"Harte Trainingswochen"
Top-Sprinter Philipp KLEEMANN absolviert Trainingslager in Florida
Fotos: privat
09.04.2015 / LEICHTATHLETIK - Nach zehn Semestern ist das Medizinstudium fast geschafft, die Prüfungen sind zu Ende und das Gefühl im Bauch ist eigentlich auch ganz gut. Was gäbe es nun schöneres als diesen Meilenstein im Leben eines jungen Menschen mit einer schönen Reise über den großen Teich zu feiern? Das denkt sich auch Philipp Kleemann aus Johannesberg, der mit dem Flieger nach Orlando (US-Bundesstaat Florida) gestartet ist.
Philipp ist Sprinter. Auf seiner Leibstrecke, den 400 Metern, ist er unter den Top-Sieben Athleten in Deutschland. Mit seiner Bestzeit von 46,85 Sekunden fehlt ihm eine Sekunde zur deutschen Spitze, eineinhalb zu den besten Europas. Er fliegt nicht in die USA, um zu feiern - er fliegt mit der Deutschen Nationalmannschaft der Sprinter über den großen Teich, um fünf Wochen lang zu trainieren.
Mittlerweile ist der 23-Jährigen in Orlando angekommen und hat die ersten Trainingstage absolviert. Lesen Sie nachfolgend seinen ersten Erfahrungsbericht aus Florida:
"Die Anreise hat perfekt geklappt und wir sind alle gut in unseren Unterkünften angekommen. Nach den ersten Tagen der Anpassung ist mittlerweile auch der Jetlag überstanden, sodass ich in der neuen Woche voll ins Training einsteigen konnte. Auch optimieren sich die Wege und Absprachen, denn das Stadion ist ca 30min entfernt, sodass die Fahrtwege auch wirklich geplant werden müssen. Aber da sich hier alle auch gut verstehen, fällt die Kommunikation nicht schwer und es werden auch Unternehmungen außerhalb des Sports besprochen.
Die Unterkunft ist ein Ferienhaus, welches ich mit sieben Athleten teile und nur mit Selbstverpflegung ist. Daher planen wir immer das gemeinsame Abendessen, damit dementsprechend eingekauft werden kann und natürlich wird dann auch zusammen gekocht und gegessen. Somit ist der Tag durch Training, Autofahren und kochen gut ausgefüllt, sodass während eines vollen Trainingstages nicht viel Zeit bleibt, vielleicht gerade noch für eine Partie Schafkopf gegen meine bayerischen Zimmergenossen. Dabei lohnt es sich, die Gegend genauer anzuschauen, denn hier trifft künstliches Parkgelände auf wilde Natur und Sumpf. Bisher konnte man allerdings nur durch Warnschilder erahnen, dass es hier auch wilde und gefährliche Tiere gibt. Aber ich habe ja noch etwas Zeit und vielleicht klappt es mit einer Alligator-Sichtung." (Philipp Kleemann / Julius Böhm) +++