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Luchse erkämpfen sich 7:6 Sieg in Spiel 1

Fans erleben Eishockeyspektakel im Schlussdrittel


Fotos: M. Trabandt

10.03.2015 / LAUTERBACH - Spannender hätte das Drehbuch für den gestrigen Eishockeykrimi im Lauterbacher Steiningsgrund nicht sein können. Bereits nach dem ersten Drittel im Playoff Spiel Nummer eins, um den dritten Platz der Regionalliga West, zwischen den Lauterbacher Luchsen und den Kobras aus Dinslaken, sahen die Männer von Coach Roger Nicholas wie die sicheren Verlierer aus. „Sprachlos“, das war ein häufig verwendetes Wort an diesem Abend. Sowohl nach dem ersten Drittel, als Dinslaken bereits mit 5:0 führte und die Luchse komplett neben sich standen, als auch am Ende des Spiels, nachdem die Luchse im Schlussdrittel ein Eishockeyspektakel vom Feinsten ablieferten.

Es waren noch keine vier Minuten gespielt, da führten die Gäste bereits mit 2:0. Die Kobras waren zu Beginn des Spiels deutlich giftiger und bissiger. Die Führung zu diesem Zeitpunkt absolut verdient. Die Luchse wirkten dagegen wie im Winterschlaf. Immer wieder tauchten die Kobras brandgefährlich vor dem Kasten der Luchse auf. Immer wieder musste Goalie Sebastian Grunewald in höchster Not retten. Auch wenn die Luchse bemüht waren, die größeren Spielanteile hatte der Gast. Die Kobras, die auf ihren Topspieler Kamil Vavra auf Grund einer Sperre verzichten mussten, machten im 1. Drittel kurzen Prozess mit den Luchsen. Bis Ende des Drittels, bauten sie ihre Führung auf 5:0 aus und sorgten damit für einen Schockzustand bei den Luchsen, sowie Sprachlosigkeit unter den rund 400 Zuschauern und den Verantwortlichen. Nach dem 4:0 der Kobras in der 15. Spielminute, sah sich Coach Roger Nicholas gezwungen seine Jungs zurecht zu stutzen. Nach dieser Auszeit fingen sich die Luchse zwar etwas, mussten allerdings Sekunden vor Ende des Drittels noch das 5:0 hinnehmen.

Kaum jemand glaubte noch an eine Wendung des Spiels, dafür waren die Kobras in Drittel eins zu konsequent mit ihren Chancen und die Luchse zu harmlos in den Zweikämpfen. Doch die deutliche Kabinenansprache des Trainers zeigte Wirkung. Nachdem zunächst Constantin Schneider die Luchse in der 22. Spielminute auf 1:5 heranbrachte, stellte Schmitz mit dem 6:1 in der 29. Spielminute, den alten fünf Tore Abstand für die Kobras wieder her. Dennoch machte das zweite Drittel Hoffnung auf mehr, denn die Luchse zeigten ab Drittel zwei ein ganz anderes Gesicht und fanden immer besser ins Spiel. Der Wille dieses Spiel noch zu gewinnen, war den Lauterbacher Spielern deutlich anzumerken. Zwar waren es am Ende des zweiten Drittels immer noch fünf Tore die aufzuholen waren, doch das so etwas möglich ist, mussten die Luchse gegen Köln vor zwei Wochen am eigenen Fell leidvoll erfahren.

Den Luchsen blieben zwanzig Minuten, um das Spiel zu drehen und mit einem guten Gefühl in das zweite Spiel der Serie gegen Dinslaken zu gehen. Gut zweieinhalb Minuten sollte es im letzten Drittel dauern, da durften Luchse und Fans zum zweiten mal jubeln. Erneut war es Constantin Schneider, der für sein Team erfolgreich war. Nur noch 2:6 aus Sicht der Luchse und die Hoffnung aller im Stadion wuchs an. Trotz des phasenweise herrschenden Dauerdrucks der Luchse, stand die Dinslakener Abwehr noch stabil und verteidigte den Vorsprung. Als Lauterbachs Julian Grund in der 51. Spielminute durch die Abwehrreihen der Kobras tanzte und seinen Auftritt mit dem 3:6 Anschlusstreffer krönte, schien sich das Blatt zugunsten der Luchse gewendet zu haben.

Keine sechzig Sekunden später ertönte erneut die Tormusik. Jens Feuerfeil, dem zuvor noch ein reguläres Tor von den unparteiischen aberkannt wurde, verwandelte eine Passkombination mit Benni Schulz und Miro Hantak zum 4:6. Dinslakens Trainer Schmitz nahm daraufhin eine Auszeit, der gewünschte Erfolg blieb jedoch aus. Wieder dauerte es nur Sekunden und der Puck zappelte im Netz. Diesmal war es der slowakische Stürmer Miro Hantak selbst, der den Puck im Tor unterbrachte. Spätestens ab diesem Zeitpunkt war die Spannung in der Lauterbacher EissportArena förmlich überall zu spüren. Fans und Spieler glaubten gemeinsam an das Unmögliche. Die Luchse waren noch nicht satt und suchten mit aller Macht den Ausgleich. Achtzig Sekunden vor Schluss war es dann soweit. Der unermüdliche Kämpfer und Spielgestalter Jens Feuerfeil, hämmerte den Puck zum 6:6 ins obere Kreuzeck. Im Stadion brach tosender Lärm aus und der Jubel kannte keine Grenzen. Nach einem 6:1 Rückstand Anfang des letzten Drittels, schafften die Luchse innerhalb von sechzehn Minuten den völlig verdienten Ausgleich und hielten sich somit die Chance auf einen Sieg nach Penaltyschießen offen.

Mit der Euphorie des letzten Drittels und den Fans im Rücken, holten sich die Luchse schließlich den Sieg. Garant für den Erfolg im Penaltyschießen war Keeper Quack Grunewald, der fünf der sieben Versuche der Kobras abwehrte. Schlussendlich war es Marko Filip, der seinem Team mit dem insgesamt vierzehnten Penalty, den 7:6 Sieg sicherte.

Aufstellung der Luchse:


Tor: Sebastian Grunewald, K.-D. Lechner
Abwehr: Marko Filip, Sven Naumann, Dennis Klinge, Emanuel Grund, Niels Hilgenberg
Sturm: Benjamin Schulz, Miro Hantak, Constantin Schneider, Jens Feuerfeil, Dennis Grün, Manuel Six, Mario Kreuz, Mathias Matysek, Julian Grund, Luca Rinke

Statistik des Spiels:

0:1(3.) Klein; 0:2(4.) Corneließen; 0:3(13.)Hüsken; 0:4(15.) Linda; 0:5(20.) Pleger; 1:5(22.) Schneider (Hantak, Grün); 1:6(31.) Schmitz; 2:6(43.) Schneider (Matysek, J. Grund); 3:6(51.) J. Grund (Klinge, Hilgenberg); 4:6(52.)Feuerfeil (Schulz, Hantak); 5:6(53.) Hantak (Feuerfeil, Filip); 6:6(59.) Feuerfeil (Hantak, Filip); 7:6 Filip (Penalty)

Strafzeiten:

Lauterbach 10 Minuten - Dinslaken 8+++

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