"Wir wollen Technologie-Unternehmen"

Kommune kauft Flächen im Industriepark Rhön - Erste Verträge unterschrieben

In Eichenzell sollen auf 11 Hektar neue Gewerbeflächen entstehen.
Fotos: Christian P. Stadtfeld / Gemeinde Eichenzell

29.05.2015 / EICHENZELL - Neue Gewerbeflächen entstehen in Eichenzell (Landkreis Fulda). Bürgermeister Dieter Kolb (parteilos) und Bauamts-Chef Nico Schleicher haben ein Konzept erarbeitet, das drei Jahre reifte und jetzt konkret wird. Die Gemeinde hat zunächst ein 40.000 Quadratmeter großes Gelände vom Unternehmen Veolia im Industriepark Rhön erworben. "Vor 14 Tagen sind die entsprechenden Verträge unterzeichnet worden", sagt der Rathauschef zu OSTHESSEN|NEWS und berichtet schon vom laufenden Abriss eines bestehenden Gebäudes. Kaufinteressenten aus den Branchen Internet-Handel, Chemie und Marketing gebe es auch schon. Details wollte Kolb nicht nennen.



Diese Entwicklung im 123 Hektar großen Industriegebiet bei Welkers sei aber erst der Anfang, so Kolb. "Wir wollen neue Fläche in einer Dimension von 110.000 Quadratmetern schaffen. 55.000 Quadratmeter gehören uns bereits - sie werden über die Gemeinde vermarktet." Eichenzell steht vor dem Problem, das viele Kommunen mit guter Infrastruktur beschäftigt: "Die Flächen von Wohn- und Gewerbegebieten gehen dem Ende zu - auch bei uns." Deshalb habe man als Gemeinde die Initiative ergriffen, große Konzerne, die Gewerbeflächen besitzen und eine Betriebserweiterung ausschließen, zu kontaktieren. "Meistens handelt es sich um Firmen mit Immobilien-Verantwortlichen aus Hamburg oder Amsterdam. Sie haben dann in Gesprächen festgestellt, dass die Flächen totes Kapital sind. Sie haben verkauft oder beabsichtigen es."

Für Eichenzell bietet diese Entwicklung Potential. "Wir wollen Unternehmen mit Innovationen und Technologien ansiedeln, die von unserem Hochgeschwindigkeits-Glaserfaser-Netz profitieren", betont Kolb. Industrie- und Logistikbetriebe habe man bereits zu genüge im Portfolio. "Die neuen Flächen liegen an der Grenze zum Ortsteil Welkers. Mit unseren Plänen erreichen wir auch eine Abgrenzung zwischen Industrie- und Wohngebiet", erklärt Bauamtsleiter Schleicher und spricht von einer "Puffer-Zone", die Anwohner vor Lärm und Geruchsbelästigung schützen solle.

Erster Schritt im neuen "Entwicklungskonzept Industriepark Rhön" sei das Aral unterhalb von Veolia. Dann will die Gemeinde das alte Tegut-Gelände mit 9.000 Quadratmeter, das Firmengelände von Weider Erdarbeiten und das alte Brynzeel-Gelände ins Auge fassen. "Wir stehen in Verhandlungen", so Kolb. Bis auf das Unternehmensgelände von Mike Weider liegen die Flächen brach. Aber der Bauunternehmer ist entspannt. "Ich ziehe mit meinem Betrieb um - wir verkaufen unsere Flächen in Welkers an die Gemeinde und bekommen entsprechende Ausgleichsflächen", erklärte der Firmen-Chef im O|N-Gespräch. Neuer Standort der Erdarbeiten-Firma Weider ist das Gelände "Im Oberfeld" zwischen den Eichenzeller Ortsteilen Kerzell und Löschenrod - direkt an B27 und A66-Auffahrt. "Da stören wir niemanden."

Das Konzept findet bei den Kommunalpolitikern in Eichenzell große Zustimmung. Denn das Wachstum heißt auch: mehr Gewerbesteuern und neue Arbeitsplätze. Bislang bieten die Unternehmen in der rund 11.500 Einwohner Kommune allein im Industriepark Rhön schon 4.300 Arbeitsplätze. (Christian P. Stadtfeld). +++

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