Krankheit mit 1.000 Gesichtern
Bürgermeister FRITZSCH überreicht Stadtlauf-Spendenerlös an Multiple Sklerose Gesellschaft
Fotos: Dietmar Kelkel
09.12.2014 / SCHLÜCHTERN - Der Schlüchterner Bürgermeister Falko Fritzsch hat am gestrigen Montag der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft Hessen einen Scheck in Höhe von 712 Euro übergeben. Beim Weitzelfest im August liefen 181 Männer, Frauen und Kinder, darunter auch Schlüchterner Vereine und Unternehmen zugunsten an MS erkrankten Menschen. Der Bürgermeister versprach, den Betrag auf 1.000 Euro aufzurunden und auch im kommenden Jahr einen Benefizlauf auszutragen.
Die Selbsthilfegruppe wird mit dem Spendenerlös Betreuungs- und Beratungsangebote finanzieren. Zudem geht ein Teil an die örtliche Gruppe. Die Selbsthilfegruppe „Schlüchtern-Steinau-Sinntal“ besteht seit 1983. Sigrun Schäfer, die die Bergwinkel-Gruppe bis vor fünf Jahren leitete und selbst von der Krankheit betroffen ist, berichtete, dass die unheilbare Krankheit behandelbar sei, um den Krankheitsverlauf zu verzögern. Es sei wichtig, dass die Betroffenen in der Gesellschaft akzeptiert würden, egal ob mit oder ohne Rollstuhl. „Die Krankheit kann jeden treffen. Sie hat 1000 Gesichter. Die größte seelische Belastung ist dabei die Ungewissheit.“
Für Monika Dettke, stellvertretende Geschäftsführerin und Leiterin Soziale Dienste bei der DMSG Hessen, war die Spendenübergabe ein willkommener Anlass, um Sigrun Schäfer für zehnjährige ehrenamtliche Tätigkeit bei der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft mit der Goldenen Ehrennadel auszuzeichnen. „Sigrun Schäfer übernahm im Jahre 2000 die Leitung der Selbsthilfegruppe und blieb bis 2009 Gruppenleiterin. Neben den Nachmittagstreffen hat sie einen Stammtisch für MS-Betroffene angeboten und ließ sich zur Betroffenen-Beraterin ausbilden“, würdigte Monika Dettke die Verdienste von Sigrun Schäfer. Eins war ihr besonders wichtig. „Neben ihrer freundlichen und einfühlsamen Art, die sie zu einer verständnisvollen Zuhörerin für viele Sorgen und Nöte von MS-Kranken macht, zeichnet sie sich durch ihr Organisationstalent aus.“ Vor einiger Zeit habe sie darüber hinaus einen Frauenkreis gegründet, in dem sich Betroffene austauschten.