Die meisten Stadien sind mit einem austauschbaren Rollrasen ausgestattet. Doch im Jahr 2014 wurde in der Allianz-Arena ein Hybrid-High-Tech-Rasen angelegt. Vorbild war der spezielle Rasen im Wembley Stadion. Dieser besteht aus einer Kombination aus Naturrasen und Kunstfasern und ist somit besonders strapazierfähig. Das Beste an dem High-Tech-Rasen ist jedoch, dass er einer technisch versierten Spielweise zugutekommt, indem er die Bälle kaum verspringen lässt. Die Kosten für den Umbau sind jedoch nicht zu unterschätzen, bis zu einer Millionen Euro müssen die Bayern für den „GrassMaster“, wie sich der Rasen nennt, investieren. Zuerst wird eine spezielle Rasenmischung ausgesät. In die wachsenden Naturfasern werden dann, mittels einer speziellen Maschine, Kunstfasern eingewebt. Somit wird der Rasen bis zu dreimal belastbarer als ein reiner Naturrasen.
Quelle: http://www.abendzeitung-muenchen.de/inhalt.hightech-rasen-in-der-allianz-arena-pep-guardiola-bekommt-einen-tiki-taka-rasen.1685b035-8b6d-4cb2-adb3-00a0460c5cc3.htm
Kritische Stimmen zur Technologisierung des Fußballs
So viele Vorteile der Einsatz von Technik, vor allem der der Torlinienüberwachung, auch bringt, so gibt es doch zahlreiche kritische Stimmen. Sie fürchten, die Technologisierung auf dem Spielfeld und um dasselbe herum würde eine Entzauberung des Ballsports zur Folge haben.
Fußball fasziniert die Menschen und das ist vor allem darauf zurückzuführen, dass der Fußball so viele spannende Geschichten schreibt. Noch heute führen die Tor-Skandale der Fußballgeschichte zu hitzigen Diskussionen beim Stammtisch. Weiterhin ist ein Fußballspiel auch immer eine Möglichkeit für die Fans, ihren Emotionen freien Lauf zu lassen. Fällt der Schiedsrichter die eine Entscheidung, buhen die Fans des einen Lagers und jubeln die des anderen und umgekehrt. Fehlentscheidungen machen die Spiele also gerade spannend und sorgen für Gesprächsstoff, so die Meinung des Kritikers in diesem Beitrag. Weiterhin sagt er, der Fußball wäre gerade aufgrund seiner nicht immer eindeutigen Entscheidungen so beliebt und Torkameras oder Chips in Bällen würden dies zunichtemachen.
Quelle: http://www.zeit.de/sport/2010-03/fifa-regeln-fussball-contra
Fazit
Die schöne neue Welt der Technik macht auch vor den Fußballstadien nicht halt. Die Torlinientechnik sorgt dafür, dass Fehlentscheidungen, wie das berühmte Wembley-Tor, nun der Vergangenheit angehören. Viele Fans freut es, andere kritisieren die moderne Technik, da sie ihrer Meinung nach dem Ballspiel seinen Zauber nehmen würde. High-Tech-Rasen, spezielle Fußballschuhe oder der bis ins kleinste Detail getestete Brazuca WM-Ball haben dagegen mit weniger Kritik zu kämpfen, höchstens, wegen der enormen Kosten, die für die Entwicklung und Produktion veranschlagt werden. Ob sich der technische Fortschritt dauerhaft im Fußball etablieren kann und bald auch bei kleineren Matches ein System der Torlinienüberwachung zum Einsatz kommt, bleibt abzuwarten, genau, wie die Frage, ob der Schiedsrichter auf diese Weise nicht irgendwann überflüssig wird.