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Der "Weltmann" im Hintergrund

Andreas DULZ hält den Hünfelder SV zusammen - Immer da, einfach Kult

Ein Urgstein beim Hünfelder SV.
Fotos: Julius Böhm / Tobias Herrling

21.05.2015 / FUSSBALL - Der Begriff „Weltmann“ hat im Hünfelder Raum eine ganz eigene Bedeutung – in den Kreisen des Hünfelder Sportvereins ist dieser Titel mit einem Ritterschlag zu vergleichen – eine ganz besonders wichtige, kultige und/oder auch treue Figur im Vereinsleben eben. Solch ein „Weltmann“ ist Andreas Dulz (71). Dulz hält rund um die Fußball-Mannschaften des HSV den Laden zusammen. Er ist Teambetreuer, größter Fan und Kultfigur in Personalunion.



Die Tore aufsperren, den Rasen wässern, Trikots zu Recht machen, die Kabine kontrollieren, Getränke bereitstellen – das hört sich alles nicht nach Hexenwerk an. Es braucht aber jemanden, der einfach immer (!) da ist und Vereine am Leben hält. "Wenn der Lothar anruft, bin ich da." Diesen Satz wiederholt Dulz mehrmals. Ein Satz, der in seiner Einfachheit treffend seine Loyalität zum Verein beschreibt. Auf Andreas Dulz ist Verlass. Wenn man ihn braucht, ist er da. Wenn sich die Spieler zwei Stunden vor dem Anpfiff oder zum Training treffen, hat Dulz seine Arbeit längst getan. Dem Außenstehenden würde sein Beitrag gar nicht auffallen. Intern ist das aber anders.

Mit Stolz trägt er das gelbe Warmmachshirt von seinen „Weltmännern“. Beim HSV ist er eine nicht wegzudenkende Ikone: „Ich habe alle Anzüge, T-Shirts und Pullover – wenn wir gewinnen, dann wollen mich die Jungs dabei haben, dann trinken wir auch mal einen Schoppen zusammen“, erzählt der 71-Jährige. Das zeigt ihm: seine Arbeit wird gewürdigt und geschätzt. Er ist nicht nur der Depp im Hintergrund. „Die Jungs freuen sich immer, mich zu sehen – sie packen auch mal mit an, wenn ich Hilfe brauche.“

Mit 50 Litern Bier und 15 Hähnchen zum HSV

Mindestens genauso kultig wie Dulz selbst ist die Geschichte, wie er überhaupt zum Hünfelder SV kam: Der geborene Ungar kam als Kind in der Nachkriegszeit in die Region und lebte in Eiterfeld-Großentaft. Der Dachdecker verfolgte die Spiele der örtlichen Sportvereinigung. Als Großentaft eines Tages beim Hünfelder SV antreten musste und der krasse Außenseiter war, versprach Dulz den Sportlern im Falle einer Niederlage eine Aufmunterung: „Ich habe gesagt, ich spendiere 50 Liter Bier und 15 Hähnchen wenn wir verlieren“, erinnerte sich Dulz an die Geschichte vor gut 20 Jahren. Großentaft ging mit 0:4 unter, die Spieler schlugen Dulz‘ Angebot aus und fuhren nach Hause. „Dann habe ich eben die Hünfelder eingeladen – die Hähnchen waren ja schließlich da“, beschrieb er den ersten Kontakt zum HSV.

Heute ist sein HSV auf dem besten Weg zurück in die Hessenliga – der Einzug in die Aufstiegsrunde ist geschafft. Für ihn steht der sportliche Erfolg aber nicht an erster Stelle: „Dass wir hier eine gute Gemeinschaft haben, in der Jung und Alt zusammen funktionieren und zusammenhalten. Das ist das schönste.“ Gegen ein paar Jahre Hessenliga-Betreuer hätte er aber auch nichts einzuwenden. Andreas Dulz – ein Weltmann im Hintergrund. (Julius Böhm/Tobias Herrling) +++

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