Borussia Fulda - TSV Lehnerz II 5:0 (3:0)
"Das war heute eine Lehrstunde" - Borussia Fulda demütigt ängstliche Lehnerzer
17.11.2014 / FUSSBALL -
Der SC Borussia Fulda hat eindrucksvoll gezeigt, wer einzig und allein die Nummer eins in der Verbandsliga Nord ist: Beim hochverdienten 5:0 (3:0) gegen den TSV Lehnerz II haben die Borussen den "Jungen Wilden" eine schmerzhafte Lehrstunde erteilt. Mit "nur" fünf Gegentoren war der lange Zeit ängstlich aufspielende Tabellenzweite noch gut bedient.
"Tja, was soll ich sagen. Gegen so eine Mannschaft, wie Borussia Fulda sie hat, hast du einfach keine Chance", musste Lehnerz’ Trainer Marco Lohsse sich selbst eingestehen, doch er nahm seine Truppe in Schutz: "Meine Mannschaft ist wahnsinnig jung. Wir waren mit dem starken Gegner vor der Brust und den vielen Zuschauern in den Köpfen einfach zu ängstlich in der Anfangsphase. Wenn du dann 0:3 zurückliegst ist es hier natürlich unmöglich." Schon nach drei Minuten war die Gäste-Abwehr völlig unsortiert. Julian Pecks, der sehr nervös schien, trat Alex Reith im Zweikampf beinahe den Kopf vom Hals, woraufhin der Schiedsrichter zu Recht auf Strafstoß entschied. Reith versemmelte, aber das machte nichts.
Nur Borussia war am Ball und fünf Minuten später klingelte es zum ersten mal: Mark Jaksch konnte sich den Ball gut 22 Meter vor dem Tor in aller Ruhe zurecht legen. Der Schuss war nicht besonders gut, aber TSV-Keeper Aykut Bayar rutschte aus, weswegen der Ball über den Innenpfosten zum 1:0 ins Tor ging. Nicht einmal zehn Minuten später wirbelte Alex Reith über die linke Außenbahn, legte ab auf Cino Schwab, der aus 20 Metern zum 2:0 einnetzte - wieder sah Bayar nicht gut. Alles ging über Alexander Reith. Die Lehnerzer bekamen ihn überhaupt nicht in den Griff. Nach vorne ging beim TSV, der in gelb und blau aufgelaufen war, nichts. Die einzigen, die mit Sololäufen für Aufmerksamkeit sorgen konnten, waren Andre Vogt und Jan-Niklas Jordan. Ansonsten: tote Hose.
Borussia Fulda dagegen ließ nicht nach: "Besonders in der ersten Hälfte haben wir sehr schönen Fußball gespielt - das war schon wirklich eine Lehrstunde heute", sagte Borussen-Coach Oliver Bunzenthal zu OSTHESSEN|NEWS. Kleines Beispiel: Dennis Müller zieht in den Strafraum und legt mit der Hacke ab auf Alex Reith. Der spielt direkt auf Daniel Schirmer, der das Leder direkt an die Latte bugsierte. Borussia Fulda kombinierte und spielte herrlich - die junge Lehnerzer Truppe konnte den 1.550 Zuschauern schon leid tun. Der Pausenstand von 3:0, nach Treffer von Marius Müller, war aus TSV-Sicht glücklich.
"Nach der Pause haben wir uns deutlich besser verkauft - da war die Nervosität nicht mehr so groß. Trotzdem war da nichts zu holen"; sagte Lohsse zu ON. Lehnerz stand hinten besser, dennoch war nur Borussia Fulda am Spielen. Auf die Treffer vier und fünf mussten die Zuschauer bis in die Schlussphase warten, in die die eingewechselten Schersadeh, Trägler und Jonathan Müller frischen Wind brachten. Die Borussen hatten sichtlich Spaß ihre spielerischen Fähigkeiten auszuspielen. Diese Mannschaft scheint zumindest auf der Ebene Verbandsliga unschlagbar. Oliver Bunzenthal weiß warum: "Die Jungs waren heute einfach heiß auf Lehnerz - sie haben sich gesagt: Wenn verlieren, dann auf keinen Fall gegen Lehnerz. Ich hoffe wir können die erste Niederlage so weit nach hinten schieben, wie nur möglich." (Julius Böhm)
DIE STATISTIK ZUM SPIEL:
Borussia Fulda: Wolf - Maximilian Müller, Milankovic, Krause, Dimitrijevic, Jaksch, Marius Müller, Schwab, Schirmer (70., Schersadeh), Reith (70., J. Müller), D. Müller (74., Trägler).
TSV Lehnerz II: Bayar - Bettendorf, Vilmar, Pecks (46., Nuspahic), Balzer, Broschke, Sorg, Wollny, Vogt (75., Tekleyes), Jordan, Weber (53. M., Scholz).
Schiedsrichter: Simon Müller (Oberzell).
Zuschauer: 1.550.
Tore: 1:0 Mark Jaksch (8.), 2:0 Cino Schwab (17.), 3:0 Marius Müller (26.), 4:0 Nikola Milankovic (75.), 5:0 Imal Schersadeh (90., Foulelfmeter).
Rote Karte: Enrico Nuspahic (57., Lehnerz II) wegen einer Tätlichkeit.
Besonderes Vorkommnis: Alexander Reith (3., Borussia Fulda) verschießt einen Foulelfmeter. +++