Gute Werbung am Lutherweg

„Lutherweg-Spektakel“ der Hersfelder Laienspielgruppe Fidelius



13.11.2014 / GRÜNBERG - Eine bessere Werbung für die Städte und Gemeinden am „Lutherweg 1521“ konnte es gar nicht geben: Am vergangenen Montag, dem 531. Geburtstag des Reformators, fand in der Grünberger Stadtkirche das „Lutherweg-Spektakel“ der Hersfelder Laienspielgruppe Fidelius statt. In historischen Gewändern wurden zunächst unter dem Motto: „Wenn das Geld im Kasten klingt, die Seele in den Himmel springt“, Ablassbriefe verkauft. Martin Luther alias Pfarrer Bernd Seifert schlug dann seine 95 Thesen an eine eigens aufgestellte alte Holztür. Luthers Bücher: „Von der Freiheit eines Christenmenschen“ und „An den christlichen Adel Deutscher Nation“ aus dem Jahre 1520 sorgen dafür, dass er eine Bannandrohung des Papstes erhält.



Diese verbrennt Luther öffentlich in Wittenberg und wird darauf hin zum Reichstag nach Worm bestellt. Diese Reise in einem zweirädrigen Karren wurde dann ausführlich von Eisenach bis nach Worms dargestellt. Dabei wurden den vielen Besuchern, die schönsten Landschaften und interessantesten Orte am Weg über das Spiel und über Bilder auf einer Großleinwand nahe gebracht. Alsfeld, Romrod, die schönen Fachwerkkirchen in Ermenrod und Ruppertenrod, ein Grabstein an der Kirche zu Flensungen, die Schlossbibliothek in Laubach, Lich, Kloster Arnsburg und die Münzenburg. Selbstverständlich war Grünberg unter anderem mit dem Diebsturm und dem Brunnental auch dabei. 

Unterstützt wurde die Theatergruppe vom Grünberger Stadtkirchenchor, von den Kantorinnen Ulrike Sgodda-Theiß und Anja Martine sowie von Jugendlichen aus der Jugendscheune Ober-Ohmen und dem evangelischen Jugendraum Merlau-Flensungen unter der Leitung des Gemeindepädagogen Denny Buhle. Für Letztere hat Dr. Cornelius einen spannenden Pilgerdialog verfasst, in dem Dekan Norbert Heide als Hape Kerkeling auftritt. Sie antworten auf die Frage des berühmten Pilgers: „Warum überhaupt Pilgern“ mit den unterschiedlichsten Antworten. Angefangen von der Abenteuerlust, über Leistung vollbringen, Glaubensfestigung, Gott näher kennen lernen, bis hin zu Flucht vor dem Alltag, Erleuchtung und zur Suche einer Richtschnur fürs Leben.

Die Jugendlichen entführen dann symbolisch, als Ritter, Martin Luther am 5.Mai 1521 auf dem Rückweg vom Reichstag nach Wittenberg in der Nähe von Möhra zwischen Eisenach und Gotha, und bringen den Reformator auf die Wartburg. Hier lebt er als „Junker Jörg“ bis Ende 1522 und übersetzt die Bibel ins Deutsche. Lang anhaltender Beifall entlohnte die "Schauspieler": Luther: Pfarrer Bernd Seifert aus Niederjossa und die weiteren Darsteller: Prediger Detlef Weigel, Renate Flohrschütz, Alfred Flohrschütz, Pfarrer Werner Ewald, Pfarrer Günther Schaub, Fritz Stang, der Grünberger Dekan Norbert Heide, Oberstudienrätin Gunhild Classen-Cornelius und Priv.-Doz. Dr. Reiner Cornelius, von ihm stammten Text und Bilder für ihre Leistung.

Dr. Cornelius erhielt von Dekan Heide als kleines Dankeschön ein Buch sowie ein Glas Bienenhonig. Beide hatten sich auf der ersten Lutherweg-Pilgertour von Grünberg nach Ermenrod und bei der Aufführung des Lutherspektakels in Alsfeld kennengelernt. Dr. Cornelius ist auch der Autor des Lutherweg-Pilgerführers, der im Jahr 2015 erscheinen wird. (gr)+++

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